Britney Spears


Britney Spears wurde am 2. Dezember 1981 in der Kleinstadt McComb, Mississippi, geboren und wuchs in Kentwood, Louisiana, auf. Der Vater James Parnell Spears war Bauunternehmer; die Mutter Lynne Irene hatte bis zur Geburt ihres ersten Kindes, des Sohnes Bryan, im Jahr 1977 als Lehrerin gearbeitet. Am 4. April 1991 bekamen Bryan und die inzwischen neun Jahre alte Britney noch eine Schwester mit dem Namen Jamie Lynn.

Lynne Spears förderte das Talent ihrer älteren Tochter fürs Singen und Tanzen von klein auf. Schon als Kind sang Britney Spears im Chor der Baptistengemeinde und trat bei örtlichen Tanzvorführungen auf. Als sie acht Jahre alt war, wurde sie von ihrer Mutter zu einem Casting für die Fernsehsendung »The Mickey Mouse Club« angemeldet, aber die Juroren hielten das Mädchen noch für zu jung. Daraufhin reiste Lynn Spears mit ihrer Tochter nach New York und meldete sie an der »Professional Performing Arts School« an. Während der dreijährigen Ausbildung stand Britney Spears 1991 in dem Musical »Ruthless!« am Broadway auf der Bühne; sie nahm an der Casting-Fernsehshow »Starsearch« teil, wurde für mehrere Werbespots unter Vertrag genommen und erhielt mit elf doch noch das angestrebte Engagement als »Mickey Mouse«-Moderatorin. Erst als Disney die Sendung zwei Jahre später absetzte, kehrten Mutter und Tochter zur Familie in Kentwood zurück, wo Britney noch ein Jahr lang die Highschool besuchte.

Mit siebzehn flog Britney Spears nach Schweden und nahm dort ihr erstes Album auf, das im Januar 1999 herauskam: »… Baby One More Time«. Damit gelangte die bis dahin unbekannte Sängerin über Nacht auf den 1. Platz der Charts in den USA, und die gleichnamige Single wurde auch in Deutschland und vielen anderen Ländern ein Top-Hit. Außerdem kam Britney Spears ins Guinness-Buch der Rekorde, weil noch kein jugendlicher Star so viele Platten verkauft hatte wie sie mit ihrem Debütalbum: 28 Millionen Exemplare.

Der Erfolg des zweiten Albums im Jahr darauf – »Oops! … I Did It Again« – war mit 24 Millionen verkauften Exemplaren vergleichbar.

Innerhalb von kurzer Zeit kannte man Britney Spears nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Das bedeutete zugleich, dass in den Klatschspalten Wahres und Unwahres über sie geschrieben wurde. Das Image des keuschen Schulmädchens, das öffentlich beteuert hatte, bis zur Hochzeit Jungfrau bleiben zu wollen, ließ sich da nicht lang aufrechterhalten. Boulevard-Medien spekulierten über Brustimplantate der Achtzehnjährigen und Affären beispielsweise mit dem fast gleichaltrigen Popmusiker Justin Timberlake. Schließlich gab Britney Spears zu, mit Justin Timberlake liiert zu sein. Bei der Besichtigung des Kölner Schokoladenmuseums raunte sie dann auch noch in die Mikrofone, der Genuss von Schokolade gleiche einem Orgasmus. Oops!

Pepsi schloss im Februar 2001 mit Britney Spears einen angeblich mit 95 Millionen Dollar dotierten Werbevertrag, doch nachdem sie mehrmals in der Öffentlichkeit Coca Cola getrunken hatte, wechselte man Britney Spears Ende 2002 bei Pepsi gegen die Sängerin und Filmschauspielerin Beyoncé Knowles aus. 2002 war für Britney Spears ein annus horribile: Während die Ehe ihrer Eltern nach dreißig Jahren zerbrach und Klatschreporter mutmaßten, sie hätten den kometenhafte Aufstieg ihrer Tochter zum Weltstar nicht verkraftet, scheiterte auch Britney Spears‘ Beziehung mit Justin Timberlake. Für ihre Hauptrolle in dem Kino-Film »Not a Girl. Crossroads« wurde sie mit einer »Goldenen Himbeere« geschmäht. Und ihr im Juni 2002 in New York eröffnetes Restaurant »Nyla« musste sie nach Meldungen über Lebensvermittelvergiftungen, Messerstechereien und unbezahlte Rechnungen bereits nach einem halben Jahr wieder aufgeben.

