Rose

Rose

Rose

Originaltitel: Rose – Regie: Alain Gsponer – Drehbuch: Alex Buresch – Kamera: Matthias Fleischer – Schnitt: Mike Schaerer – Musik: Marius Lange – Darsteller: Corinna Harfouch, Jürgen Tonkel, Volker Bruch, Jacob Matschenz, Torben Liebrecht, Harald Schrott, Tom Lass, Tino Mewes, Anna Schudt, Jennifer Frank, Lilly Maria Tschörtner, Christian Schneller, Amelie Menges, Detlef Bothe, Angelika Fink, Jürg Schlachter, Anton Koebl, Stefan Lehnen, Gerhard Wittmann u.a. – 2005; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Rose ist Anfang vierzig. Seit sie sich vor 12 Jahren von ihrem Mann Jürgen trennte, zog sie ihre drei Söhne allein auf. Bernd, Axi und Stan sind sehr verschieden. Die meisten Sorgen macht Stan, der Jüngste, der in ein paar Tagen 18 wird, denn statt sich aufs Abitur vorzubereiten, schwänzt er die Schule und hängt mit Kiffern herum. Unerwartet taucht Jürgen auf und beantragt ausgerechnet in der Bank, in der Axi eine Ausbildung macht, einen Kredit, ohne seinen Sohn zu erkennen ...
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Kritik

Corinna Harfouch macht "Rose" durch die überzeugende Darstellung der widersprüchlichen Titelfigur zur Charakterstudie.

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Rose (Corinna Harfouch) ist Anfang vierzig. Als sie halb so alt war, gehörte sie in Frankfurt am Main zur linken Szene und war dabei, wenn Häuser besetzt wurden. Aber die Selbstverwirklichung ist ihr am Ende doch nicht so gelungen, wie sie sich das vorgestellt hatte: Vor zwölf Jahren trennte sie sich von ihrem Ehemann Jürgen (Jürgen Tonkel) und zog mit den drei Söhnen in das verwaiste Elternhaus in der ungeliebten Kleinstadt, in der sie geboren wurde. Das Geld für den Lebensunterhalt verdient sie mit dem Schreiben von Groschenromanen.

Bernd (Torben Liebrecht) trägt bereits zum Haushaltseinkommen bei: Der Dreiundzwanzigjährige arbeitet tagsüber in einem Kopierladen und abends hinter dem Tresen einer Kneipe. Dass der zwei Jahre jüngere Axi (Volker Bruch) eine Banklehre macht, hält Rose für eine Art Rebellion gegen ihre eigene Unangepasstheit. Mehr Sorgen macht ihr allerdings der jüngste Sohn, Konstantin („Stan“ – Jacob Matschenz), der in wenigen Tagen seinen achtzehnten Geburtstag feiert und nur noch ein Jahr bis zum Abitur hätte – wenn er nicht ständig die Schule schwänzen und mit Kiffern wie dem Nachbarjungen Klaus herumhängen würde. „Wenn er revoltieren will, soll er es doch machen wie Axi“, schimpft Rose. „Der nervt auch, aber verdient wenigstens Geld dabei.“

Seit zwei Wochen hat Rose einen neuen Liebhaber, den Fotografen Gerhard (Harald Schrott), aber sie weiß noch nicht, ob sie sich auf ein längeres Verhältnis mit ihm einstellen soll, denn sie will sich in ihrer Freiheit nicht einengen lassen und klagt: „Du klammerst, bevor unsere Beziehung begonnen hat.“

Eines Tages, als Rose mit ihrer Freundin Petra durch den Ort fährt, entdeckt sie ihren Ex-Mann Jürgen. Vor Schreck verursacht sie beinahe einen Verkehrsunfall. Was sucht der hier? Wieso ist er nicht in Frankfurt? Auf keinen Fall will Rose mit ihm reden.

Ausgerechnet in der Bank, in der Axi beschäftigt ist, fragt Jürgen Weber nach einem Kredit. Er betreibt in Frankfurt eine Diskothek und benötigt zusätzliches Geld. Axi erkennt seinen Vater anhand der Unterlagen, aber Jürgen ahnt nicht, wen er vor sich hat. Der zuständige Kreditberater vertraut die Bearbeitung des Antrags dem Auszubildenden an, und obwohl Axi klar ist, dass man ihn entlassen kann, wenn bekannt wird, dass er einem Familienmitglied einen Kredit gewährt hat, klärt er die Situation nicht auf.

