Gattaca

Gattaca

Gattaca

Originaltitel: Gattaca - Regie: Andrew Niccol - Drehbuch: Andrew Niccol - Kamera: Slawomir Idziak – Schnitt: Lisa Zeno Churgin - Musik: Michael Nyman – Darsteller: Ethan Hawke, Uma Thurman, Jude Law, Gore Vidal, Alan Arkin, Xander Berkeley, Elias Koteas, Jayne Brook, Loren Dean, Ernest Borgnine, William Lee Scott, Maya Rudolph, Una Damon, Elizabeth Dennehy, Blair Underwood, Mason Gamble, Vincent Nielson, Chad Christ, Clarence Graham, Ernest Borgnine, Tony Shalhoub u.a. - 1997; 125 Minuten

Inhaltsangabe

Weil er nicht unter kontrollierten Bedingungen im Reagenzglas gezeugt wurde, gilt Vincent als minderwertig und ungeeignet für anspruchsvolle Aufgaben. Durch die Abgabe von Blut- und Urinproben eines Sportlers mit geprüftem Erbgut, der aufgrund eines Unfalls gelähmt ist, gelingt es ihm jedoch, sich vom Konzern Gattaca zum Astronauten ausbilden zu lassen. Als Vincent unter Mordverdacht gerät, droht seine Mimikry zu scheitern ...
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Kritik

"Gattaca" ist eine anspruchsvolle Mischung aus spannendem Thriller, beklemmendem Science-Fiction-Drama und einer alarmierenden Zukunftsvision. Bestechend ist auch die formale Brillanz des Films.
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Vincent Freeman (Mason Gamble, Chad Christ, Ethan Hawke) und sein Bruder Antonio (Vincent Nielson, William Lee Scott, Elias Koteas) leben in einer Gesellschaft, in der es nur Menschen zu etwas bringen, die unter kontrollierten Bedingungen im Reagenzglas gezeugt und deren Gene optimiert wurden („Valids“). Die anderen („In-Valids“) gelten als minderwertig und ungeeignet für anspruchsvolle Aufgaben. Während es sich bei Antonio um ein Retortenbaby mit überprüftem Genom handelt, leidet Vincent aufgrund seiner überkommenen Art der Zeugung und der deshalb unvollkommenen Erbanlagen unter einer Herzschwäche und kann sich nur schwer konzentrieren. Als Mensch zweiter Klasse kommt er nur für primitive Arbeiten in Betracht.

Ungeachtet seines Nachteils lässt Vincent sich mehrmals auf ein Wettschwimmen mit seinem Bruder ein. Erwartungsgemäß schafft Antonio es jedes Mal, weiter als sein Rivale hinauszuschwimmen – bis er sich so verausgabt, dass er von Vincent gerettet werden muss. Erst später wird Vincent verraten, wie er es geschafft hat, weiter als sein Bruder zu schwimmen: Er sparte sich keine Energiereserven für den Rückweg auf!

Trotz seiner Chancenlosigkeit gibt Vincent seinen Jugendtraum nicht auf: Er würde sich gern zum Astronauten ausbilden lassen und zum Titan fliegen. Ein Händler, der illegale Geschäfte mit genetischem Material vermittelt, bringt Vincent mit dem ehemaligen Hochleistungssportler Jerome Eugene Morrow (Jude Law) zusammen, der zwar über einwandfreie Gene verfügt, aber aufgrund eines missglückten Selbstmordversuchs auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Gegen entsprechende Bezahlung legt Jerome einen Vorrat an Blut- und Urinproben von sich an, die Vincent dazu benützt, um sich eine falsche Identität zuzulegen und als „Valid“ ins Raumfahrtprogramm des Konzerns Gattaca aufgenommen zu werden. Bald gehört er zu den Besten der Trainees. Damit kommt er seinem ehrgeizigen Ziel ein gutes Stück näher. Aber es fällt ihm nicht leicht, täglich die Identifizierungssysteme zu überlisten und beispielsweise seinen Vorgesetzten Josef (Gore Vidal) zu täuschen. Dass er sich in seine Kollegin Irene Cassini (Uma Thurman) verliebt, erhöht das Risiko seiner Entlarvung – doch stattdessen findet er in ihr eine Verbündete.

Dann wird der Leiter einer geplanten Mission tot aufgefunden und aufgrund eines von der Spurensicherung entdeckten Haares gerät ausgerechnet Vincent unschuldig unter Mordverdacht …

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Die DNA, aus der das Genom besteht, kann man sich als verdrillte Strickleiter vorstellen, deren Sprossen aus je zwei Nukleotidbasen – Guanin, Adenin, Thymin, Cytosin – zusammengesetzt sind. Aus den Anfangsbuchstaben der Nukleotidbasen besteht auch das Wort „Gattaca“.

In seinem Regiedebüt „Gattaca“ führt uns der Neuseeländer Andrew Niccol (der Drehbuchautor von „Die Truman Show“) eine futuristische Gesellschaft vor, in der nur künstlich gezeugte Menschen mit optimierten Genen eine Chance haben. Um trotz seiner unvollkommenen Erbanlagen Astronaut werden zu können, bekämpft Vincent nicht das System, sondern im Gegenteil: er täuscht die Identität eines Menschen erster Klasse vor und passt sich völlig an.

„Gattaca“ ist eine anspruchsvolle Mischung aus spannendem Thriller, beklemmendem Science-Fiction-Drama und einer alarmierenden Zukunftsvision. Störend wirkt, dass Vincent Freeman (nomen est omen!) nicht nur als Figur agiert, sondern auch noch seine Motive und sein Verhalten erläutert. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Handlung nur dazu dient, eine message zu transportieren. Ausgeglichen wird diese Schwäche durch die formale Brillanz des Films. Andrew Niccol verzichtet in „Gattaca“ bewusst auf spektakuläre Effekte und bevorzugt leise Töne und kühle Farben. Kamera, Schnitt und Musik tragen wesentlich dazu bei, eine intensive Atmosphäre zu erzeugen.

Übrigens verliebten die Hauptdarsteller Ethan Hawke und Uma Thurman sich während der Dreharbeiten zu „Gattaca“ und heirateten am 1. Mai 1998. Die beiden haben zwei Kinder, aber ihre Ehe wurde nach sieben Jahren im August 2005 geschieden.

Außer der Filmmusik von Michael Nyman sind in „Gattaca“ zu hören:

  • Charlie Haden: „First Song“
  • Django Reinhardt: „Nuages“
  • Franz Schubert: aus dem Impromptu, op. 90, Nr. 3
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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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