Majestät brauchen Sonne

Majestät brauchen Sonne
Inhaltsangabe
Kritik
Kaiser Wilhelm II., den König Georg V. als den „brillantesten Versager der Weltgeschichte“ bezeichnete, war eine bizarre Persönlichkeit. „Unnahbar und doch leutselig, fürsorglich, aber in schimmernder Wehr wollte der Kaiser für alle Vorbild spielen – ohne zu merken, dass sein Selbstbild aus Preußengloria und Gottesgnadentum von Anfang an eine Karikatur war.“ (Johannes Saltzwedel in „Der Spiegel“, 43/1999, S. 334)
Dem Hang Wilhelms II. zur Selbstinszenierung kamen Filmaufnahmen entgegen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkamen. Die älteste erhaltene Filmaufnahme zeigt den Kaiser bei der Enthüllung eines Denkmals seines Großvaters Wilhelm I. im Mai 1896 auf dem Opernplatz in Frankfurt am Main. Fortan ließ er sich nicht nur bei Staatsbesuchen filmen, sondern auch bei Paraden und Grundsteinlegungen, beim Stapellauf von Kriegsschiffen, auf der Jagd und bei gymnastischen Übungen.
Eine besondere Rarität ist der Film über eine Parade im Jahr 1913 anlässlich der Hochzeitsfeier von Wilhelms Tochter Viktoria Luise: Das gleichzeitig von drei Kameras aufgenommene Material wurde durch Filter übereinander projiziert, um einen Farbeffekt zu erzeugen.
Aus Zitaten, Tondokumenten, alten Fotos, historischen Filmaufnahmen und aktuellen Bildern von historischen Schauplätzen montierte Peter Schamoni ein Porträt des letzten deutschen Kaisers.
Peter Schamoni zeigt vor allem das Bizarre des letzten deutschen Kaisers. Weder verunglimpft er ihn, noch verherrlicht er ihn. Es handelt sich eher um einen kritiklosen Bilderbogen, nicht um eine psychologische oder historische Auseinandersetzung mit Wilhelm II. Und die historischen Hintergründe werden ohnehin nur angedeutet.
nach oben (zur Kritik bzw. Inhaltsangabe)Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003
Kaiser Wilhelm II.
Friedrich Hartau: Wilhelm II.
Peter Schamoni: Frühlingssinfonie