William Faulkner


William Faulkner (eigentlich: William Falkner) wurde am 25. September 1897 als Spross einer einstmals noblen Südstaaten-Dynastie in New Albany, Mississippi, geboren. Sein Vater Murray vermietete Pferde, führte ein Konfektionsgeschäft und war Verwaltungsdirektor der Universität in der Kleinstadt Oxford, Mississippi. William war ein mittelmäßiger Schüler, verließ die Highschool 1915 vorzeitig und machte danach eine Lehre in der Bank seines Großvaters.

Im Juli 1918 meldete er sich freiwillig als Kadett zum „Royal-Flying-Corps“ in Toronto, aber der Krieg ging zu Ende, bevor er seine Pilotenausbildung abgeschlossen hatte. Wegen seiner Zugehörigkeit zum Militär wurde er 1919 auch ohne Highschool-Abschluss zum Studium in Oxford, Mississippi, zugelassen. Er belegte Englisch, Spanisch und Französisch. Nach zwei Semestern brach er das Studium jedoch ab und fing in einer Buchhandlung in New York zu arbeiten an. Mit achtundzwanzig heuerte er in New Orleans als Matrose an, um nach Europa zu kommen. Erst bei seiner Rückkehr nach New York erfuhr er 1926, dass sein erster Roman – „Soldier’s Pay“ („Soldatenlohn“) – veröffentlicht werden sollte.

William Faulkner ließ sich in Oxford, Mississippi, nieder und vermählte sich am 20. Juni 1929 mit seiner Jugendfreundin Estelle Oldham Franklin,

deren Eltern ein Jahrzehnt zuvor eine andere Ehe ihrer Tochter durchgesetzt hatten, die aber jetzt geschieden worden war. Im Jahr darauf übernahm William Faulkner eine kleine Farm und schrieb wie ein Besessener. Um mit Drehbüchern zusätzliches Geld zu verdienen und aus seiner nun doch unglücklichen Ehe zu entfliehen, hielt er sich 1932 einige Zeit in Hollywood auf. Als in diesem Jahr sein verhasster Vater starb, nahm Faulkner nicht einmal an der Beerdigung teil.

Weil die Schwedische Akademie sich 1949 nicht auf einen Kandidaten für den Literatur-Nobelpreis einigen hatte können, wurde der Preis erst im Jahr darauf vergeben. Es gab Ende 1950 also zwei Preisträger, und zwar William Faulkner für das Jahr 1949 und Lord Bertrand Russell für 1950.

Am 6. Juli 1962 starb William Faulkner in Oxford, Mississippi, an den Folgen eines Sturzes vom Pferd.

William Faulkner: Bibliografie (Auswahl)

  • Der Marmorfaun (1924)
  • Soldatenlohn (1926)
  • Moskitos (1927)
  • Schall und Wahn (1929)
  • Sartoris (1929)
  • Als ich im Sterben lag (1930; Verfilmung)
  • Die Freistatt (1931)
  • Licht im August (1932)
  • Absalom, Absalom! (1936)
  • Die Unbesiegten (1938)
  • Wilde Palmen und Der Strom (1939)
  • Das Dorf (1940)
  • Der Bär (1942)
  • Das verworfene Erbe (1942)
  • Griff in den Staub (1948)
  • Requiem für eine Nonne (1951)
  • Eine Legende (1954)
  • Die Stadt (1957)
  • Das Haus (1959)
  • Die Spitzbuben (1962)

Literatur über William Faulkner

  • Peter Nicolaisen: William Faulkner (Rowohlt Bildmonographie)

© Dieter Wunderlich 2005

Howard Hawks: Haben und Nichthaben (Drehbuch: William Faulkner)
Howard Hawks: Tote schlafen fest (Drehbuch: William Faulkner u. a.)

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