Khaled Hosseini : Drachenläufer

Drachenläufer

Khaled Hosseini

Drachenläufer

Originalausgabe: The Kite Runner Riverhead, New York 2003 Drachenläufer Übersetzung:Angelika Naujokat, Michael Windgassen Berlin Verlag, Berlin 2003 Taschenbuch: BvT, Berlin 2007 ISBN: 978-3-8333-0562-7, 376 Seiten, 10.50 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Amir und Hassan wachsen zusammen in Kabul auf und verbringen viel Zeit miteinander. Sie sind eng befreundet, obwohl Amirs Vater ein reicher Paschtune ist und Hassans Vater dessen Diener. Als Amir beobachtet, wie Hassan zusammengeschlagen und vergewaltigt wird, läuft er weg, statt ihm beizustehen. Weil er dessen Nähe aufgrund seiner Schuldgefühle nicht länger erträgt, beschuldigt er ihn eines Diebstahls ...
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Kritik

Kritik:
In dem Roman "Drachenläufer" erzählt Khaled Hosseini vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse in Afghanistan zwischen 1962 und 2001 eine farbige, packende und temporeiche Geschichte mit immer neuen Wendungen.
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Kabul 1975. Amir, ein zwölfjähriger Paschtune, lebt mit seinem Vater Baba in einer Villa im Wazir-Akbar-Khan-Viertel der afghanischen Hauptstadt. Seine mit der königlichen Familie verwandte Mutter Sofia Akrami, die an der Universität klassische Farsi-Literatur gelehrt hatte, war bei Amirs Geburt verblutet. Der Witwer brachte es mit seinem Freund und Geschäftspartner Rahim Khan zu einem beträchtlichen Vermögen. Bedient werden Baba und Amir von Ali und dessen Sohn Hassan, die zur Volksgruppe der Hazara gehören und sich von den Paschtunen auch im Glauben unterscheiden, weil sie keine Sunniten, sondern Schiiten sind.

Ali war fünf Jahre alt, als zwei bekiffte Männer seine Eltern totfuhren. Amirs Großvater, ein angesehener Richter in Kabul, holte den Waisenknaben zu sich; er wuchs zusammen mit dem Sohn des Richters auf und wurde dessen Diener.

1943, als Amirs Vater zehn Jahre alt war, brach ein Dieb in das Haus des Richters ein. Der trat dem Kriminellen mutig entgegen, wurde aber von ihm getötet.

Sanaubar, Alis zweite, neunzehn Jahre jüngere Ehefrau, verließ ihre Familie eine Woche nachdem sie Hassan geboren hatte und schloss sich einer vagabundierenden Gruppe von Sängern und Tänzern an.

Amir und Hassan wurden von derselben Amme gestillt. Sie verbringen viel Zeit miteinander, doch abends trennen sich ihre Wege: Während Amir ins Herrenhaus geht, verschwindet Hassan in der Lehmhütte, in der er mit seinem Vater wohnt. Am Morgen bereitet Hassan für Amir das Frühstück zu und macht dessen Bett; er putzt Amirs Schuhe und bügelt dessen Kleidung. Hassan ist zwar Analphabet, aber er lässt sich von Amir gern aus Büchern vorlesen, und der blättert die Seiten oft nur zum Schein um, während er in Wirklichkeit eine selbst erfundene Geschichte erzählt.

Mohammed Sahir Schah (1917 – 2004), der am 8. November 1933 mit neunzehn Jahren den Thron des Königreichs Afghanistan bestiegen hatte, kurte in Italien, als sein Cousin Mohammed Daud Khan (1909 – 1978) am 17. Juli 1973 die Macht an sich riss, den Schah zur Abdankung zwang und in Afghanistan die Republik ausrief.

Assef, dessen Vater, ein Pilot namens Mahmood, mit Amirs Vater befreundet ist, terrorisiert mit seinen beiden Kumpanen Wal und Kamal das Stadtviertel. Weil er ein Paschtune ist, hält er sich für einen Angehörigen einer Herrenrasse und hasst vor allem Hazara wie Hassan. Als Amir und Hassan wieder einmal auf Assef, Wal und Kamal treffen, droht eine Prügelei, aber Hassan hält plötzlich seine Steinschleuder in der Hand und zielt auf Assefs Gesicht, bis dieser zurückweicht. Diese Schmach vergisst Assef nicht.

Zum elften Geburtstag Hassans lässt Amirs Vater einen plastischen Chirurgen aus Neu-Delhi einfliegen, der die Lippenspalte des Jungen operiert.

