Maria, ihm schmeckt's nicht!

Maria, ihm schmeckt’s nicht!

Maria, ihm schmeckt's nicht!

Originaltitel: Maria, ihm schmeckt's nicht! – Regie: Neele Leana Vollmar – Drehbuch: Daniel Speck und Jan Weiler, nach dem Roman "Maria, ihm schmeckt's nicht!" von Jan Weiler – Kamera: Torsten Breuer – Schnitt: Bernd Schlegel – Musik: Niki Reiser – Darsteller: Lino Banfi, Christian Ulmen, Mina Tander, Maren Kroymann, Gundi Ellert, Peter Prager, Paolo De Vita, Ludovica Modugno, Lucia Guzzardi, Antonino Bellomo, Leonardo Nigro, Pierluigi Ferrandini u.a. – 2009; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Jan möchte Sara heiraten, die Tochter einer Deutschen und eines Italieners, der in den 60er-Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam. Antonio Marcipane besteht darauf, dass die Eheschließung statt vor einem deutschen Standesamt in der Kirche seines süditalienischen Geburtsortes stattfindet. In Campobello treffen Jan und dessen Eltern auf die italienischen Verwandten der Braut. Deutsche und italienische Vorurteile prallen aufeinander ...
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Kritik

Die von Jan Weiler in seinem Buch "Maria, ihm schmeckt's nicht!" erzählten Anekdoten wurden bei der Verfilmung durch Neele Leana Vollmar zu einer durchgehenden, allerdings episodenhaften Handlung verbunden.
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Jan und Sara (Christian Ulmen, Mina Tander) möchten heiraten. Sara ist die Tochter einer Deutschen und eines Italieners, der in den Sechzigerjahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam. Sara fährt mit Jan nach Osnabrück, um ihn ihren Eltern Ursula und Antonio Marcipane (Marleen Lohse / Maren Kroymann, Leonardo Nigro / Lino Banfi) vorzustellen. Jan vergewissert sich spaßeshalber bei Sara, dass ihr Vater kein Mafioso ist, der vorhat, ihm einen Finger abzuschneiden und von seinen Eltern ein Lösegeld zu erpressen. Antonio, der sich in Deutschland noch immer fremd fühlt, aber auch in Italien nicht mehr heimisch ist, hält zwar von dem linkischen Verlagslektor erst einmal nicht viel, will aber seiner geliebten Tochter nicht im Weg stehen.

Einige Tage später besuchen die Marcipanes Jans Eltern in Düsseldorf. Eberhard (Peter Prager), ein Psychologieprofessor, versucht vergeblich, Antonios Behauptung zu widerlegen, Sigmund Freud habe seine ganze Theorie von Machiavelli gestohlen. Jans Mutter Gisela (Gundi Ellert) hat eigens italienisch gekocht und schwärmt in oberflächlicher Weise von Antonios Heimatland.

Ohne sich mit dem Brautpaar abgesprochen zu haben, telefoniert Antonio mit seiner Schwester Maria (Ludovica Modugno) und dem Pfarrer in Campobello, seinem Geburtsort in Apulien, und beauftragt sie, die Hochzeit vorzubereiten. Jan ist entsetzt, als er es erfährt, denn er dachte eigentlich nur an eine standesamtliche Trauung im kleinsten Rahmen. Aber Antonio besteht auf einer Feier mit seinen Verwandten in Campobello.

Auf der Autobahn fährt Antonio mit 60 Stundenkilometern links, und es macht ihm nichts aus, dass sich hinter seinem Mercedes eine lange Schlange bildet. Jan, der neben ihm sitzt, erträgt es dagegen kaum.

Nach der Ankunft in Campobello gibt es Miesmuscheln. Außer den Besuchern aus Deutschland sitzen Antonios Eltern Anna und Calogero (Lia Cellamare / Lucia Guzzardi, Dante Marmone / Nino Bellomo), sein Bruder Raffaele (Davide Donatiello / Paolo De Vita) und sein Neffe Marco (Pierluigi Ferrandini) am Tisch. Jan, der gegen Muscheln und Meeresfrüchte allergisch ist, greift nur zögerlich zu. „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“, klagt Antonio. Da beteuert Jan, dass er die Muscheln köstlich finde, worauf Maria ihm erfreut einen Nachschlag gibt.

Am nächsten Tag will Gianni – so wird er von den Italienern gerufen – das Aufgebot bestellen, aber Antonio schlägt vor, erst einmal ans Meer zu fahren. Das mit dem Aufgebot habe noch einen Tag länger Zeit, meint er. Am Strand stellt sich heraus, dass Jan wegen seiner hellen Haut die Sonne meiden muss und nicht schwimmen kann.

