Evas Auge

Evas Auge

Evas Auge

Evas Auge – Originaltitel: Evas øye – Regie: Berit Nesheim – Drehbuch: Berit Nesheim, nach dem Roman "Evas Auge" von Karin Fossum – Kamera: Erling Thurmann-Andersen – Schnitt: Inge-Lise Langfeldt – Musik: Geir Böhren, Bent Aaserud – Darsteller: Andrine Sæther, Bjørn Sundquist, Gisken Armand, Sverre Anker Ousdal, Linda Tomine Coles, Marius Sønstrød, Kristin Kajander, Svein Roger Karlsen, Lasse Kolsrud, Per Egil Aske, Sven Nordin, Marit A. Andreassen, Rune Hekkelstrand, Henrik Scheele, Dennis Storhøi, Christin Borge u.a. - 1999; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Eva Magnus erzieht ihre kleine Tochter Jenny seit der Scheidung allein. Das Geld, das sie als Haushaltshilfe verdient, reicht nicht, um alle Rechnungen pünktlich bezahlen zu können. Jenny entdeckt eines Tages eine Männerleiche. Eva tut so, als rufe sie die Polizei an, verschweigt aber in Wirklichkeit den Fund. Nachdem eine andere Frau die Leiche gemeldet hat, befragt Kommissar Konrad Sejer auch Eva. Sie leugnet, den Toten gekannt zu haben ...
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Kritik

Berit Nesheim verfilmte "Evas Auge", den Debütroman von Karin Fossum. Statt auf spektakuläre Effekte setzte sie auf eine differenzierte Darstellung der Figuren, ihrer Motivationen und Handlungen. "Evas Auge" ist ein spannender und überzeugender Psychothriller.
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Seit der Trennung von ihrem Ehemann Jostein Magnus (Sven Nordin) lebt die vierunddreißigjährige Künstlerin Eva (Andrine Sæther) mit ihrer kleinen Tochter Jenny (Linda Tomine Coles) allein in einem Haus in einer norwegischen Kleinstadt. Eva ist eine begabte Malerin, aber sie hat noch kein einziges ihrer Bilder verkaufen können. Dazu sind sie wohl zu eigenwillig, denn Eva verwendet keine Farben, sondern nur verschiedene Abstufungen von Grau und Schwarz, und sie weigert sich, ihren düsteren Gemälden einen Namen zu geben oder sie zu interpretieren. Geld verdient sie als Haushaltshilfe, aber das Einkommen reicht nicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken, und sie gerät mit der Bezahlung ihrer Rechnungen ständig in Verzug.

Als Eva mit ihrer Tochter wieder einmal zu ihrem geliebten Vater Markus Larsgaard (Sverre Anker Ousdal) geht, entdeckt Jenny am Fjordufer eine angeschwemmte Männerleiche. Eva sagt dem Kind, sie müsse die Polizei anrufen und geht in eine Telefonzelle, telefoniert jedoch nur kurz mit ihrem Vater, ohne den Leichenfund zu erwähnen.

Bald darauf wird die Polizei von einer anderen Frau zum Fundort gerufen. Bei dem Toten handelt es sich um den seit Monaten vermissten Brauereiarbeiter Egil Einarsson (Svein Roger Karlsen). Er wurde offenbar erstochen.

Da zur gleichen Zeit die Prostituierte Maja Durban (Gisken Armand) auf ihrem Bett mit einem Kissen erstickt wurde, fragt sich Kommissar Konrad Sejer (Bjørn Sundquist), ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden gibt. Er sucht Majas frühere Schulfreundin Eva Magnus auf, um sie noch einmal zu befragen. Sie kommt Sejer nervös vor. Egil Einarsson habe sie nicht gekannt, sagt sie.