Not a Girl. Crossroads – Originaltitel: Crossroads – Regie: Tamra Davis – Drehbuch: Shonda Rhimes – Kamera: Eric Alan Edwards – Schnitt: Melissa Kent – Darsteller: Britney Spears, Anson Mount, Zoë Saldaña, Taryn Manning, Dan Aykroyd, Kim Cattrall, Justin Long u.a. – 2002; 90 Minuten

Im Frühjahr 2003 hieß es, Britney Spears habe alle Mitglieder ihrer Crew bei einer Valentinsparty dazu überredet, sich nach ihrem Beispiel die Brustwarzen piercen zu lassen. Für einen weiteren Skandal sorgte sie bei der Eröffnungsperformance der »MTV Video Music Awards« im August 2003, indem sie einen Zungenkuss Madonnas auf der Bühne lang und lasziv erwiderte. Aber es kam noch schlimmer: Nach einer dreitägigen Silvesterfeier im »Palms Casino Hotel« in Las Vegas heiratete Britney Spears am 3. Januar 2004 in »The Little White Wedding Chapel« ihren langjährigen Freund Jason Allen Alexander – doch nach fünfundfünfzig Stunden ließen sie die Ehe annullieren. Damit kam Britney Spears zum zweiten Mal ins Guinness-Buch der Rekorde.

Am 18. September 2004 wurde Britney Spears in Los Angeles die Ehefrau des arbeitslosen sechsundzwanzigjährigen Rappers Kevin Federline, dessen bisherige Freundin, die Schauspielerin Shar Jackson, zwei Monate zuvor, am 20. Juli, ihr zweites gemeinsames Kind zur Welt gebracht hatte.

Die weltberühmte Sängerin und der bis dahin unbekannte Rapper waren vom 17. Mai bis 14. Juni 2005 jeden Dienstag in der Reality-Fernsehshow »Britney & Kevin: Chaotic« zu sehen, die vorwiegend aus selbst gedrehten Videos über ihr Privatleben in der Zeit von der ersten Begegnung im Frühjahr 2004 bis zur Hochzeit bestand.

Fast genau ein Jahr nach der Hochzeit, am 14. September 2005, kam Britney Spears in Santa Monica mit ihrem Sohn Sean Preston nieder. Der Bildhauer Daniel Edwards stellte sechs Monate später im Museum of Modern Arts in New York eine lebensgroße Skulptur der hochschwanger auf Knien und Ellbogen über einem Bärenfell kauernden Britney Spears aus: »Monument to Pro-Life. The Birth of Sean Preston«.

In der von David Lettermann moderierten »Late Show« bestätigte Britney Spears am 9. Mai 2006 die Gerüchte über eine erneute Schwangerschaft und witzelte: »Keine Angst, Dave, das Kind ist nicht von dir!« Im Juni 2006 klagte sie in einem Fernseh-Interview, Paparazzi und Klatschkolumnisten hätten sie zum »emotionalen Wrack« gemacht. Ihre Ehe mit Kevin Federline sei entgegen anders lautenden Gerüchten völlig in Ordnung. Wieder posierte die Hochschwangere splitternackt, nur diesmal nicht für eine Skulptur, sondern fürs Titelfoto der August-Ausgabe von »Harper’s Bazaar«. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach Sean Prestons Geburt wurde Britney Spears am 12. September 2006 im »Cedars-Sinai Medical Centre« in Los Angeles durch einen Kaiserschnitt von ihrem zweiten Sohn entbunden, der den Namen Jayden James bekam.

Trotz der beiden Kinder und ihrer Beteuerungen vom Juni beantragte Britney Spears am 6. November 2006 die Scheidung von Kevin Federline.

Im folgenden Monat sorgte Britney Spears für einen neuen Skandal, indem sie den Paparazzi die Gelegenheit bot, sie beim Aussteigen aus dem Auto zu fotografieren und dabei nicht zu verbergen versuchte, dass sie unter dem Minirock nackt war. (Solche Auftritte ohne Slip wiederholten sich.) Am 16. Februar 2007 verlangte Britney Spears in einem Friseursalon in Tarzana bei Los Angeles, dass man ihr den Kopf kahl rasierte. Prompt spekulierten Klatschreporter, ob sie mit diesem Schritt eine Überprüfung ihrer Haare auf Drogenrückstände habe verhindern wollen. (Britney Spears hatte zwar ihre abgeschnittenen Haare in einer Türe mitgenommen, aber ein paar am Boden liegen gebliebene Strähnen wurden von Esther Tognozzi, der Besitzerin des Friseursalons, für eine Million Dollar – vergeblich – im Internet angeboten.)

