Holger Meins


Holger Meins wurde am 26. Oktober 1941 als eines von drei Kindern des Kaufmanns Wilhelm Julius Meins (1907 – 1986) und seiner Ehefrau Paula Elsa (1909 – 1966) in Hamburg geboren.

Im Herbst 1961 ließ er sich als Kriegsdienstverweigerer anerkennen. Nach dem Abitur im Januar 1962 studierte er zunächst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg-Lerchenfeld, danach ab September 1966 an der neu gegründeten Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin.

Am 2. Juni 1967 gehörte Holger Meins zu den Demonstranten gegen den Staatsbesuch des Schahs von Persien, Mohammed Resa Pahlawi, und seiner Ehefrau Farah Diba in Berlin. Als dabei ein Polizeibeamter den Demonstranten Benno Ohnesorg aus nächster Nähe erschoss, kam es zu einer Radikalisierung der „Außerparlamentarischen Opposition“ (APO), der sich auch Holger Meins zurechnete. Weil sie das Rektorat der Deutschen Film- und Fernsehakademie besetzt hatten, wurden Holger Meins und siebzehn seiner Kommilitonen – darunter Gerd Conradt und Harun Farocki – am 27. November 1968 relegiert. Im September 1969 zog Holger Meins in die berühmte „Kommune 1“ in Berlin, und im Jahr darauf schloss er sich unter dem Decknamen Rolf der RAF an, die im Mai 1972 Bombenanschläge in Frankfurt am Main, Augsburg, München, Karlsruhe, Hamburg und Heidelberg verübte.

Polizisten mit kugelsicheren Westen verhafteten am 1. Juni 1972 Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe in Frankfurt am Main vor laufenden Fernsehkameras: Um 5.50 Uhr stiegen die Gesuchten aus einem Porsche. Jan-Carl Raspe wurde als Erster überwältigt.

Die beiden anderen Terroristen verschanzten sich in einer Garage. Obwohl sie nicht wussten, dass die Polizei in der Nacht den eimerweise dort deponierten Sprengstoff gegen Knochenmehl vertauscht hatte, rauchten sie und schossen auf die Beamten, die Tränengasgranaten in die Garage warfen. Ein Scharfschütze traf Andreas Baader in den Oberschenkel. Er stürzte und schrie. Holger Meins kam mit erhobenen Händen aus dem Unterschlupf, musste sich bis auf die Unterhose ausziehen und abführen lassen. Danach wurde Andreas Baader an Händen und Füßen aus der Garage gezerrt.

Holger Meins befand sich anfangs in Bochum, dann in Koblenz und zuletzt in Wittlich in Haft. Mit Hungerstreiks protestierten Holger Meins und die anderen RAF-Häftlinge gegen ihre Haftbedingungen. Der erste dauerte vom 17. Januar bis 20. Februar 1973, der zweite vom 8. Mai bis 29. Juni 1973, der dritte begann am 13. September 1974. Obwohl man Holger Meins zwangsweise ernährte, magerte er auf 39 Kilogramm ab (bei 1,86 Meter Körpergröße) und starb am 9. November 1974. Seine Leiche wurde am 18. November 1974 in Hamburg-Stellingen beigesetzt.

© Dieter Wunderlich 2004

Gerd Conradt: Starbuck Holger Meins
RAF. „Baader-Meinhof-Bande“
Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex
Uli Edel: Der Baader Meinhof Komplex

Andreas Baader (Kurzbiografie)
Gudrun Ensslin (Kurzbiografie)
Ulrike Meinhof (Kurzbiografie)
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Mehr als 50 Exlibris hat Dörthe Emig-Herchen für einen Kalender unter dem Titel "LesenLesenLesen. Der Exlibris-Kalender für Bücherfreunde 2012" zusammengestellt.
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