Bei einer Party kreuzen sich die Wege von Rose und Jürgen. Ungewollt verrät Rose ihrem Ex-Mann, wer sein Kreditberater ist.

Kurz darauf will Jürgen seine frühere Familie besuchen. Vor dem Haus trifft er auf Klaus, der gerade wieder kifft. Jürgen hält ihn für seinen jüngsten Sohn und gibt sich verständnisvoll. Klaus befürchtet, einen Verrückten vor sich zu haben, bis Stan dazukommt und sich die Missverständnisse aufklären. Stan ist begeistert, als sein Vater ihn ans Steuer seines Spiders lässt, obwohl er noch keinen Führerschein hat. Da er davon träumt, DJ zu werden, findet er es gut, dass Jürgen in Frankfurt eine Diskothek hat und bereit ist, ihn dort zu beschäftigen.

Stan gibt seinem Schulfreund Tom (Tom Lass) etwas von seinem Marihuana ab. Als Toms Eltern es finden, beschweren sie sich bei Rose. Kurz darauf rückt ein halbes Dutzend Polizisten bei Rose und ihren Söhnen an, um das Haus nach Drogen zu durchsuchen.

Verzweifelt läuft Rose zu Petra. Die versucht, ihre Freundin an der Tür abzuwimmeln. Deshalb argwöhnt Rose, Petra betrüge sie mit Gerhard und stürmt in die Wohnung. Dort überrascht sie jedoch nicht Gerhard, sondern ihren Sohn Bernd. Nun weiß Rose, warum Bernds Freundin Sonia neulich weinte. Petras Ehemann gehört der Kopierladen, in dem Bernd arbeitet. Als er herausfindet, dass Bernd eine Affäre mit seiner Frau hat, prügelt er sich mit seinem Rivalen.

Jürgen bekommt den Kredit. Das feiert er mit Axi. Dabei erzählt er seinem Sohn, Rose habe ihn damals wegen eines italienischen Gitarristen namens Angelo verlassen. In der Nacht nimmt Axi seinen ebenfalls betrunkenen Vater mit nach Hause.

Am Morgen wollen Rose und Gerhard Stan zum Geburtstag gratulieren, doch in dessen Bett liegt Jürgen.

Eine Stunde später meldet Stan sich telefonisch. Er verbrachte die Nacht mit Klaus im Wald. Sein Freund hatte ihm zum Geburtstag psychedelische Pilze schenken wollen, aber er nahm sie nicht an. Daraufhin aß Klaus etwas davon, und nun turnt er wie ein irre gewordener Tarzan in den Bäumen herum. Stan fühlt sich verantwortlich für seinen Freund, weiß aber nicht, was er tun soll und bittet seine Mutter um Hilfe. Die meint, er sei alt genug, das Problem selbst zu lösen, aber Jürgen fährt mit Bernd sofort los, um Stan beizustehen. Rose, Gerhard und Axi folgen ihnen. Klaus läuft nackt durch den Wald und springt in den See. Stan holt ihn heraus und wickelt ihn in eine Decke.

Am nächsten Morgen kommen Axi und seine Kollegin Verena verspätet in die Bank, weil sie sich im Parkhaus erst noch küssen.

Seit Tagen vermisste Rose ihre Katze. Nun ist sie wieder da. Und unter einem Sofa entdeckt Rose einen Wurf kleiner Miezen. Rose ist nicht begeistert darüber, doch irgendwie wird sie den Zuwachs schon durchbringen.

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In dem Familiendrama „Rose“ loten Alex Buresch (Drehbuch) und Alain Gsponer (Regie) die Beziehungen einer allein erziehenden Mutter mit ihren drei sehr verschiedenen Söhnen aus. Rose, die früher zur linken Szene gehörte, musste zwar auf die Verwirklichung ihrer Ideale verzichten, gibt jedoch die Absicht nicht auf, ein eigenständiges Leben zu führen. Corinna Harfouch stellt die Widersprüche im Leben dieser Frau mit Ecken und Kanten sehr überzeugend dar und macht aus „Rose“ eine Charakterstudie.

Die Handlung drängt nicht stringent auf einen dramaturgischen Höhepunkt zu, sondern setzt sich mehr oder weniger aus einer Folge von teilweise auch komischen Episoden zusammen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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