Sylvia Nasar : Auf den fremden Meeren des Denkens

Auf den fremden Meeren des Denkens

Sylvia Nasar

Auf den fremden Meeren des Denkens

Erstausgabe: A Beautiful Mind. A Biography of John Forbes Nash jr. Auf den fremden Meeren des Denkens. Das Leben des genialen Mathematikers John Nash Deutsche Ausgabe: Piper Verlag, München 1999
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der geniale Mathematiker John Forbes Nash jr. (*1928) kämpfte erfolgreich gegen seine schizophrenen Wahnvorstellungen an. Am 10. Dezember 1994 nahm er in Stockholm den Nobelpreis für Wirtschaft entgegen.
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Kritik

In der Biografie "Auf den fremden Meeren des Denkens" geht es nicht um eine Einführung in die Theoreme von John Forbes Nash jr., sondern um die persönliche Entwicklung dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit.
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Das Leben des genialen Mathematikers John Nash

John Forbes Nash jr. wurde 1928 in der amerikanischen Industriestadt Bluefield (West Virginia) als Sohn eines Elektroingenieurs und einer Lehrerin geboren. Er studierte zunächst Elektrotechnik in Pittsburgh, wechselte dann aber zur Mathematik. 1948 ging er nach Princeton, wo er nach einem Jahr eine nur 27 Seiten lange, aber bahnbrechende Dissertation über die von John von Neumann und Oskar Morgenstern begründete Spieltheorie vorlegte.

Schon als Student war Nash ein Einzelgänger, der die gesellschaftlichen Umgangsformen für zu umständlich hielt und sich in keiner Weise bemühte, andere für sich einzunehmen. Es kam ihm nur darauf an, durch eine revolutionäre wissenschaftliche Entdeckung Anerkennung zu gewinnen.

Er zeugte einen Sohn, weigerte sich jedoch, Eleanor, die Mutter des Kindes, zu heiraten und kümmerte sich auch nicht um seinen Sprössling. Dann verliebte er sich in die Studentin Alicia, die ihm intellektuell folgen konnte und sein exzentrisches Verhalten tolerierte. 1958 feierten sie Hochzeit.

Trotz einiger eleganter Lösungen für schwierige mathematische Probleme

wurde dem Assistant Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston die Fields-Medaille – eine hohe Auszeichnung für Mathematiker – nicht zuerkannt. Vielleicht bildete dieses Erlebnis des Scheiterns die Ursache für Nashs psychischen Zusammenbruch. Er hielt sich für den einzigen Menschen, der dazu ausersehen sei, Außerirdischen bei der Rettung der Erde und des Friedens zu helfen. Schließlich ließ ihn seine Frau in geschlossene Anstalt einweisen, wo er gegen paranoide Schizophrenie behandelt wurde.

Die Wahnvorstellungen dauerten zwar auch nach seiner Entlassung an, doch es gelang Nash, sich in den Achtzigerjahren davon so weit unabhängig zu machen, dass er seither in Princeton unterrichten kann. Jeden Tag geht er zu Fuß in die Universität, grübelt in der Bibliothek, sitzt in Vorlesungen, schreibt mitunter etwas an eine Tafel oder wandert durch die Gänge und Parkanlagen.

Am 10. Dezember 1994 nahm der Mathematiker gemeinsam mit Reinhard Selten und John C. Harsanyi in Stockholm den Nobelpreis für Wirtschaft entgegen. Wirtschaft? Ja, denn die Arbeiten der drei Wissenschaftler zur Spieltheorie ermöglichten bahnbrechende Erkenntnisse auch auf dem Gebiet wirtschaftlicher Strategien.

Alicia, die sich hatte scheiden lassen, heiratete John Nash im Juni 2001 zum zweiten Mal – rechtzeitig vor der Premiere des Films von Ron Howard.

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1992 begegnete die 1947 geborene Journalistin und Wirtschaftswissenschaftlerin Sylvia Nasar dem Mathematiker John Nash an der Universität von Princeton. Natürlich kannte sie das nach ihm benannte Theorem („Nash Equilibrium“). Zwei, drei Jahre fragte sie Menschen aus, die ihm nahe standen, ihn kannten oder mit ihm zu tun hatten. In ihrem Buch ging es ihr nicht um eine Einführung in seine Theoreme, sondern um seine persönliche Entwicklung. Wenn sie die Fülle der Details stärker verdichtet hätte, wäre ihre einfühlsam geschriebene Biografie über diese außergewöhnliche Persönlichkeit noch um einiges spannender zu lesen.

„A Beautiful Mind“, so der Originaltitel, erwies sich als Bestseller. Eine deutsche Übersetzung brachte Piper unter den Titeln „Auf den fremden Meeren des Denkens. Das Leben des genialen Mathematikers John Nash“ (Hardcover, 1999) bzw. „Genie und Wahnsinn. Das Leben des genialen Mathematikers John Nash“ (Taschenbuch, 2002) heraus.

Auf der Grundlage der Biografie von Sylvia Nasar drehte Ron Howard den Film „A Beautiful Mind“.

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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