Eine französische Frau

Eine französische Frau

Eine französische Frau

Eine französische Frau - Originaltitel: Une femme française - Regie: Régis Wargnier - Drehbuch: Régis Wargnier und Alain Le Henry - Kamera: François Catonné - Schnitt: Agnès Schwab und Geneviève Winding - Musik: Patrick Doyle - Darsteller: Darsteller: Emmanuelle Béart, Daniel Auteuil, Gabriel Barylli, Jean-Claude Brialy, Geneviève Casile, Michel Etcheverry, Heinz Bennent u.a. - 1995; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Kurz nach seiner Hochzeit mit Jeanne, der 19-jährigen Schwester seiner Schwägerin, muss der französische Offizier Louis in den Krieg. Bei seiner Rückkehr aus deutscher Kriegsgefangenschaft erfährt er, dass Jeanne mit einem anderen Mann zusammenlebt. Sie kehrt zu ihm zurück, er verzeiht ihr und sie ziehen nach Berlin. Jeanne bringt drei Kinder zur Welt, aber das hält sie nicht davon ab, während Louis' Einsatz im Indochinakrieg die Geliebte eines Deutschen zu werden ...
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Kritik

Sehenswert ist das gut fotografierte Melodram "Eine französische Frau" v. a. wegen der schauspielerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller Emmanuelle Béart und Daniel Auteuil.

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Nancy 1938. Aufgrund eines Schwächeanfalls, den sein Vater auf dem Weg in die Kirche erleidet, holt Louis (Daniel Auteuil) seinen Bruder Charles (Michel Etcheverry) vom Traualtar weg auf die Straße. Der Greis ist inzwischen erschöpft eingeschlafen, und zwar im Schoß einer aparten Achtzehnjährigen mit dem Namen Jeanne (Emmanuelle Béart), bei der es sich um die jüngere Schwester der Braut Hélène (Laurence Masliah) handelt. Die abgebrochene Hochzeit wird im Sommer des folgenden Jahres nachgeholt, und zwar in Form einer Doppelhochzeit, denn Louis und Jeanne vermählen sich gleichzeitig mit Charles und Hélène.

Kurz darauf muss Louis in den Krieg. 1944 taucht bei Jeanne in Nancy ein französischer Soldat auf, der mit Louis zusammen in deutscher Kriegsgefangenschaft war. Er heißt Henri (Samuel Le Bihan). Als er die Fotos sah, die Louis den Briefen seiner Frau entnahm, verliebte er sich in Jeanne, und jetzt drängt er sie, wenigstens einmal mit ihm zu schlafen.

Einige Zeit später kehrt auch Louis nach fünf Jahren Trennung von seiner Frau zurück. Sein jüngerer Bruder Marc (Jean-Noël Brouté) warnt ihn: Jeanne wurde von der Familie verstoßen und lebt mit Louis‘ Kriegskamerad Henri zusammen. Verbittert gibt Louis sie frei: „Ich sollte den Krieg gewinnen, du auf mich warten. Wir haben uns getäuscht: Ich bin ein Feigling, du eine Nutte.“ Jeanne will ihn jedoch nicht verlieren und fleht ihn an, bei ihr zu bleiben.

Sie trennt sich zwar von Henri, aber sie lässt sich immer wieder auf Affären ein. Während die Familie sie deshalb beschimpft, hält Louis zu ihr. Nach der Geburt eines Zwillingspärchens zieht Louis mit Frau und Kindern 1945 nach Berlin, um in sicherer Entfernung von der Verwandtschaft einen Neuanfang zu machen.

Einmal tanzt Jeanne so wild mit einem russischen Offizier, dass Louis sie von der Tanzfläche reißt und daran erinnert, dass sie erneut schwanger ist. Die Wehen setzen vorzeitig ein. Weil Louis‘ Wagen nicht anspringt, fährt Mathias (Gabriel Barylli), der Sohn ihres Vermieters Andreas Behrens (Heinz Bennent), sie ins Krankenhaus und hält unterwegs die Hand der vor Schmerzen Stöhnenden. Jeanne wird von einem gesunden Jungen entbunden.

