Vincent, François, Paul und die anderen

Vincent, François, Paul und die anderen

Vincent, François, Paul und die anderen

Vincent, François, Paul und die anderen – Originaltitel: Vincent, François, Paul ... et les autres – Regie: Claude Sautet – Drehbuch: Jean-Loup Dabadie, Claude Néron und Claude Sautet, nach dem Roman "La Grande Marrade" von Claude Néron – Kamera: Jean Boffety – Schnitt: Jacqueline Thiédot – Philippe Sarde – Darsteller: Yves Montand, Michel Piccoli, Serge Reggiani, Gérard Depardieu, Stéphane Audran, Marie Dubois, Umberto Orsini, Ludmila Mikaël, Antonella Lualdi, Catherine Allégret, Betty Beckers, Yves Gabrielli, Jean Capel, Mohamed Galoul, Jacques Richard u.a. - 1974; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Der Fabrikant Vincent, der Arzt François und der Schriftsteller Paul sind befreundet, aber als jeder von ihnen in eine Lebenskrise gerät, versuchen sie es voreinander zu verbergen. Am schlimmsten trifft es Vincent: Seine Frau betreibt die Scheidung, seine Geliebte beendet das Verhältnis, und mit seinem Unternehmen hat er sich durch den Kauf neuer Maschinen überschuldet.
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Kritik

"Vincent, François, Paul und die anderen" ist eine unspektakuläre, aber nicht banale, melancholische, aber zugleich unterhaltsame Tragikomödie von Claude Sautet.
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Paris. Der Fabrikant Vincent (Yves Montand), der Arzt François (Michel Piccoli) und der Schriftsteller Paul (Serge Reggiani) sind befreundet, aber sie versuchen, ihre Probleme voreinander zu verbergen: Paul hat zwar mit Julia (Antonella Lualdi) eine verständnisvolle Frau, kommt jedoch seit längerer Zeit mit seinem Roman-Projekt nicht weiter. François wird von seiner Ehefrau Lucie (Marie Dubois) betrogen und schließlich wegen eines anderen Mannes – Jacques (Umberto Orsini) – verlassen. Vincent trifft es gleich mehrfach: Seine Frau Catherine (Stéphane Audran) zieht aus und betreibt die Scheidung, seine fünfundzwanzigjährige Geliebte Marie (Ludmila Mikaël) beendet das Verhältnis, und mit seinem Unternehmen hat er sich durch den Kauf neuer Maschinen überschuldet.

Vincent ruft Bekannte an, doch bis auf Armand (Jacques Richard) ist niemand bereit, ihm Geld zu leihen, und Armand kann nur 3 Millionen Francs aufbringen. Vincent benötigt jedoch innerhalb von drei Tagen 12 Millionen. Bei einer Party ringt er sich durch, François von seinen finanziellen Schwierigkeiten zu erzählen, aber der Freund stellt sofort klar, dass er Vincent nicht helfen wird. In seiner Verzweiflung wendet Vincent sich mitten in der Nacht an Catherine, die ihm geduldig zuhört und ihn auf einer Couch übernachten lässt. Am anderen Morgen taucht ihr Vater auf und bietet Vincent die fehlenden 9 Millionen Francs. Er hat gerade sein Haus in Paris verkauft und ist deshalb flüssig, aber er benötigt den Betrag innerhalb von drei Monaten zurück, denn er möchte sich mit seiner Frau ein kleines Haus bei Avignon kaufen.

Durch den Aufschub lässt Vincent sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass er bankrott ist: Er verkauft sein Unternehmen und zahlt die Kredite zurück. Seiner finanziellen Sorgen entledigt, versucht er, Catherine zurückzugewinnen, doch sie lässt sich nicht mehr umstimmen und zieht ins Ausland. Da bricht Vincent zusammen und wird von François ins Krankenhaus eingeliefert, wo man ihn gründlich untersucht und ein paar Tage lang beobachtet.

Einige Zeit später fiebert Vincent als Zuschauer bei einem Boxkampf: Sein früherer Angestellter Jean Lavallee (Gérard Depardieu) kämpft gegen Joe Catano (Mohamed Galoul) – und gewinnt gegen den Champion. Trotz des Sieges begreift Jean, dass der Boxsport nichts für ihn ist, und er versucht deshalb einen Neuanfang in Bordeaux.

Vincent fängt in Armands Schreinerei-Betrieb zu arbeiten an und hofft, dass Catherine zu ihm zurückkehrt, obwohl er weiß, dass sie es nicht tun wird.

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Mit „Vincent, François, Paul und die anderen“ zeigt Claude Sautet wieder einmal, was er aus Alltagsgeschichten machen konnte. Sein Gruppenporträt von drei Franzosen der gehobenen Mittelschicht, die in Lebenskrisen geraten sind, ist unspektakulär, aber nicht banal, melancholisch, aber zugleich unterhaltsam. Sehenswert ist „Vincent, François, Paul und die anderen“ schon allein wegen Yves Montand, dem es gelungen ist, in sein variantenreiches Mienenspiel hintergründigen Humor zu legen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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