The Da Vinci Code. Sakrileg

The Da Vinci Code. Sakrileg

The Da Vinci Code. Sakrileg

The Da Vinci Code. Sakrileg – Originaltitel: The Da Vinci Code – Regie: Ron Howard – Drehbuch: Akiva Goldsman, nach dem Roman "Sakrileg" von Dan Brown – Kamera: Salvatore Totino – Schnitt: Dan Hanley, Mike Hill – Musik: Hans Zimmer – Darsteller: Tom Hanks, Audrey Tautou, Ian McKellen, Jean Reno, Paul Bettany, Alfred Molina, Jürgen Prochnow, Jean-Yves Berteloot, Etienne Chicot, Jean-Pierre Marielle, Marie-Françoise Audollent u.a. – 2006; 150 / 175 Minuten

Inhaltsangabe

Während der amerikanische Symbolologe Robert Langdon nach einem Vortrag in Paris Bücher signiert, taucht ein Polizist auf, zeigt ihm ein Polaroid des gerade ermordeten Louvre-Direktors Jacques Saunière und bittet ihn, mitzukommen. Im Louvre wartet Capitaine Bezu Fache auf Langdon. Saunière starb durch einen Bauchschuss. Offenbar mit letzter Kraft zog Saunière am Boden einen Kreis aus Blut und legte sich nach dem Vorbild einer Zeichnung von Leonardo da Vinci nackt hinein. Was hat das zu bedeuten?
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Kritik

Akiva Goldsman und Ron Howard haben den Trivialroman "Sakrileg" von Dan Brown fürs Kino adaptiert und daraus einen Mainstream-Thriller gemacht. Dabei hielten sie sich mit wenigen Ausnahmen eng an die Buchvorlage. Trotz negativer Kritiken war "The Da Vinci Code" an den Kinokassen erfolgreich.
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Während der amerikanische Symbolologe Robert Langdon (Tom Hanks) in Paris einen Diavortrag über die Interpretation von Symbolen hält, wird Jacques Saunière (Jean-Pierre Marielle), der Direktor des Louvre, in der Grande Galerie von dem hünenhaften Mönch Silas (Paul Bettany), einem Albino, verfolgt. Saunière reißt das Caravaggio-Gemälde „Marientod“ von der Wand und löst dadurch einen Alarm aus. Der Saal wird zwar im nächsten Augenblick von einem Gitter abgeriegelt, aber der Mönch schießt Saunière in den Bauch, bevor er verschwindet.

Robert Langdon hat seinen Vortrag beendet und signiert Bücher, als ihm der Polizeileutnant Collet (Etienne Chicot) ein Polaroid des ermordeten Museumsdirektors zeigt und ihn bittet, mitzukommen. Die Polizei weiß aufgrund eines Eintrags im Terminkalender des Louvre-Direktors Jacques Saunière, dass dieser sich an diesem Abend mit Langdon treffen wollte. Der Amerikaner bestätigt es und fügt hinzu, Saunière sei zu der Verabredung nicht erschienen. Im Louvre wartet Capitaine Bezu Fache (Jean Reno) auf den Harvard-Professor. Er zeigt ihm den Toten. Saunière zog sich offenbar mit letzter Kraft nackt aus, legte sich mit erhobenen Armen und gespreizten Beinen nach dem Vorbild einer berühmten Zeichnung von Leonardo da Vinci auf den Boden und malte sich mit Blut ein Pentagramm auf die Brust. Was hat das zu bedeuten?

Der Symbolologe ahnt nicht, dass Capitaine Fache nicht nur seinen fachlichen Rat sucht, sondern ihn für den Mörder hält und vorhat, ihn festnehmen zu lassen. Das erfährt er von Sophie Neveu (Audrey Tautou), der Enkelin des Ermordeten, die in den Louvre kommt und behauptet, sie arbeite als Kryptologin bei der Polizeidirektion. Verdächtig ist Langdon, weil Saunière die schriftliche Aufforderung hinterließ: „PS: Robert Langdon suchen!“ Anders als Fache sieht Sophie darin allerdings keinen Hinweis auf den Mörder, sondern glaubt, dass die Botschaft für sie bestimmt war: Ihr Großvater, der sie „Prinzessin Sophie“ nannte, riet ihr damit, den amerikanischen Symbolologen zu suchen und sich bei der Entschlüsselung der für sie ausgelegten Codes helfen zu lassen. Saunière, der wie beispielsweise auch Leonardo da Vinci, Victor Hugo und Isaac Newton der Prieuré de Sion angehörte, hütete offenbar ein Geheimnis und wollte es vor seinem Tod in verschlüsselter Form an Sophie weitergeben.