Mathias hat sich in die attraktive Französin verliebt, schreibt ihr Briefe, und sie trifft sich mit ihm, nur um ihn zu bitten, damit aufzuhören. Sie hat sich besonnen und möchte ihre Ehe nicht mehr gefährden.

Während Louis 1948 in den Indochina-Krieg muss, kehrt Jeanne mit ihren drei Kindern nach Nancy zurück.

Überraschend taucht dort eines Tages Mathias auf. Während Jeannes jüngster Sohn nebenan spielt, fallen sie und Mathias übereinander her. Der Deutsche will, dass sie ihren Ehemann verlässt. Zuerst sträubt Jeanne sich, dann gibt sie nach. Unmittelbar bevor Mathias sie abholen kommt, entführen Charles und Hélène die Kinder, denn sie wollen nicht, dass sie Louis weggenommen werden und in Deutschland aufwachsen. Als Mathias Minuten später eintrifft, öffnet Jeanne ihm nicht.

1950 holt Jeanne ihren Mann in Paris vom Flugzeug ab. Um von Mathias möglichst weit fort zu kommen, überredet Jeanne einen einflussreichen Freund der Familie – Arnoult (Jean-Claude Brialy) –, Louis eine Stelle als Militärattaché in Damaskus zu verschaffen. Doch sie kann Mathias nicht vergessen und fordert ihn auf, ihr nachzureisen. Eine Woche nach der Ankunft ihres Liebhabers in Damaskus gesteht Jeanne ihrem Ehemann, was sie getan hat und kündigt an, dass sie ihn verlassen werde. In diesem Augenblick nähert Mathias sich. Zornig fällt Louis seinen Nebenbuhler an, und als dieser bereits wehrlos auf dem Boden liegt, prügelt er immer noch auf ihn ein. Jeanne, die um Mathias‘ Leben fürchtet, hebt einen Felsbrocken auf und schlägt ihn Louis auf den Kopf.

Beide Männer überleben. Während Louis noch in einem Krankenhaus in Damaskus zurückbleiben muss, bringt Arnoult Jeanne und die Kinder nach Paris.

Nach seiner Genesung taucht Louis unerwartet bei seiner Familie auf. Er wolle nur kurz nach den Kindern sehen, bevor er wieder nach Indochina reise. Dorthin habe er sich freiwillig gemeldet.

Jeanne trifft sich auch weiterhin mit Mathias, aber zu einer endgültigen Entscheidung zwischen ihm und ihrem Mann kann sie sich nicht durchringen, und deshalb verlässt Mathias sie eines Tages enttäuscht.

Jahre später fahren Jeanne und Louis mit den Kindern an den Strand von Saint-Lunaire in der Bretagne. Louis ist nur für einen kurzen Fronturlaub in Frankreich. Anschließend muss er nach Algerien.

Sobald er abgereist ist, ermutigt Jeanne einen jungen Mann am Strand durch Gesten, sie anzusprechen.

Weitere Liebhaber und weitere Kriege folgen.

Dann stirbt Jeanne, ohne dass die Ärzte sagen können, an welcher Krankheit sie gelitten hat. Louis holt ihre Handtasche im Leichenschauhaus ab. Darin findet er einen Zeitungsausschnitt über den Tod des deutschen Industriellen Mathias Behrens. Ob Jeanne aus Liebe starb, fragt er sich.

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Jeanne, „eine französische Frau“, droht an den gesellschaftlichen Konventionen zu ersticken, aber sie ist keine Kämpferin, kann sich nicht entscheiden und fühlt sich zwischen ihren Pflichten als Mutter und Ehefrau einerseits und ihrer Lust am Begehren anderer Männer hin- und hergerissen. Angeblich verlieh Régis Wargnier ihr Züge seiner eigenen Mutter. Sehenswert ist das gut fotografierte Melodram „Eine französische Frau“ vor allem wegen der schauspielerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller Emmanuelle Béart und Daniel Auteuil.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Philip Roth - Täuschung
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