Unter der Sonne Australiens

Unter der Sonne Australiens

Unter der Sonne Australiens

Originaltitel: Romulus, My Father – Regie: Richard Roxburgh – Drehbuch: Nick Drake, nach der Biografie "Romulus, mein Vater" von Raimond Gaita – Kamera: Geoffrey Simpson – Schnitt: Suresh Ayyar – Musik: Basil Hogios – Darsteller: Eric Bana, Franka Potente, Marton Csokas, Kodi Smit-McPhee, Russell Dykstra, Jacek Koman, Alethea McGrath, Terry Norris, Esme Melville u.a. – 2007; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Raimonds Eltern – der Rumäne Romulus und die Deutsche Christina – wanderten mit ihm nach Australien aus. Dort trennten sie sich: Während Romulus mit Raimond weiter im Outback lebt, zog Christina nach Melbourne. Im Sommer 1960 besucht sie wieder einmal ihren Mann und ihren inzwischen 14-jährigen Sohn. Kurz darauf erfährt Romulus, dass sie mit seinem früheren Freund Mitru zusammenlebt. Die beiden bekommen ein Kind, aber Christina wird depressiv und kümmert sich nicht um das Baby ...
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Kritik

Hinsichtlich der psychologischen Entwicklung der Figuren bleibt "Unter der Sonne Australiens" – die Verfilmung der Biografie "Romulus, mein Vater" – an der Oberfläche. Das erschwert es, mit ihnen mitzufühlen.
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Raimond (Kodi Smit-McPhee) wurde 1946 in Deutschland als Sohn einer Deutschen und eines Rumänen geboren. Als er vier Jahre alt war, wanderten seine Eltern Romulus und Christina Gaita (Eric Bana, Franka Potente) mit ihm nach Australien aus. Das entbehrungsreiche Leben auf einer kleinen Farm im Outback ertrug Christina nicht lange; sie verließ ihre Familie und zog nach Melbourne. Romulus wollte sich in seiner Verzweiflung erschießen [Suizid], aber der Versuch misslang.

Wenn Christina für ein paar Tage zu Besuch kommt, schlafen sie und Romulus trotz der Trennung auch wieder miteinander. Raimond liebt sowohl seinen aufrichtigen, verantwortungsvollen Vater als auch seine lebensgierige Mutter.

Der Film „Unter der Sonne Australiens“ beginnt im Sommer 1960, als Christina wieder einmal ihren Sohn und ihren Mann besucht. Kurz nach ihrer Abreise wird Romulus von seinem Freund Hora (Marton Csokas) darüber aufgeklärt, dass Christina in Melbourne inzwischen mit dessen Bruder Mitru (Russell Dykstra) zusammenlebt und die beiden vorhaben, hierher zu ziehen.

Mitru bedauert bei einem Besuch mit Christina auf der Farm, dass seine Freundschaft mit Romulus zerbrochen ist. Nachdem Romulus ihn mit dem Motorrad vorzeitig zum Bahnhof gebracht hat, rast er bei der Rückfahrt, um seine Aggression loszuwerden. Er kommt ins Schleudern und wird verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Einige Monate später bekommen Christina und Mitru eine Tochter, die sie Susan nennen.

Im Sommer 1961 verbringt Raimond einige Zeit bei seiner Mutter. Während er und Mitru sich liebevoll um das Baby kümmern, liegt Christina mit einer postnatalen Depression im Bett. Dann kauft sie sich ein teures Kleid, obwohl Mitru nicht weiß, wovon er die Miete bezahlen soll.

Als Raimond wieder bei seinem Vater ist, kommt Christina erneut zu Besuch. Susan hat sie bei ihrem Lebensgefährten gelassen.

Auf der Farm versucht Christina, sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen. Raimond findet sie bewusstlos im Bett. Romulus rennt zu einem Nachbarn, leiht sich dessen Auto und bringt Christina gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Sommer 1962: Mitru kümmert sich weiterhin um Susan, während Christina ihm teilnahmslos dabei zusieht. Als Raimond während eines Besuches mit Susan im Kinderwagen spazierengeht, sieht er zufällig, wie es seine Mutter in einem Schuppen mit einem Fremden treibt.

Mitru bleiben die Seitensprünge seiner Lebensgefährtin nicht verborgen. Er schlägt sie und springt danach von einem Turm in den Tod.

Danach bleibt Christina nichts anderes übrig, als sich in einer Fabrik ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Susan kommt in ein Heim.