Im Standesamt sitzen die Beamten zusammen und unterhalten sich. Sie vertrösten Antonio und Jan auf den nächsten Tag, aber da ist es auch nicht anders. Also wenden Antonio und Jan sich an Don Alfredo (Enzo Salomone). Der Geistliche kann zwar neben den kirchlichen auch die weltlichen Formalitäten erledigen, benötigt dafür jedoch Saras Geburtsurkunde. Und die ist unauffindbar, obwohl Antonio sie damals seiner Mutter schickte. Um sich Ersatz zu besorgen, muss Sara zurück nach Deutschland. Ursula begleitet sie.

Während ihrer Abwesenheit verursacht Jan einen Verkehrsunfall mit einem Lieferwagen, der einem Mitglied der mit Antonio verfeindeten Familie Carducci gehört.

Am Vorabend der Hochzeit kommt es zwischen Antonio und Ursula zum Streit. 38 Jahre nach der standesamtlichen Trauung in Deutschland erklärt Antonio, die Ehe sei in Italien ungültig.

Jan wird das alles zu viel. Er will nur noch weg und lässt sich von einem Lastwagenfahrer zu der Werkstatt bringen, in der sein Karmann Ghia Cabrio repariert wird. Aber Antonio folgt ihm und versöhnt sich mit ihm. Weil die Carducci, denen die Werkstatt gehört, mit der Reparatur überfordert sind, übernimmt Antonio das. Anschließend muss er den Carducci seinen Mercedes als Pfand überlassen, weil weder er noch Jan die Rechnung bezahlen können.

Am Telefon erfahren Jan und Antonio, dass Sara vergeblich in der Kirche auf ihren Bräutigam wartete und daraufhin nach Bari fuhr, um einen Zug nach Deutschland zu nehmen. Jan kommt noch rechtzeitig zum Bahnhof, um sie aufzuhalten. Sie kehren nach Campobello zurück, aber nicht mehr in der Absicht, dort zu heiraten, sondern als Gäste bei der kirchlichen Hochzeit von Antonio und Ursula.

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2003 veröffentlichte Jan Weiler das Buch „Maria, ihm schmeckt’s nicht! Geschichten von meiner italienischen Sippe“ (Ullstein Verlag, München, 256 Seiten, ISBN 3-548-36486-1). Sechs Jahre später verfilmte Neele Leana Vollmar den Bestseller.

Sie und die Drehbuchautoren Daniel Speck und Jan Weiler verlegen allerdings die Hochzeit bzw. die Vorbereitungen dafür nach Süditalien. Außerdem verbinden sie die von Jan Weiler erzählten Anekdoten zu einer durchgehenden Handlung. Dennoch bleibt die Struktur episodenhaft. Und zwischendurch erzählt Antonio Marcipane, wie er in den Sechzigerjahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam, gedemütigt und angefeindet wurde und trotz eines Diploms zunächst nur als Kellner Geld verdienen konnte.

Neele Leana Vollmar setzt in der Sommer-Komödie „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ auf einen culture clash, auf die Situationskomik durch den Zusammenprall deutscher und italienischer Vorurteile. Josef Engels meint, dass der Film „in seinen komödiantisch besten Momenten“ in der Loriot-Liga spiele („Die Welt“, 6. August 2009). Das halte ich für übertrieben. Die Gags in „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ sind durchaus unterhaltsam, kommen aber nur selten über Albernheiten hinaus. „Mit komödiantischer Wucht lässt Vollmar die Klischees aufeinanderprallen, was zu einem Feuerwerk kurzlebiger Pointen führt, bald jedoch als Nummernrevue endet“, schreibt denn auch Martin Schwickert („Der Tagesspiel“, 6. August 2009).

Christian Ulmens Mimik umfasst wenig mehr als den Ausdruck der Verblüffung. Der von ihm dargestellte Jan erinnert an die von Ben Stiller verkörperte Figur Greg Focker in „Meine Braut, ihr Vater und ich“. Ein wenig überzeugender wirkt der italienische Komiker Lino Banfi (* 1936), der Ende der Siebzigerjahre durch einige Sex-Klamotten wie z. B. „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ (1978) oder „Helm auf – Hose runter“ (1980) auffiel. Es heißt, man habe ihm aufgrund seiner mangelnden Deutschkenntnisse bei den Dreharbeiten für „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ den Text in einer Art Lautschrift auf Tafeln gezeigt.

Gravina in Puglia bildete die Kulisse für die fiktive süditalienische Kleinstadt Campobello.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

 

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