Ein Sohn wie Amir, der sich mehr für Gedichte als für Sport und Jagd interessiert, ist nicht nach dem Geschmack seines Vaters. Amir leidet darunter, dass Baba unzufrieden mit ihm ist und es manchmal so aussieht, als habe er Hassan lieber als ihn.

Um endlich die Achtung seines Vaters zu gewinnen, will Amir beim Drachenturnier 1975 unbedingt gewinnen. Am Ende ist außer seinem Drachen nur noch einer am Himmel, und es gelingt Amir, die Schnur auch des letzten Gegners durchzutrennen, sodass dessen Drachen zu Boden trudelt. Hassan, der als einer der besten Drachenläufer im Stadtviertel gilt, rennt los, um Amir den kaputten Drachen zu bringen. Nachdem Amir seinen eigenen Drachen eingeholt und die Schnur aufgewickelt hat, sucht er Hassan. In einer Seitengasse entdeckt er ihn. Assef steht mit seinen Kumpanen drohend vor ihm und verlangt die Herausgabe des eroberten Drachens, aber Hassan weigert sich, ihm die Amir versprochene Trophäe zu überlassen. Daraufhin wirft Assef Hassan zu Boden, lässt ihn festhalten und vergewaltigt ihn. Statt ihm beizustehen, sieht Amir zunächst wie versteinert zu und rennt dann fort.

Etwas später bringt ihm Hassan den Drachen, und Amir lässt sich feiern.

Von da an geht er Hassan aus dem Weg. Nach seinem dreizehnten Geburtstag versteckt er etwas Geld und seine neue Armbanduhr unter Hassans Matratze und schwärzt den loyalen Diener bei seinem Vater an. Hassan gibt den gar nicht begangenen Diebstahl sofort zu, denn er weiß, dass Amir sonst endgültig die Achtung seines Vaters verlieren würde. Baba versichert, er verzeihe Hassan, aber Ali erklärt ihm, er werde mit Hassan fortgehen und lässt sich von Baba, der darüber in Verzweiflung gerät, nicht umstimmen.

Am 27. April 1978 fällt Mohammed Daud Khan einem kommunistischen Staatsstreich zum Opfer. Und im Dezember 1979 beginnt mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan ein zehn Jahre dauernder Stellvertreterkrieg zwischen der UdSSR und den USA.

Baba und Amir verlassen Kabul 1981 mit weiteren Flüchtlingen auf einem Kleinlastwagen. Der Menschenschmuggler Karim, der von ihnen eine Menge Geld bekommen hat, fährt sie nach Jalalabad. Dort wartet angeblich sein Bruder Toor mit einem größeren LKW auf sie, um sie über den Khyberpass nach Peschawar in Pakistan zu bringen.

Unterwegs werden sie von einem russischen Soldaten angehalten. Karim steckt ihm Geld zu, aber als der Russe die junge Frau auf dem Lastwagen entdeckt, verlangt er eine halbe Stunde mit ihr. Amirs Vater protestiert dagegen und riskiert sein Leben, um die Frau zu beschützen. Der Russe zieht seine Pistole und richtet sie auf Baba. Gerade als er abdrückt, reißt ihm ein Vorgesetzter den Arm weg und entschuldigt sich bei den Flüchtlingen. So mutig wäre Amir gern auch gewesen, als Hassan seine Hilfe benötigte.

In Jalalabad behauptet Karim, der LKW seines Bruders werde gerade repariert. Doch in dem Kellerversteck, in das er die Neuankömmlinge bringt, warten andere Flüchtlinge aus Kabul bereits seit zwei Wochen auf die Weiterfahrt: Obwohl Karim wusste, dass Toors Fahrzeug nicht zur Verfügung steht, brachte er die Menschen her, um sie abkassieren zu können. Nach einer weiteren Woche geht es doch weiter, und zwar im leeren Tanklastzug eines Cousins von Karim. Weil sich im Inneren des Tanks noch Gase befinden, erstickt ein Junge, dessen Mutter drei Monate zuvor von einer verirrten Kugel getötet wurde, und sein Vater erschießt sich aus Verzweiflung, als er merkt, dass sein Sohn tot ist.

In Fremont, Kalifornien, findet Baba Arbeit in einer Tankstelle.

Amir besteht 1983 die Abschlussprüfung der Highschool und schreibt sich im Junior College für Creative Writing ein.