Zu diesem Zeitpunkt wandten sich wohl die letzten Fans von ihr ab, denn Britney Spears machte inzwischen weniger durch ihre Musik als durch Skandale von sich reden. »Vom Wunderkind über die eiserne Jungfrau zur höschenfreien lustigen Scheidungswitwe mit Glatze«, formulierte Willi Winkler in der »Süddeutschen Zeitung«.

Als Kevin Federline drohte, ihr das Sorgerecht für die beiden Söhne entziehen zu lassen, ließ sie sich im Frühjahr 2007 für einen Monat vom Rehabilitationszentrum »Promises« in Malibu aufnehmen. »Britney Spears hat sich heute freiwillig in eine Suchtklinik einweisen lassen«, erklärte ihr Manager Larry Rudolph am 20. Februar. Über die Diagnose äußerte er sich nicht, aber es kursierten Gerüchte, die Fünfundzwanzigjährige »Spritney Bears« sei alkoholkrank, drogenabhängig und leide seit Jahren unter einer Bulimie. In »News of the World« hieß es bald darauf, Britney Spears habe sich in der Klinik die Teufelszahl 666 auf die Stirn gemalt und versucht, sich mit einem Bettlaken zu erhängen.

Die Scheidung erfolgte am 30. Juli 2007. Aufgrund des bestehenden Ehevertrags hatte Federline keinen Anspruch auf das Vermögen der fünfundzwanzigjährigen Sängerin, das auf 100 Millionen Dollar geschätzt wurde. Das zerstrittene Paar hatte sich jedoch angeblich mit den Anwälten auf monatliche Unterhaltungszahlungen Britney Spears‘ an ihren Ex-Mann in Höhe von 15 000 Dollar und die gemeinsame Ausübung des Sorgerechts für die Kinder geeinigt. Doch schon Anfang August beantragte Federline das alleinige Sorgerecht für Sean Preston und Jayden James.

Neue Schlagzeilen über Britney Spears verschlechterten deren Chancen, sich vor Gericht durchzusetzen: Nachdem sie beim Ausparken ein anderes Auto beschädigt hatte, beging sie Fahrerflucht. Auf verschiedenen Fotos war sie topless zu sehen, unter anderem mit Matt Encinias, einer einundzwanzigjährigen Zufallsbekanntschaft. Es kursierten Gerüchte über eine lesbische Affäre von Britney Spears und ihrer Assistentin Shannon Funk. Dann hieß es, Britney Spears sei mit ihrer Rolle als Mutter überfordert gewesen, habe ihre Kinder vernachlässigt und in deren Beisein Alkohol getrunken.

Anfang Oktober entzog ein Richter Britney Spears vorläufig das Sorgerecht für ihre Kinder und ordnete regelmäßige Drogen- und Alkoholtests an. Sie erhielt nur die Erlaubnis, Sean Preston und Jayden James zweimal in der Woche zu sehen und sie einmal auch über Nacht bei sich zu haben.

Nachdem Britney Spears bereits früher einmal mit einem ihrer Kinder auf dem Schoß unangeschnallt im Auto gesehen worden war und am 8. November 2007 mit den Kindern im Fond bei Rot über eine Kreuzung gefahren war, wurde ihr verboten, die Söhne im Wagen mitzunehmen. Am 3. Januar 2008 brachte sie die Kinder nach Ablauf eines Besuchstermins nicht rechtzeitig zurück. Daraufhin rückten Polizei, Feuerwehr, Sanitäter an; Britney Spears wurde in ein Krankenhaus gebracht, weil sie möglicherweise wieder unter Drogen stand, und ein Richter entzog ihr im Eilverfahren das Besuchsrecht. Ein Gericht in Los Angeles befand am 1. Februar, Britney Spears sei nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen, betraute ihren Vater James Parnell Spears mit der Vormundschaft und setzte ihren Bruder Bryan als Verwalter eines Treuhandfonds ein, aus dem die Ausgaben für die erkrankte Sängerin bezahlt werden.

Die mütterliche Erziehung habe sie in die unglückliche Lage gebracht, hatte Britney Spears im Juni 2007 behauptet. Lynne Spears gestand Anfang November in einem Interview, sich für den Absturz ihrer Tochter schuldig zu fühlen: »Aus großen Träumen wurden große Kopfschmerzen.«

Die Rambert Dance Company führte am 1. Februar 2008 in London erstmals das von Britney Spears‘ Leben inspirierte Ballett „Meltdown“ auf, „eine große Tragödie der modernen Zeit“, so der Choreograf Hubert Esakow.

© Dieter Wunderlich 2007 / 2008

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In ihrer sachlich geschriebenen Bildmonografie über Willy Brandt spart Carola Stern das Privatleben weitgehend aus und konzentriert sich stattdessen auf die politische Karriere.
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