Nachdem Langdon und Sophie die Polizei durch ihre vorgetäuschte Flucht aus dem Louvre weggelockt haben, beginnen sie, nach versteckten Hinweisen zu suchen und sie zu deuten. Offenbar geht es um einen versteckten Gral.

In einem Bankschließfach finden Sophie und Langdon ein zylindrisches Gefäß, das einen Papyrus mit einem weiteren Wegweiser enthält, aber wie ein Tresor mit einer Art Zahlenschloss verschlossen ist: Nur wer auf den fünf Ringen mit je 26 Buchstaben das richtige Losungswort einstellt, kann den Zylinder öffnen. Bei einem Fehlversuch wird der Papyrus durch Säure zerstört. André Vernet (Jürgen Prochnow), der Bankdirektor, der seit zwanzig Jahren darauf gewartet hat, dass jemand das geheimnisvolle Schließfach öffnet, rettet Sophie und Langdon zwar vor der anrückenden Polizei, aber nur, um ihnen den Zylinder abzujagen. Das gelingt ihm jedoch nicht.

Jedes Rätsel, das Sophie und Langdon bei der Schnitzeljagd lösen, wirft neue Fragen auf. Rat suchen sie bei einem Bekannten Langdons, dem exzentrischen englischen Gralsforscher Sir Leigh Teabing (Ian McKellen) im Château Villette. Der erklärt ihnen, dass Leonardo da Vinci auf seinem 1495 bis 1498 für das Refektorium der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand entstandenen Wandgemälde „Abendmahl“ unter den Jüngern eine Frau versteckt hat: Nicht Johannes, sondern Maria Magdalena sitzt neben Jesus an der Tafel. Die beiden Figuren sind spiegelbildlich dargestellt, und der Zwischenraum zwischen ihnen bildet ein großes V, das Zeichen des Kelches bzw. Grals und des weiblichen Schoßes.

Während Capitaine Fache das Château Villette mit einem Großaufgebot umstellt, dringt Silas ein und stürzt sich auf Langdon, aber er wird von Sir Leigh niedergeschlagen. Dessen Butler, Remy Jean (Jean-Yves Berteloot), nutzt das Chaos, um sich in den Besitz des Zylinders zu bringen. Die anderen fliehen mit dem gefesselten Mönch in Sir Leighs Privatmaschine nach London. Fache folgt ihnen.

In England suchen Sophie und Langdon aufgrund eines weiteren Hinweises eine von einem Papst (a pope) angelegte Grabstätte, bis sie begreifen, dass mit „A Pope“ der Dichter Alexander Pope (1688 – 1744) gemeint ist. Schritt für Schritt kommen sie dahinter, welche Geheimnisse Jacques Saunière zwar seinem Mörder nicht verraten, aber auch nicht mit in den Tod nehmen wollte.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Seit zweitausend Jahren wurde das geheime Wissen von der Prieuré de Sion bewahrt und von Generation zu Generation weitergereicht. Es geht um die von der Kirche geleugnete Tatsache, dass Jesus Christus mit Maria Magdalena verheiratet war. Nicht Petrus und die Päpste sollten die Kirche führen, sondern Frauen, beginnend mit seiner Witwe und seiner nach seiner Kreuzigung geborenen Tochter Sara.

Die Societas sacerdotalis Sanctae Crucis et Opus Dei, ein Organ der römisch-katholischen Kirche will die Aufdeckung des Geheimnisses über das Verhältnis von Jesus und Maria Magdalena unter allen Umständen verhindern. Bischof Manuel Aringarosa (Alfred Molina) hetzte Capitaine Fache auf Langdon, indem er ihm die Lüge erzählte, der Amerikaner habe ihm den Mord an Jacques Saunière gebeichtet. Silas – der wie Aringarosa und Fache zum Opus Dei gehört – versucht den Gral im Auftrag eines Unbekannten zu finden, der sich „der Lehrer“ nennt. Dem „Lehrer“ verkauft schließlich Remy Jean den erbeuteten Zylinder, aber sein Geschäftspartner vergiftet ihn nach der Übergabe.

