Rote Sonne

Rote Sonne

Rote Sonne

Originaltitel: Rote Sonne – Regie: Rudolf Thome – Drehbuch: Max Zihlmann – Kamera: Bernd Fiedler – Schnitt: Jutta Brandstaedter – Musik: Jean Sibelius – Darsteller: Uschi Obermaier, Marquard Bohm, Sylvia Kékulé, Gaby Go, Diana Körner, Peter Moland, Don Wahl, Hark Bohm, Henry van Lyck, Günter Lemmer, Axel Willschrei, Wolfgang Glück, Peter Berling, Elga Sorbas, Carlo Fedier u.a. – 1970; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Ahnungslos quartiert Thomas sich in der Wohngemeinschaft von vier Frauen ein, die seit einem halben Jahr Männer ermorden und sich geschworen haben, ihre Liebhaber spätestens am fünften Tag zu töten. Außerdem bereiten Peggy, Sylvie, Christine und Isolde einen Sprengstoffanschlag vor, um die Öffentlichkeit auf ihre Aktion aufmerksam zu machen ...

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Kritik

"Rote Sonne" ist eine Groteske. Auch wenn Rudolf Thome die Geschichte temporeich und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors inszeniert hat, erinnert seine Inszenierung ein wenig an die ersten Filme von Rainer Werner Fassbinder.
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Thomas (Marquard Bohm) fährt per Anhalter von Hamburg nach München. Dort geht er als Erstes ins „Take Five“ und trifft seine frühere Freundin Peggy (Uschi Obermaier) wieder. Weil er keine Bleibe hat, nimmt Peggy ihn mit in die Wohngemeinschaft, die sie zusammen mit Sylvie (Sylvia Kékulé), Christine (Diana Körner) und Isolde (Gaby Go) bildet.

Thomas weiß nicht, dass Isolde vor einem halben Jahr ihren Verlobten aus Eifersucht umbrachte. Die Polizei hielt es für einen Suizid. Seit damals haben die vier Frauen aus Hass auf die Männer eine ganze Reihe weiterer Morde begangen und sich geschworen, ihre Liebhaber spätestens am fünften Tag zu töten. Außerdem bereiten Peggy, Sylvie, Christine und Isolde einen Sprengstoffanschlag vor, um die Öffentlichkeit auf ihre Aktion aufmerksam zu machen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Peggy versucht, Thomas loszuwerden, bevor die fünf Tage um sind, weil sie ihn noch immer liebt, aber er lässt sich nicht vertreiben, obwohl er Verdacht schöpft, als er in der Zeitung liest, dass Sylvies Verehrer Lohmann (Henry van Lyck) in der Isar ertränkt wurde. Isolde gesteht ihm schließlich alles.

Im letzten Augenblick entschärft Thomas die Bombe. Dabei wird er von den Frauen gesehen. Als sie in die WG kommen, ist er nicht mehr da, sondern ins Hotel „Residence“ gezogen. Dort besucht Sylvie ihn, aber bevor sie ihn erschießen kann, nimmt er ihr die Pistole ab.

Christine erschießt die Verräterin Isolde. Peggy wird von ihren beiden Mitbewohnerinnen unter Druck gesetzt, die Vereinbarungen einzuhalten und Thomas endlich umzubringen.

Schließlich fährt sie mit Thomas zum Starnberger See. Als sie ihre Pistole aus der Tasche nimmt, hat Thomas plötzlich die Waffe in der Hand, die er Sylvie abnahm. Es kommt zu einem Schusswechsel. Am Ende brechen Peggy und Thomas sterbend am Ufer des Sees zusammen.

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„Rote Sonne“ ist eine Groteske von Rudolf Thome. Rainer Langhans, der seine Freundin Uschi Obermaier zum Set begleitete, dachte bei dem Film an ein Flugblatt, das von Frauen aus dem SDS verteilt worden war: „Befreit die sozialistischen Eminenzen von ihren bürgerlichen Schwänzen!“ – In „Rote Sonne“ versuchen die Frauen, die Utopie einer Gesellschaft zu verwirklichen, in der die Männer nichts zu sagen haben und wie bei bestimmten Spinnenarten spätestens nach dem Liebesakt umgebracht werden. Bemerkenswert ist, dass die gewalttätigen Frauen auch nicht davor zurückschrecken, mit einem Sprengstoffanschlag auf ihr Vorhaben aufmerksam zu machen.

Auch wenn Rudolf Thome die Geschichte temporeich und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors inszeniert hat, erinnert „Rote Sonne“ stilistisch ein wenig an die ersten Filme von Rainer Werner Fassbinder.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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