Bright Star

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Bright Star

Bright Star. Meine Liebe. Ewig – Originaltitel: Bright Star – Regie: Jane Campion – Drehbuch: Jane Campion, nach "Keats. A Biography" von Andrew Motion – Kamera: Greig Fraser – Schnitt: Alexandre de Franceschi – Musik: Mark Bradshaw – Darsteller: Abbie Cornish, Ben Whishaw, Paul Schneider, Kerry Fox, Edie Martin, Thomas Sangster, Claudie Blakley, Gerard Monaco, Antonia Campbell-Hughes, Samuel Roukin, Amanda Hale u.a. – 2009; 115 Minuten

Inhaltsangabe

Ende 1818 verliebt sich die 18-jährige Fanny Brawne in den fünf Jahre älteren John Keats, der ihre Gefühle erwidert, obwohl sich der mittellose Dichter keine Hoffnung auf eine Eheschließung machen kann. Fannys Mutter und John Keats' Freund versuchen, die beiden Liebenden auseinanderzubringen, aber es gelingt ihnen nicht. Die Beziehung endet erst, als John Keats an Tuberkulose erkrankt, seine Freunde befürchten, dass er noch einen Winter in London nicht überleben würde und er deshalb 1820 nach Rom reist ...
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Kritik

"Bright Star" ist kein Biopic. Jane Campion konzentriert sich auf die letzten gut zwei Lebensjahre von John Keats und erzählt eine auf Tatsachen basierende tragische Liebesgeschichte. Fesselnd sind v. a. die wie Gemälde wirkenden Bildtableaus.
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Die 18-jährige Fanny Brawne (Abbie Cornish) lebt 1818 mit ihren jüngeren Geschwistern Samuel (Thomas Sangster) und Toots (Edie Martin) und ihrer verwitweten Mutter (Kerry Fox) in London. Sie schneidert ihre Kleider selbst und stickt auch sehr gern. Weil Fanny erfahren hat, dass Charles Brown (Paul Schneider), der Autor der komischen Oper „Narensky or The Road to Yaroslaf“, sich abfällig über ihre Näh- und Stickarbeiten geäußert hat, verweigert sie ihm den Handschlag, als sie ihm begegnet. Aber sie interessiert sich für seinen Freund, den erfolglosen Dichter John Keats (Ben Whishaw) und schickt ihre Geschwister zum Buchhändler (Roger Ashton-Griffiths), damit sie ihr dessen episches Gedicht „Endymion“ besorgen. Das meiste davon gefällt ihr nicht besonders, aber vom Anfang ist sie begeistert und sie glaubt deshalb an das außergewöhnliche Talent des 23-Jährigen.

John Keats pflegt seinen tuberkulosekranken Bruder Tom (Olly Alexander), bis dieser Anfang Dezember stirbt. Danach zieht er als Gast zu seinem Freund Charles Brown, der eine Hälfte des ihm gehörenden Hauses „Wentworth Place“ im Londoner Vorort Hampstead bewohnt und die andere an Maria und Charles Dilke (Claudie Blakley, Gerard Monaco) vermietet hat.

Fanny überredet ihre Mutter, John Keats zu einem Weihnachtsbesuch einzuladen und erreicht, dass er sich bereit erklärt, sie in der Dichtkunst zu unterrichten. Charles Brown findet das lächerlich, und John Keats begreift schließlich auch, dass Poesie nicht gelehrt werden kann.

Als Charles Brown sich einen Spaß daraus macht, der jungen Frau eine Valentinskarte zu schicken, reagiert John Keats eifersüchtig. Er hat sich in Fanny verliebt, doch obwohl sie seine Gefühle erwidert, kann er wegen seiner Mittellosigkeit nicht auf eine gemeinsame Zukunft hoffen.

Maria und Charles Dilke ziehen Anfang April 1819 mit ihrem Sohn (Alfred Harmsworth) aus und überlassen die Haushälfte Fannys Mutter, die sich dort mit ihren Kindern einrichtet. Fanny und der Dichter sehen sich nun jeden Tag.

Während die beiden Männer längere Zeit verreist sind, wartet Fanny sehnsüchtig auf Briefe ihres Geliebten.