Von Jostein Magnus und seiner neuen Lebensgefährtin Sofie Burger (Christin Borge) erfährt Sejer dann zu seiner Verwunderung, Jenny habe ihnen erzählt, wie sie eine Leiche am Fjord fand und ihre Mutter daraufhin die Polizei von einer Telefonzelle aus anrief. Sejer stellt Eva zur Rede. Sie bleibt bei ihrer Behauptung, der Name Einarsson sei ihr unbekannt gewesen und beteuert, nach dem Fund der Leiche die Polizei verständigt zu haben. Sejer glaubt ihr nicht. Inzwischen hat er auch herausgefunden, dass Eva vor einigen Wochen angefangen hat, ihre Rechnungen pünktlich zu bezahlen.

Jan Henry (Marius Sønstrød), der kleine Sohn der Witwe Jorun Einarsson (Kristin Kajander), berichtet Sejer, sein Vater habe kurz vor dem Tod sein Auto verkaufen wollen. Der Junge findet auch noch den Zettel mit dem Namen und der Telefonnummer der Interessentin. Es handelt sich um den Mädchennamen von Evas vor zwölf Jahren verstorbener Mutter und die Telefonnummer von Markus Larsgaard. Der weiß allerdings weder etwas von einem Anruf noch von einem Autokauf.

Eva bringt Jenny zu Jostein und Sofie, packt ihre Sachen und will fort. Doch in der Tür steht ein Mann und fragt sie nach „dem Geld“. Er heißt Juan Cordoba (Lasse Kolsrud) und war einer von Majas Bekannten. Eva versteckt sich im Keller, aber Cordoba bricht ins Haus ein und findet sie. Sie flieht – und läuft Sejer vors Auto. Der Kommissar sieht auch kurz den Verfolger, der jedoch sofort davonrennt. Sejer ist gekommen, um Eva festzunehmen.

Am nächsten Tag legt sie ein ausführliches Geständnis ab.

Sie berichtet, wie sie zufällig ihre Schulfreundin Maja traf, die sie zwanzig Jahre nicht gesehen hatte. Während bei Eva das Telefon abgestellt war, weil sie die Rechnung nicht bezahlen konnte, erzählte Maja, sie werde bis zum Jahresende 3 Millionen Kronen gespart haben und sich dann ein Haus in der Provence kaufen. „Ich bin Hure“, sagte Maja. Eva hielt das zunächst für einen Scherz, aber es stimmte, und als Maja von den Geldnöten ihrer Freundin erfuhr, bot sie ihr ein Zimmer in ihrem Haus an, in dem sie ebenfalls Freier hätte empfangen können. Nach längerem Zögern nahm Eva das Angebot an, ließ sich von Maja geeignete Unterwäsche und Kleidung geben und wartete auf ihren ersten Freier. Doch als es klingelte, brachte Eva es nicht fertig, ihm zu öffnen, und Maja sprang für sie ein. Durch einen Türspalt schaute Eva den beiden im Bett zu. So wurde sie Zeugin, wie es zu einem Streit zwischen Maja und dem Freier kam und ihre Freundin mit einem Kissen erstickt wurde. Durchs Fenster sah sie den Mann mit einem roten Sportwagen wegfahren. Die Polizei wollte sie nicht anrufen, denn dann hätte man sie auch für eine Prostituierte gehalten und ihr möglicherweise die Tochter weggenommen. Bevor sie ging, durchsuchte das Haus und nahm die 60 000 Kronen an sich, die sie in verschiedenen Schubladen fand.

Endlich konnte sie die ausstehenden Rechnungen bezahlen und ihrem alten Vater bei jedem Besuch heimlich einen Geldschein zustecken. Aber der Gedanke an die 3 Millionen ließ ihr keine Rolle. Sie wusste, dass Maja das Geld in einer Berghütte versteckt hatte. Eines Tages fuhr sie hin und brach ein. Gerade als sie die Banknotenbündel gefunden und in einen Eimer gepackt hatte, tauchte Juan Cordoba auf und suchte ebenfalls nach dem Geld. Sie kroch in das Plumpsklo und blieb dort, bis er gegangen war. Dann lief sie zu ihrem Auto. Er tauchte neben ihr auf, aber sie entkam ihm.

