Indochina-Krieg


Die 1802 mit französischer Unterstützung in Vietnam an die Macht gekommene Dynastie Nguyen musste den Franzosen 1862 die reiche Südprovinz (Kotschinchina) überlassen. Im Jahr darauf schloss Frankreich einen Freundschaftsvertrag mit Kambodscha. In den Achtzigerjahren zwangen die französischen Kolonialherren Annam und Tonkin ein Protektoratsverhältnis auf und fassten alle diese Staaten in der Indochinesischen Union zusammen. China musste nach dem chinesisch-französischen Krieg (1884/85) auf die bis dahin beanspruchte Suzeränität über Vietnam verzichten.

Aus der von Ho Chi Minh 1930 gegründeten Kommunistischen Partei Indochinas ging 1941 die „Kampffront für ein unabhängiges Vietnam“ (Vietminh) hervor, die sich nach der Besetzung Vietnams durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg im ganzen Land ausbreitete. Nach der Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki durch Atombomben und der Kapitulation Japans proklamierte Ho Chi Minh am 2. September 1945 in Hanoi die „Demokratische Republik Vietnam“.

Die Franzosen unterstützten den früheren vietnamesischen Kaiser Bao Dai, der inzwischen als Präsident einer Republik in Südvietnam regierte, gegen Ho Chi Minh, doch obwohl sie der südvietnamesischen Republik in einem Abkommen vom 6. März 1946 den Status eines souveränen Staates innerhalb der Französischen Union zugestanden,

betrieben sie eine Rekolonialisierungspolitik, gegen die sich der Vietminh auflehnte. So kam es zum Indochina-Krieg, in dem Frankreich von den USA massiv mit Geld und Waffen unterstützt wurde. Er dauerte, bis General Vo Nguyen Giap die französische Festung Dien Bien Phu (auch: Dienbienphu) am 7. Mai 1954 nach 56 Tagen Belagerung eroberte. Die Franzosen – die im Indochina-Krieg mehr als 90 000 Soldaten verloren hatten – waren nun zum Waffenstillstand bereit und einigten sich mit den Kriegsgegnern auf der Genfer Indochina-Konferenz am 21. Juli 1954 über die vorübergehende Teilung Vietnams entlang des Flusses Bên Hai nahe des 17. Breitengrades. Die Zone nördlich davon wurde vom Vietminh kontrolliert, und die Franzosen sollten sich in das Gebiet südlich davon zurückziehen.

Im Norden konsolidierte sich die kommunistische Republik Vietnam, die Hilfsabkommen mit China und der UdSSR schloss und einen Guerillakrieg im Süden förderte, wo der antikommunistische Katholik Ngo Dinh Diem 1954 die Regierung übernommen hatte.

Fortsetzung: Vietnam-Krieg

© Dieter Wunderlich 2006

Vietnam-Krieg

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