Das fünfte Element

Das fünfte Element

Das fünfte Element

Das fünfte Element - Originaltitel: Le cinquième elément - Regie: Luc Besson - Drehbuch: Luc Besson und Robert Mark Kamen (Buch zum Film: Terry Bisson) - Kamera: Thierry Arbogast - Schnitt: Sylvia Landra - Musik: Eric Serra - Kostüme: Jean-Paul Gaultier- Darsteller: Bruce Willis, Milla Jovovich, Gary Oldman, Ian Holm, Chris Tucker, Brian James, Luke Perry, Tiny Lister jr., Maiwenn le Besco, Charlie Creed Miles, Lee Evans u. a. - 1997; 125 Minuten

Inhaltsangabe

Am 18. März 2259 wird dem afroamerikanischen US-Präsidenten Lindberg gemeldet, dass eine bösartige außerirdische Intelligenz eine Art Meteor auf die Erde zurasen lasse. Eine aus Zellen einer den Menschen wohlgesonnenen Gruppe von Aliens geklonte junge Frau (Milla Jovovich) weiß um das rettende Geheimnis der fünf Elemente. Doch ohne den ehemaligen Luftwaffenoffizier Korben Dallas (Bruce Willis) hätte sie keine Chance, die Erde von der Bedrohung durch das Böse zu befreien. ...
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Kritik

"Das fünfte Element" ist ein von kreativen Einfällen, Action und Humor überbordendes Spektakel. Neben den schrägen Dialogen, urkomischen Szenen und atemberaubenden Spezialeffekten ist vor allem das gelungene Styling hervorzuheben.


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Ägypten 1914: In einer Kultanlage steht ein begeisterter Wissenschaftler vor einer Steinwand mit geheimnisvollen Hieroglyphen. Wasser, Erde, Wind und Feuer – die vier Elemente des Lebens – gruppieren sich um ein fünftes Element. Das hat er gerade herausgefunden. Da nähert sich ein finster blickender Pater und bietet dem Forscher vergiftetes Wasser an. Aber der möchte auf seine Entdeckung anstoßen, schüttet deshalb das Glas Wasser auf den Boden und schickt seinen Adlatus hinaus, um eine Flasche Grappa aus dem Gepäck zu holen. Während sich der junge Mann vor dem Eingang in eine Ecke kauert und auf ein soeben landendes Raumschiff starrt, wendet sich der Gelehrte wieder den in Stein gemeißelten Zeichen zu. Als er sich umdreht, steht eine Gruppe Außerirdischer mit kleinen Vogelköpfen auf gewaltigen Menschenkörpern hinter ihm. Vor Schreck fällt er tot um. Einer der Aliens führt einen verzierten Schlüssel in eine Ritze der verzierten Wand, die sich daraufhin wie ein Tor öffnet. Dahinter befindet sich eine riesige Halle mit einer Kultstätte im Zentrum. Bevor sich die Außerirdischen wieder zurückziehen, versprechen sie dem Pater: „In 300 Jahren, wenn das Böse wiederkehrt, werden auch wir wieder da sein.“ Und sie mahnen: „Zeit spielt keine Rolle. Das Einzige, was zählt, ist das Leben.“ Der Pater verschließt die Wand und schwört, „das Wissen“ weiterzugeben.

Am 18. März 2259 wird dem afroamerikanischen (!) US-Präsidenten Lindberg (Tiny Lister jr.) gemeldet, dass eine Art Meteor auf die Erde zurast. Fast gleichzeitig bittet ein Mondo-Shiva-Raumschiff um eine Anfluggenehmigung. Eine bösartige außerirdische Intelligenz lenke den Meteor, vermutet ein Pater. Er weiß, dass die Shiva das Geheimnis der vier Elemente kennen, die sich um ein fünftes gruppieren.

Handelt es sich dabei um einen Krieger des Guten, wird die Welt gerettet. Gelingt es jedoch einer bösen Macht, den Platz des fünften Elements einzunehmen, wird ewige Finsternis herrschen. Außerirdische Gegner der Shiva zerstören deren Raumschiff kurz vor dem Eintauchen in die Erdatmosphäre. Nur ein Stückchen Hand von einem der Insassen kann geborgen und zur Erde gebracht werden. Aus den Zellen klont ein Wissenschaftler in einem Labor in New York eine rothaarige junge Frau (Milla Jovovich), deren schlanker Körper von der Labormaschine mit ein paar weißen Binden umwickelt wird. Fasziniert beobachten die umstehenden Männer das neugeschaffene Wesen. Ob der Glaskasten, in dem es sich befindet, auch sicher sei, fragt General Munro (Brian James), bevor er gegen die Scheibe klopft. Da zerschlägt sie das Mädchen und flieht. Durch einen Schacht gelangt sie ins Freie, und weil Polizisten ihr dicht auf den Fersen folgen, springt sie hinein in die Hochhaus-Schluchten, in denen die Autos fliegen.