Nach seiner Rückkehr küsst John Keats Fanny im Wald und steckt ihr einen Ring seiner Mutter an den Finger. Maria Dilke und Fannys Mutter sind alarmiert, als sie den Ring entdecken, aber Fanny beteuert, es handele sich nicht um einen Verlobungsring. Die beiden Damen weisen Fanny darauf hin, dass sich der bettelarme Dichter keine Ehe leisten könne. Sie raten ihr zu mehr Distanz gegenüber John Keats, denn das Getuschel über eine Beziehung zwischen Fanny und ihrem Nachbarn halte geeignete Kandidaten davon ab, um sie zu werben.

Weil sein Mantel löchrig ist, macht sich John Keats ohne das Kleidungsstück auf den Weg nach London. Auf der Rückfahrt findet er nur einen Platz an der Außenseite der Kutsche, und darüber hinaus gerät er in ein Gewitter. Durchnässt und durchfroren trifft er in „Wentworth Place“ ein. Weil er Blut hustet, ruft sein Freund einen Arzt. Offenbar ist John Keats an Tuberkulose erkrankt.

Abigail (Antonia Campbell-Hughes), das neue Dienstmädchen der Familie Brawne, wird von Charles Brown geschwängert. Er ist bereit, Unterhalt für das Kind zu zahlen, doch um das Geld aufbringen zu können, muss er auch die von ihm bewohnte Hälfte des Hauses vermieten. John Keats bringt er in einem kleinen, kalten und feuchten Zimmer in London unter.

Freunde befürchten, dass der Kranke den Londoner Winter in der zugigen Wohnung nicht überleben würde. Sie drängen ihn deshalb, nach Italien zu reisen und legen für die Schiffskarte zusammen.

Als John Keats Fanny in „Wentworth Place“ besuchen möchte, aber vor dem Haus zusammenbricht, rufen die Brawnes den Arzt. Fanny überredet ihre Mutter, den Schwerkranken bis zu seiner Abreise aufzunehmen. Mrs Brawne sorgt sich um den Ruf ihrer Tochter und stimmt schließlich einer Verlobung der beiden jungen Leute zu, damit es kein Gerede gibt. Die Hochzeit soll nach John Keats‘ Rückkehr aus Italien stattfinden.

Kurz vor seiner Abreise im September 1820 bietet Fanny sich John Keats an, aber er weiß, dass er sie nicht heiraten kann und sagt: „Ich habe ein Gewissen.“

Der Maler Joseph Severn (Samuel Barnett) begleitet seinen Freund John Keats nach Rom und pflegt ihn dort.

Im Frühjahr 1821 überbringt Charles Brown Fanny und ihrer Mutter die Nachricht vom Tod des Dichters.

Fanny Brawne näht sich ein Trauerkleid und schneidet sich das Haar kurz. Gedichte von John Keats rezitierend wandert sie durch die Gegend.

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Der Film „Bright Star. Meine Liebe. Ewig“ von Jane Campion basiert auf dem 1997 von Andrew Motion veröffentlichten Buch „Keats. A Biography“.

„Bright Star. Meine Liebe. Ewig“ ist allerdings weder Biopic noch Künstlerporträt. Jane Campion konzentriert sich ganz auf die letzten gut zwei Jahre im Leben des Dichters John Keats (1818 bis 1821) und erzählt eine in den Grundzügen den Tatsachen entsprechende tragische Liebesgeschichte.

Ein bettelarmer Poet und ein Mädchen aus der Mittelschicht verlieben sich, obwohl es keine gemeinsame Zukunft für sie geben kann, und dann stirbt der Blut hustende Dichter auch noch im Alter von 25 Jahren an Schwindsucht – das wäre ein Stoff für ein sentimentales, pathetisches Melodram, aber Jane Campion vermeidet Pathos und Rührseligkeit. Auch die Musikuntermalung bleibt dezent.

„Bright Star. Meine Liebe. Ewig“ zeigt das Geschehen aus der Perspektive von Fanny Brawne, die von Abbie Cornish facettenreich dargestellt wird. Jane Campion lässt sich viel Zeit, die Handlung zu entwickeln. Es gibt Längen, aber immer wieder fesseln Bildtableaus, die wie Gemälde aussehen, den Zuschauer. Zu diesen perfekt gestalteten und ausgeleuchteten Bildern gehören auch die Kostüme, die Janet Patterson eine „Oscar“-Nominierung einbrachten.

Die Dreharbeiten für „Bright Star. Meine Liebe. Ewig“ fanden im April/Mai 2008 fast ausschließlich in Hyde/Bedfordshire statt. Für die nur wenige Sekunden lange Sequenz an der Spanischen Treppe in Rom wurde das ganze Viertel für Passanten gesperrt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013

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