Zwei Jahre später erkrankt sein Vater, und bei den Untersuchungen im Bezirkskrankenhaus von San Jose wird bei ihm ein weit fortgeschrittenes, nicht mehr operierbares Haferzellkarzinom diagnostiziert. Sein letzter Dienst für Amir besteht darin, für ihn bei dem ebenfalls aus Afghanistan emigrierten General Iqbal Taheri um die Hand seiner einzigen Tochter Soraya anzuhalten. Taheri nimmt den Antrag an. Soraya gibt Amir zu bedenken, dass sie keinen guten Ruf habe, weil sie als Achtzehnjährige von zu Hause weglief, einen Monat mit einem Mann zusammenlebte und Drogen nahm. Es schmerzt Amir, dass Soraya im Gegensatz zu ihm nicht sexuell unerfahren in die Ehe gehen wird, aber er liebt sie.

Nach der Hochzeit beginnt er, an der San Jose State University Englisch zu studieren und arbeitet nebenher als Wachmann in einem Möbellager. Soraya fängt im Jahr darauf an derselben Hochschule mit einem Studium fürs Lehramt an, denn sie möchte nach dem Vorbild ihrer Mutter Jamila Lehrerin werden.

1989 veröffentlicht Amir seinen ersten Roman und legt mit dem Erfolg die Grundlage für eine Karriere als Schriftsteller.

Zu ihrem großen Bedauern bekommen Amir und Soraya keine Kinder, und die Ärzte, von denen sie sich untersuchen lassen, finden keine medizinische Erklärung dafür.

Von dem Vorschuss, den Amir für seinen zweiten Roman erhält, kauft er ein viktorianisches Haus in San Francisco. Während er weiter schreibt, wird Soraya Lehrerin.

Im Juni 2001 bittet ihn Rahim Khan – der Freund und Geschäftspartner seines verstorbenen Vaters –, zu ihm nach Pakistan zu kommen. Er sei schwer krank, habe nicht mehr lang zu leben und müsse noch etwas mit ihm besprechen. Amir ahnt, dass Rahim Khan über seinen Verrat an Hassan Bescheid weiß. Er fliegt nach Peschawar.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Rahim Khan erzählt ihm, er sei 1981 in das verwaiste Haus von Baba und Amir gezogen, um darauf aufzupassen. Zunächst hoffte er auf die Rückkehr der beiden, doch dann erfuhr er von Babas Tod im amerikanischen Exil. Da ertrug er die Einsamkeit nicht länger, reiste 1986 in den Hazarajat und suchte nach Hassan. Er fand ihn in einem Dorf bei Bamiyan. Hassan war inzwischen mit einer Hazara verheiratet, die Farzana hieß. Sein Vater Ali und ein Verwandter, dem das Haus gehört hatte, in dem Hassan und Farzana wohnten, waren zwei Jahre zuvor auf eine Mine getreten und ums Leben gekommen. Als Hassan erfuhr, dass Amirs Vater gestorben war, folgte er der Bitte seines Besuchers und zog mit Farzana zu ihm in das zur gleichen Zeit von den Taliban besetzte Kabul.

Dort brachte Farzana 1990 ihren Sohn Suhrab zur Welt.

Während Rahim Khan wegen seiner Krankheit in Peschawar behandelt wurde, wollten die Taliban die Hazara-Familie von dem prächtigen Anwesen vertreiben, das Amirs Vater gehört hatte. Weil Hassan sich nicht fügte, zerrten sie ihn ins Freie und befahlen ihm, sich hinzuknien, und als Farzana daraufhin schreiend herausgelaufen kam, erschossen sie nicht nur ihn, sondern auch sie. Den verwaisten Suhrab brachten sie in ein Waisenhaus.

Nun erwartet Rahim Khan von Amir, dass er den Jungen dort herausholt und nach Peschawar bringt. Hier werde ihn das kinderlose Ehepaar Thomas und Betty Caldwell wie einen eigenen Sohn aufnehmen. Amir möchte das Risiko nicht eingehen, aber als Rahim Khan ihn darüber aufklärt, dass Hassan nicht Alis, sondern Babas Sohn war, ändert er seine Meinung.

Bevor er sich von dem Tadschiken Farid nach Kabul fahren lässt, besorgt er sich einen künstlichen Vollbart, wie ihn die Männer in Afghanisan seit dem Beginn der Taliban-Herrschaft tragen müssen.