Korben Dallas (Bruce Willis) war Major bei einer Eliteeinheit der amerikanischen Luftwaffe, hat allerdings vor einem halben Jahr seinen Dienst quittiert und verdient jetzt als Taxifahrer sein Geld in New York. Gerade steigt er in seinen Wagen und fliegt los. Eine Computerstimme mahnt ihn: „Noch 5 Punkte, dann wird Ihr Führerschein eingezogen!“ Gleich darauf kracht es. Eine junge Frau ist durchs Dach geknallt und liegt nun im Fond. Leeloo – so heißt das gerade geklonte und geflohene Wesen – redet auf Korben ein, doch der versteht die fremde Sprache nicht. Schon richtet eine fliegende Polizeistreife die Scheinwerfer auf sein Taxi, und die Beamten fordern ihn über Lautsprecher auf, seinen Fahrgast zu übergeben. Verängstigt duckt sich das Mädchen. Plötzlich rast Korben los. Bald jagen ihn Dutzende von Polizeiautos. Im Sturzflug geht es hinunter in den Nebel, wo Korben seinen Verfolgern entkommt. Als er sich erleichtert umdreht, bemerkt er, dass Leeloo krank oder verletzt ist. Mit letzter Kraft verlangt sie nach einem Priester.

Mit der bewusstlosen Frau in den Armen steht er bei Pater Vitus Cornelius (Ian Holm) in der Tür. Hochzeiten würden ein Stockwerk höher geschlossen, brummt der Geistliche, aber Korben lässt sich nicht abweisen, trägt Leeloo ins Zimmer und macht den Pater auf eine Tätowierung an ihrem Arm aufmerksam – worauf dieser in Ohnmacht fällt. Er kommt gleich wieder zu sich und weiß jetzt, dass er das perfekte Wesen vor sich hat: das fünfte Element! Sofort holt er den verzierten Schlüssel, der über Generationen weitergegeben worden ist.

Bald darauf wird Pater Cornelius überfallen und zu Jean Baptiste Emanuel Zorg (Gary Oldman) gebracht (bei dem es sich andeutungsweise um eine Mischung aus Hitler und Goebbels handelt). Zorg hat im Auftrag von Mr. Shadow die vier Steine zu beschaffen, die das Leben symbolisieren und erforderlich sind, um dem fünften Element zu seiner Wirkung zu verhelfen. Gerade haben ihm Mangalores – Außerirdische mit Tierköpfen – eine Kiste gebracht, in der die Steine aufbewahrt wurden. Doch sie war leer. Nun will er von dem Pater erfahren, wo die Steine sind. Als Zorg sich an einer Kirsche verschluckt, in Panik gerät und keiner seiner Roboter und keine der von ihm abhängigen Kreaturen ihm helfen kann, schlägt ihm Vitus Cornelius auf den Rücken und rettet ihn vor dem Ersticken. Deshalb lässt Zorg den Pater erst einmal am Leben.

Inzwischen versuchte man, die auf die Erde zurasende Kugel durch eine Atomrakete zu sprengen. Vergeblich. General Munro überzeugt Präsident Lindberg, dass gegen den Angriff aus dem All nur einer helfen könne: Korben Dallas. An dessen Apartment hat gerade die fliegende Dschunke eines chinesischen Kochs angedockt. Während Korben aussucht, was er essen möchte, trifft eine schriftliche Nachricht für ihn ein. Der Chinese wundert sich, warum er sie nicht öffnet. Korben hat keine Lust dazu, denn es ist die dritte Nachricht, die er auf diese Weise bekommen hat. In der ersten teilte ihm seine Frau mit, dass sie beschlossen hatte, ihn zu verlassen. Absender der zweiten war sein Anwalt, der ihn wissen ließ, dass er der Liebhaber seiner Frau war. Korben wettet mit dem Koch um das Essen, dass es sich auch bei der dritten Nachricht um eine Hiobsbotschaft handelt – und gewinnt: Es ist seine Kündigung! Gleich darauf trifft General Munro ein und macht Korben klar, die Regierung erwarte von ihm, dass er die vier Steine besorge, die wohl auf dem Raumkreuzschiff „Lost Paradise“ zu finden seien. Um seinen Einsatz zu tarnen, hat man bereits arrangiert, dass er in einem Gemini-Kroketten-Preisausschreiben eine Reise für zwei Personen nach „Lost Paradise“ gewann.

Vitus Cornelius ahnt nichts von dem Auftrag, aber er weiß, wo sich die Steine befinden und hat aus dem Fernsehen erfahren, dass Korben eine Reise dorthin gewonnen hat. Gemeinsam mit Leeloo sucht er ihn auf. Dieser versteckt währenddessen den General und dessen Leute im Kühlschrank, und als gleich darauf die Polizei eine Razzia im Haus vornimmt, Leeloo in der Waschmaschine und den Pater im versenkbaren Bett. Sobald die Polizisten abgezogen sind, schlägt der Pater Korben nieder und raubt die Tickets. Sein Adlatus David (Charlie Creed Miles) soll mit Leeloo nach „Lost Paradise“ fliegen. Doch Korben erwacht rasch wieder aus der Ohnmacht und kommt gerade noch rechtzeitig zum Flughafen, um Davids Bordkarte zu übernehmen. Da bleibt Pater Cornelius nur übrig, als blinder Passagier in die Klimaanlage des Raumschiffes zu klettern.