Das Geld versteckte sie in der Garage ihres Vaters.

Bei Majas Beerdigung sah Eva auch Cordoba wieder – und beobachtete, wie er noch auf dem Friedhof wegen Drogenhandels festgenommen wurde.

Als sie in der Zeitung las, dass die Polizei im Fall Maja Durban einen Mann unter Mordverdacht verhaftet hatte, wusste sie, dass es der Falsche war. Deshalb suchte sie selbst nach dem Täter und stieß auf Egil Einarsson. Um an ihn heranzukommen, tat sie so, als interessiere sie sich für seinen roten Sportwagen, gab ihm jedoch den Mädchennamen ihrer Mutter und die Telefonnummer ihres Vaters an. Sie verabredete sich mit ihm zu einer Probefahrt und sagte ihm anschließend, sie habe gesehen, wie er Maja ermordete. Daraufhin packte er sie. Ein Messer, das er bei sich trug, fiel zu Boden. Eva hob es auf und erstach ihn. Die Leiche zerrte sie zum nahen Ufer des Fjords, und das Auto fuhr sie zu einem Schrottplatz.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Nach dem Geständnis klärt Sejer sie darüber auf, dass Egil Einarsson aufgrund der Spuren nicht als Täter in Frage kommt. Sie hat den falschen Mann erstochen.

Zufällig beobachtet der Kommissar einen Fremden, der bei Jorun Einarsson aus dem Haus kommt. Jan Henry erklärt ihm, es handele sich um den neuen Freund seiner Mutter: Peddik (Per Egil Aske). Sejer fragt die Witwe, ob auch andere Männer mit dem roten Sportwagen ihres Mannes gefahren seien. Egil habe ihn nie verliehen, sagt Jorun, eine Ausnahme habe er nur bei seinem besten Freund gemacht, bei Peddik.

Peddik gibt bei seiner Festnahme zu, Maja ermordet zu haben.

Evas Vater erleidet vor Aufregung über die Verhaftung seiner Tochter einen Schlaganfall und stirbt.

Eva Magnus und Konrad Sejer blicken sich tief in die Augen. Als letztes Bild sehen wir den Eimer mit dem Geld in der Garage von Markus Larsgaard.

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Die Norwegerin Berit Nesheim (*1945) verfilmte den 1995 veröffentlichten Debütroman der norwegischen Schriftstellerin Karin Fossum (*1954): „Evas øye“ („Evas Auge“, Übersetzung: Gabriele Haefs, Piper Verlag, München 1997, 367 Seiten, ISBN: 3-492-03907-3).

Wie Karin Fossum, setzt auch Berit Nesheim in „Evas Auge“ nicht auf spektakuläre Effekte, sondern auf eine differenzierte und realistische Darstellung der Figuren, ihrer Motivationen und Handlungen. Aufgrund eines sehr guten Drehbuchs und subtil agierender Schauspieler ist ihr ein spannender und überzeugender Psychothriller gelungen.

Im ersten Drittel beobachten wir Kommissar Konrad Sejer bei seinen Ermittlungen. Der Hauptteil des Films besteht aus dem durch Rückblenden veranschaulichten Geständnis von Eva Magnus. Erst am Schluss geht es wieder um die Fahndung nach dem Mörder.

Nach dem Erfolg von „Evas Auge“ veröffentlichte Karin Fossum weitere Romane mit der Figur des norwegischen Kriminalkommissars Konrad Sejer: „Se deg ikke tilbake!“ (1996; „Fremde Blicke“), „Den som frykter ulven“ (1997; „Wer hat Angst vorm bösen Wolf“), „Djevelen holder lyset“ (1998; „Dunkler Schlaf“), „Elskede Poona“ (2000; „Stumme Schreie“), „Svarte sekunder“ (2002; „Schwarze Sekunden“).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

Karin Fossum: Wer hat Angst vorm bösen Wolf (Verfilmung)

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