Zur gleichen Zeit wird Raimond in ein Internat aufgenommen.

Dort besucht ihn Christina eines Tages und beteuert, es noch einmal mit seinem Vater versuchen zu wollen. Raimond geht nicht darauf ein und erklärt später seinem Lehrer, er wolle seine Mutter vorerst nicht noch einmal sehen.

Kurze Zeit später schluckt Christina erneut Schlaftabletten, und diesmal stirbt sie.

Nach der Beerdigung überlegt Romulus, dass sein Sohn eine Mutter braucht. Hora hatte ihm einmal von der Freundin seiner Geliebten vorgeschwärmt, und seit einiger Zeit wechselt Romulus mit der auf dem Balkan lebenden Lidia Vukovic (Veronica Sywak) Briefe. Er beabsichtigt, die Farm zu renovieren, Lidia kommen zu lassen und Susan zu adoptieren. Er schickt Lidia Geld für die Familie und die Reisekosten. Aber dann stellt sich heraus, dass sie bereits verheiratet ist.

Da bricht Romulus psychisch zusammen und wird in eine Nervenheilanstalt eingewiesen.

Hora arbeitet sechzehn Stunden am Tag in einer Fabrik, um sich, Raimond und Susan ernähren zu können.

Nach einem längeren Aufenthalt in der psychiatrischen Anstalt kehrt Romulus zurück. Mitten in der Nacht weckt er seinen Sohn und fährt mit ihm fort. Er hält es auf der Farm nicht mehr aus und will mit seinem Sohn anderswo ein neues Leben beginnen.

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Nach einem Drehbuch von Nick Drake verfilmte Richard Roxburgh die 1988 in Melbourne von Raimond Gaita veröffentlichte Biografie „Romulus, My Father“ („Romulus, mein Vater“, Übersetzung: Wolfgang Astelbauer, Residenz Verlag, Salzburg 2001, ISBN 9783701712397, 208 Seiten). In Deutschland schaffte es der Film nicht ins Kino; er wurde stattdessen am 14. Juni 2009 erstmals mit dem Titel „Unter der Sonne Australiens“ im Fernsehen ausgestrahlt.

Raimond Gaita wurde 1946 in Deutschland als Sohn einer Deutschen und eines Rumänen geboren. Sein Vater Romulus Gaita und seine Mutter Christine Anna, geborene Dörr, wanderten mit ihm zusammen 1950 nach Australien aus. Raimond Gaita besuchte das St. Patrick’s College in Ballarat, Victoria, und die Melbourne High School. Nach dem Studium an der University of Melbourne und der Promotion an der University of Leeds lehrte er Moralphilosophie am King’s College in London und am Institute of Advanced Research der Australian Catholic University. Seine Ehefrau Yael Gaita unterrichtete an The King David School in Melbourne Hebräisch. Sie brachte zwei Töchter mit in die Ehe – Dahlia und Michelle – und bekam mit Raimond zusammen zwei weitere: Katerina und Eva.

Romulus Gaita starb 1996.

Am Anfang und am Ende des Films „Unter der Sonne Australiens“ erweckt Romulus Gaita in der Kälte erstarrte Bienen durch Wärme wieder zum Leben. Das ist eine Metapher dafür, dass auch wir nicht ohne menschliche Wärme auskommen. Erzählt wird vorwiegend aus der Perspektive des Jungen. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zu seinem aufrichtigen, verantwortungsvollen Vater und seiner Mutter, die durch ihre Lebensgier die Familie zerstört und in einer Depression versinkt.

Hinsichtlich der psychologischen Entwicklung der Figuren bleibt „Unter der Sonne Australiens“ an der Oberfläche. Das erschwert es, mit ihnen mitzufühlen. Weil es darüber hinaus auch kaum dramatische Zuspitzungen gibt, gleitet die Handlung dahin, ohne die Zuschauer mitzureißen. Großartige Landschaftsaufnahmen helfen da auch nicht weiter.

Unter den schauspielerischen Leistungen ist die von Kodi Smit-McPhee (* 1996) hervorzuheben.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2009

Anja Snellman - Zeit der Haut

Die 84 Kapitel von "Zeit der Haut" sind nicht chronologisch, sondern assoziativ angeordnet. Es handelt sich um einen ernsten, aber unpathetischen Roman in einer unverblümten, spröden und doch sehr sensiblen Sprache.

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Anja Snellman

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