Eine Fernsehsendung über die Reise nach „Lost Paradise“ und die dort für die Gäste arrangierte Show moderiert der Transvestit Ruby Rhod (Chris Tucker). Während die Operndiva Plavalaguna (Maiwenn le Besco) im blauen Licht auf der Bühne singt, durchsuchen Magalores ihre rot tapezierte Garderobe. Leeloo kämpft einige von ihnen nieder. Da steht Zorg vor ihr und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, ihm die Kiste zu übergeben. Sie wirft die Kiste nach ihm und turnt blitzschnell in die Zwischendecke, die Zorg sofort mit der Maschinenpistole durchlöchert. Vor Angst weinend kauert Leeloo in einer Ecke. Auch diese Kiste ist leer. Zorg löst den Zeitzünder einer Bombe aus, und die Mangalores eröffnen das Feuer auf das Publikum im Konzertsaal. In der ersten Reihe sitzt Korben. Als die Diva getroffen wird und zu Boden sinkt, hebt er sie von der Bühne. Sterbend flüstert sie: „Die Steine sind in mir.“ Korben greift in ihren toten grünen Leib und holt sie heraus. Von allen Seiten attackieren ihn die Magalores. Schließlich gelingt es ihm, mit Leeloo, Pater Cornelius, David und Ruby Rhod aus dem Saal zu fliehen und an Bord eines Raumschiffes zu gelangen. Zorg kommt bei der Bombenexplosion ums Leben. Im gleichen Augenblick startet Korben. „Das war die beste Show meines Lebens“, teilt Ruby Rhod seinen Zuschauern mit.

Während des Raumflugs erreicht Korben ein Anruf der US-Regierung: Der auf die Erde zurasende Feuerball werde in einer Stunde und 57 Minuten einschlagen. „Ich rufe dann in zwei Stunden zurück“, flachst Korben.

Die Gruppe landet vor der Kultstätte in Ägypten. Mit dem Schlüssel öffnet Pater Cornelius die Steinwand. Leeloo ist halb bewusstlos. Korben trägt sie in die Kultanlage und legt sie in der Mitte auf den Boden. Rasch finden er und seine Begleiter die für die vier Steine vorgesehenen Stellen. Aber wie werden diese aktiviert? In wenigen Minuten vernichtet der Feuerball die Erde! Als David seufzt, öffnet sich der Stein vor ihm. Atemluft aktiviert also das Element Wind. Jetzt ist es klar: Wasser und Erde wirken ebenfalls. Mit dem letzten Streichholz in seiner Schachtel entzündet Korben das erforderliche Feuer. Doch Leeloo, das fünfte Element, zweifelt, ob es sinnvoll sei, das Leben auf der Erde zu retten, denn sie weiß jetzt, wie aggressiv und zerstörerisch viele Menschen handeln. Erst als Korben ihr seine Liebe gesteht, überwindet sie ihre Resignation. In diesem Augenblick zischt ein Lichtstrahl von der Kultstätte auf und lässt die gewaltige Feuerkugel erstarren – 62 Meilen vor dem Aufschlag. Die Erde ist gerettet.

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Luc Besson träumte von diesem Film schon als Jugendlicher und schrieb 1975 eine erste Romanfassung. Das naive Staunen vor dem Fantastischen hat er sich bewahrt, bis er über die nötige Erfahrung und das erforderliche Geld (70 Millionen Dollar) verfügte und das von kreativen Einfällen, Action und Humor überbordende Spektakel realisieren konnte. Die Produktion begann Ende 1991, wurde jedoch im Jahr darauf wegen der enormen Kosten abgebrochen. Erst nach dem Erfolg von „Léon. Der Profi“ wagte eine andere Filmgesellschaft (Columbia) Anfang 1996 noch einmal mit den Dreharbeiten zu beginnen. Im Mai 1997 kam „Das fünfte Element“ in die Kinos.

Luc Bessons Begeisterung springt auf den Zuschauer über. Das temporeiche Geschehen ist in dieser Persiflage auf „Blade Runner“ und andere Sciencefiction-Filme nicht das Entscheidende; viel wichtiger sind das Styling, die schrägen Dialoge, urkomischen Szenen und atemberaubenden Spezialeffekte. Die Entwürfe der Außerirdischen stammen von den französischen Comic-Zeichnern Jean-Claude Mézieres und Jean Giraud alias Moebius; der Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier kreierte die fantastischen Kostüme. Für die Computereffekte zeichnete Mark Stetson von der Firma Digital Domain verantwortlich. Optimiert wurde die Wirkung dieser virtuosen Mischung durch die ästhetische Kameraführung und die rasante Schnitttechnik.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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