Der Leiter des überfüllten Waisenhauses in Kabul misstraut Amir zunächst, aber dann gesteht er zögernd, dass er einflussreichen, mit den Taliban kooperierenden Paschtunen von Zeit zu Zeit eines der Kinder überlassen müsse, um das Waisenhaus weiterführen zu können. Suhrab sei seit einem Monat bei einem der Machthaber, den Amir am nächsten Tag im Ghazi-Stadion an seiner Sonnenbrille erkennen werde.

Amir und Farid mischen sich unter die Zuschauer eines Fußballspiels im Ghazi-Stadion. In der Pause nach der ersten Halbzeit fahren dunkle Limousinen auf. Ein weiß gekleideter Mann mit Sonnenbrille überwacht die Steinigung eines ehebrecherischen Paares. Nachdem die Leichen der beiden abtransportiert wurden, geht das Fußballspiel weiter.

Ein Adjutant des offensichtlich wichtigen Mannes mit der Sonnenbrille gibt Amir einen Termin für den folgenden Tag.

Der Mann mit der Sonnenbrille lässt sich nicht täuschen: Er reißt Amir den künstlichen Bart ab. Eingeschüchtert fragt Amir nach Suhrab. Man führt den Elfjährigen herein, und er muss tanzen. Erst jetzt erkennt Amir den Mann: Es handelt sich um Assef! Der hat sich sofort an ihn erinnert. Er befiehlt den Wachen, den Raum zu verlassen, draußen zu warten und nicht auf Kampfgeräusche zu achten. Dann schlägt er Amir zusammen. Um Amirs Leben zu retten, holt Suhrab seine Steinschleuder heraus, zielt auf Assefs Gesicht und fleht ihn an, von dem wehrlos am Boden Liegenden abzulassen. Assef will den Jungen packen, doch bevor ihm das gelingt, schießt dieser ihm ein Auge aus. In dem Chaos entkommen Amir und Suhrab. Draußen wartet Farid mit seinem Wagen auf sie.

In einem Krankenhaus in Peschawar kommt Amir einige Tage später wieder zu sich. Dr. Armand Faruqi erklärt ihm, wie er eingeliefert wurde: mit einem Milzriss, sieben gebrochenen Rippen, gespaltener Oberlippe, einer Orbitalfraktur, einem zertrümmerten Kiefer, zahlreichen Hämatomen und Hautverletzungen. Es wird Wochen dauern, bis er wieder feste Nahrung zu sich nehmen kann.

Der todkranke Rahim Khan hat Peschawar inzwischen mit unbekanntem Ziel verlassen, und es stellt sich heraus, dass es in der Stadt nie einen Thomas Caldwell oder eine Betty Caldwell gegeben hat. Amir bleibt nichts anderes übrig, als den Sohn seines Halbbruders mit nach Islamabad zu nehmen. Er klärt ihn über ihr Verwandtschaftsverhältnis auf und fragt ihn, ob er mit nach Amerika kommen wolle. Der Gedanke, weit entfernt von der Heimat zu leben, macht Suhrab Angst, aber das Wichtigste ist für ihn, dass er nie wieder in ein Heim muss, und er lässt es sich von Amir versprechen.

Endlich kann Amir seine Frau in San Francisco anrufen, die sich längst Sorgen um ihn gemacht hat. Nach fünfzehn Jahren Ehe erzählt er ihr endlich, was ihn die ganze Zeit über quälte und kündigt an, seinen Neffen mitzubringen.

In der US-Botschaft macht man Amir jedoch klar, dass es aussichtslos sei, einen Adoptionsantrag zu stellen, denn er könne seine Verwandtschaft mit dem Kind nicht belegen und ohne Vorlage der Sterbeurkunden von Suhrabs Eltern sei nicht einmal erwiesen, dass es sich bei dem Jungen um einen Waisen handelt. Der verständnisvolle Rechtsanwalt Omar Faisal hält es deshalb für erforderlich, Suhrab erst einmal in einem Waisenhaus in Islamabad unterzubringen. Dann ließe sich vielleicht etwas machen, meint er.

Als Suhrab das hört, ist er entsetzt. Amir telefoniert mit Soraya. Sie sprach inzwischen mit einem Bekannten, der Freunde bei der Einwanderungsbehörde hat. Er schlug vor, den Jungen mit einer auf ein Jahr befristeten Aufenthaltserlaubnis in die USA zu bringen. Sobald er erst einmal im Land sei, lasse sich die Adoption leichter durchsetzen. Die gute Nachricht will Amir sofort Suhrab weitergeben, doch der Junge liegt ohnmächtig in der Badewanne: Er hat sich mit einer Rasierklinge die Pulsadern aufgeschnitten.