Der „Lehrer“ ist niemand anderes als Sir Leigh Teabing. Mit vorgehaltener Pistole will er Sophie und Langdon zwingen, den Zylinder zu öffnen. Langdon nimmt das Gefäß, dreht ihm den Rücken zu, konzentriert sich – und wirft den Zylinder plötzlich in die Luft. Mit einem Aufschrei des Entsetzens versucht Sir Leigh, ihn zu fangen, damit er nicht am Boden zerschellt und der Papyrus durch die Säure zerstört wird. Im nächsten Augenblick taucht Fache auf, der inzwischen durchschaut hat, dass Aringarosa ihm eine Lüge erzählte, und verhaftet den Engländer. Während Sir Leigh abgeführt wird, begreift er, dass Langdon den Zylinder öffnete und den Papyrus herausnahm, bevor er den Zylinder in die Luft warf.

Silas, der sich in England befreite, wird ebenfalls von der Polizei aufgespürt. Der Mönch erschießt mehrere Beamte und verletzt versehentlich auch Bischof Aringarosa, bevor er im Kugelhagel stirbt.

In der Rosslyn-Kapelle in Schottland stoßen Sophie und Langdon schließlich auf die Ordensarchive der Prieuré de Sion und auf die Nachfahren der Mitglieder der Bruderschaft, die 1307 aus Frankreich hierher geflüchtet waren. Darunter ist auch Sophies Großmutter (Rita Davies), die Sophie herzlich willkommen heißt. Sophies Eltern und ihr Bruder waren bei einem Autounfall ums Leben gekommen, bei dem es sich möglicherweise um einen Mordanschlag der Kirche gehandelt hatte. Jacques Saunière, ein Großmeister der Prieuré de Sion, nahm das Mädchen bei sich auf und gab es als seine eigene Enkeltochter auf. Tatsächlich handelt es sich bei Sophie um die letzte lebende Nachfahrin von Jesus Christus und Maria Magdalena.

Während Sophie in Schottland bleibt, kehrt Langdon nach Paris zurück. Als er sich im Hotel Ritz rasiert und das Blut im Waschbecken ein Symbol bildet, ahnt er, wo der Gral – das Grab von Maria Magdalena – zu finden ist. Er läuft zum Louvre und blickt von außen durch die Scheiben auf die Stelle, an der die Spitze der hängenden Glaspyramide die Spitze einer kleinen Kalksteinpyramide berührt, wo also das weibliche V und das umgekehrte männliche Dreieck wie im Davidstern verschmelzen. Die Stelle markiert das Grab von Maria Magdalena. Robert Langdon fällt auf die Knie.

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Thematisch handelt es sich bei dem Roman „Sakrileg“ von Dan Brown um eine Mischung aus Kunst, Mystik, Religion und Verschwörungstheorie. Im Grunde geht es um eine Schnitzeljagd, um die Suche nach verborgenen Hinweisen und deren Entschlüsselung. Die von Dan Brown wie Ergebnisse ernsthafter Forschungen dargestellten Zusammenhänge sind in Wirklichkeit rein fiktiv; „Sakrileg“ ist kein Sachbuch, sondern ein Roman [mehr dazu].

Akiva Goldsman (Drehbuch) und Ron Howard (Regie) haben den Trivialroman fürs Kino adaptiert und daraus einen Mainstream-Thriller gemacht. Dabei hielten sie sich mit wenigen Ausnahmen eng an die Buchvorlage. Obwohl die Kritiken vorwiegend negativ waren, spielte der schätzungsweise 125 Millionen Dollar teure Film über 750 Millionen Dollar ein.

Dem Regisseur Ron Howard aber ist überhaupt nichts eingefallen. Er spielt die Geschichte vom Blatt, er lässt die Figuren ununterbrochen reden, erklären, dozieren, laut denken, wie sie es im Buch tun. (Verena Lueken, FAZ, 18. Mai 2006).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

Dan Brown: Sakrileg

Ron Howard: A Beautiful Mind
Ron Howard: The Missing
Ron Howard: Frost / Nixon

John Williams - Butcher's Crossing
"Butcher's Crossing" ist das Gegen­stück zu "Stoner": Der Sohn eines Geistlichen in Boston sucht seinen Weg in der Wildnis. Lakonisch und mit stupender Sachkenntnis schildert John Williams in dem außer­gewöhn­lichen Western eine Büffeljagd um 1873 in einem Hochtal der Rocky Mountains.
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