Den Ärzten gelingt es, Suhrab zu reanimieren.

Im August 2001 kann Suhrab das Krankenhaus verlassen, und Amir fliegt mit ihm nach San Francisco, wo Soraya sie vom Flughafen abholt.

General Iqbal Taheri hat große Bedenken, denn über einen Hazara in der Familie werden die Leute reden. Unerschrocken klärt Amir seinen Schwiegervater darüber auf, dass es sich bei Suhrab um seinen Neffen handelt.

Nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 beschuldigt die US-Regierung das Taliban-Regime in Afghanistan, das Terror-Netzwerk al-Quaida zu unterstützen. Am 7. Oktober beginnen die USA, Afghanistan zu bombardieren. Bis zum Jahresende erobern sie die Hauptstadt Kabul, Kandahar und Kunduz. Das Taliban-Regime bricht zusammen.

Seit seinem Selbstmordversuch hat Suhrab kein Wort mehr gesprochen; er spielt mit keinen anderen Kindern und bleibt teilnahmslos, obwohl Amir und Soraya sich viel Mühe geben.

Im März 2002 besuchen sie mit ihm ein Fest von afghanischen Einwanderern im Lake Elizabeth Park in Fremont. Dort findet auch ein Drachenwettbewerb statt. Amir kauft einen Drachen, und weil Suhrab kein Interesse daran zeigt, lässt er ihn selbst steigen. Als es ihm gelungen ist, die Schnur eines Gegners durchzutrennen, fragt er Suhrab, ob er ihm den besiegten Drachen holen soll. Da glaubt er, ein kaum merkliches Lächeln im Gesicht des Jungen wahrzunehmen. Voller Hoffnung rennt er los, um Suhrab den Drachen zu bringen.

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In dem Roman „Drachenläufer“ erzählt Khaled Hosseini vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse in Afghanistan, was ein 1962 geborener Paschtune bis 2001 erlebt. Es geht um Freundschaft, Treue und Verrat, Schuld und Verantwortung, Korruption, Opportunismus und Rassismus. Immer wieder erfahren wir durch das Geschehen etwas vom Leben der afghanischen Bevölkerung unter Mohammed Sahir Schah, während des Stellvertreterkriegs der UdSSR und der USA in Afghanistan und unter dem Taliban-Regime. Khaled Hosseini geht zwar nicht weiter auf die politischen Zusammenhänge ein, aber „Drachenläufer“ ist ja auch weniger ein gesellschaftskritisches Buch als ein farbiger, dramatischer, spannender und temporeicher Roman. Ein durch und durch böser Schurke wirkt ebenso klischeehaft wie ein bedingungslos loyaler Diener, und sprachlich ist „Drachenläufer“ auch nicht gerade ein Meisterwerk, aber das vergisst man beim Lesen aufgrund der Fabulierlaune von Khaled Hosseini, dem immer wieder neue Wendungen und Spiegelungen einfallen.

Marc Forster verfilmte den Roman von Khaled Hosseini: „Drachenläufer“.

Khaled Hosseini wurde am 4. März 1965 in Kabul geboren. Seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte an einer Highschool für Mädchen. Als sein Vater, ein afghanischer Diplomat, 1976 an die Botschaft seines Landes in Paris versetzt wurde, zog er mit seiner Familie dorthin. Vier Jahre später sollte er nach Kabul zurückkehren, doch wegen der sowjetischen Invasion in Afghanistan zog er es vor, mit seiner Frau und den fünf Kindern in die USA zu emigrieren. Khaled Hosseini studierte in San Diego Medizin und promovierte 1993. Nach einer Facharzt-Prüfung am Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles begann er 1996, als Internist zu praktizieren. 2003 veröffentlichte er seinen Debütroman: „Drachentöter“, von dem bisher (Ende 2007) 7 Millionen Exemplare verkauft wurden. 2007 erschien der zweite Roman des aus Afghanistan stammenden Schriftstellers: „Tausend strahlende Sonnen“.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

Marc Forster: Drachenläufer

Leon de Winter - Malibu
"Malibu" ist eine flott geschriebene Mischung aus Familiendrama, Psycho- und Politthriller. Leon de Winter versteht es sehr gut, die Leser in seinen Bann zu ziehen, Mitgefühl zu evozieren und Spannung aufzubauen.

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