Traitor

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Traitor. Zwischen den Fronten – Originaltitel: Traitor – Regie: Jeffrey Nachmanoff – Drehbuch: Jeffrey Nachmanoff, nach einer Story von Steve Martin und Jeffrey Nachmanoff – Kamera: J. Michael Muro – Schnitt: Billy Fox – Musik: Mark Kilian – Darsteller: Don Cheadle, Guy Pearce, Saïd Taghmaoui, Neal McDonough, Jeff Daniels, Alyy Khan, Archie Panjabi, Raad Rawi u.a. – 2008; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Als der muslimische US-Amerikaner Samir Horn wegen Waffenhandels eine Haftstrafe im Jemen verbüßt, freundet er sich mit Omar an, einem Mithäftling, der einer terroristischen Untergrundorganisation angehört, die ihm zum Ausbruch verhilft. Omar nimmt Samir mit und führt ihn in die Terrorgruppe ein. Um das Misstrauen der Anführer zu beseitigen, führt Samir einen Sprengstoffanschlag auf das US-Konsultat durch. Das FBI ist ihm dicht auf den Fersen, weiß jedoch nichts von seinen Kontakten zu einem CIA-Agenten ...
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Kritik

"Traitor. Zwischen den Fronten" ist ein Polit- und Spionagethriller. Jeffrey Nachmanoff erzählt die verhältnismäßig vielschichtige Geschichte temporeich und spannend.

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Samir Horn (Don Cheadle), der Sohn eines Sudanesen und einer US-Amerikanerin, wurde im Sudan geboren und kam als Kind in die USA. Der Moslem mit amerikanischem Pass wurde in der Armee zum Sprengstoffexperten ausgebildet und gehörte zu den Elitetruppen, die die Mudschaheddin im Krieg gegen die nach Afghanistan einmarschierten sowjetischen Truppen unterstützten. Danach begann er mit Waffen zu handeln.

Die FBI-Agenten Roy Clayton und Max Archer (Guy Pearce, Neal McDonough) sind ihm auf der Spur und sorgen im Jemen dafür, dass er festgenommen wird. Im Gefängnis besuchen sie ihn und bieten ihm an, ihn herauszuholen, wenn er bereit sei, ihnen Informationen zu liefern. Samir geht darauf nicht ein.

Er freundet sich mit Omar (Saïd Taghmaoui) an, einem Mithäftling, der einer terroristischen Untergrundorganisation angehört, die durch einen Sprengstoffanschlag auf das Gefängnis dafür sorgt, dass er ausbrechen kann. Samir nimmt er mit und führt ihn in die Terrorgruppe ein.

Um das Misstrauen der Anführer Nathir und Fareed (Raad Rawi, Alyy Khan) zu beseitigen, führt Samir einen Anschlag auf das Konsulat der USA in Nizza durch. Als Bauarbeiter verkleidet, versteckt er zwei selbst gebastelte Sprengkörper an der Fassade und zündet sie dann aus sicherer Entfernung.

Die Terroristen feiern seinen Erfolg, denn bei der Explosion starben acht Menschen. Samir zuckt zusammen, als er von den Toten hört und sagt dann rasch, er habe gehofft, es seien mehr.

Clayton und Archer werten mit ihren französischen Kollegen zusammen die Videos der Überwachungskameras im Umkreis von 100 Metern um das Konsulat aus – und stoßen dabei erneut auf Samir Horn.

Der trifft sich inzwischen konspirativ mit dem CIA-Agenten Carter (Jeff Daniels). Eigentlich sollte es gar keine Toten geben. Carter berichtet ihm, er habe zwei Tote aus einem Leichenschauhaus in das Gebäude bringen lassen, wie abgesprochen. Bei den sechs Menschen, die bei dem Anschlag ums Leben kamen, handelte es sich um Wartungsarbeiter, die sich unerwartet im Gebäude aufhielten. Dass Samir als V-Mann für die CIA tätig ist, weiß nicht einmal Carters Vorgesetzter. Er fühlt sich schuldig, weil er Menschen tötete, aber Carter drängt ihn, nicht auszusteigen. Sonst wären die Arbeiter in Nizza sinnlos gestorben, argumentiert er. Einige Opfer müssten in Kauf genommen werden, um das Terrornetzwerk zerstören und größeren Schaden verhindern zu können.

In Toronto erfährt Samir, was das Terrornetzwerk als Nächstes vorhat: An einem bestimmten Tag sollen in den USA 30 Überlandbusse während der Fahrt gesprengt werden. „Terrorismus ist Theater“, meint Nathir zynisch. „Und Theater braucht ein Publikum.“ Den 30 Selbstmordattentätern sollen die letzten Details des Plans per E-Mail mitgeteilt werden. Samir weist darauf hin, dass E-Mails abgefangen werden können. Er schlägt deshalb vor, für jeden Empfänger ein E-Mail-Konto einzurichten und die Nachrichten nur als Entwürfe zu speichern, statt sie abzuschicken. Omar findet das gut und übergibt ihm eine erste Liste mit 10 Namen, damit er anfangen kann, die Konten anzulegen.

In einem Park in London passt Samir seine Geliebte Chandra Dawkin (Archie Panjabi) beim Jogging ab, obwohl er ahnt, dass sie observiert wird und er damit ein Risiko eingeht. Sie kann sich nicht vorstellen, dass er den Anschlag in Nizza durchführte, wie es in den Medien behauptet wird, aber Samir gibt es zu. Es sei alles sehr kompliziert, sagt er.

Wie befürchtet, wird er verfolgt, nachdem er sich von Chandra getrennt hat. Clayton trifft im Keller eines Hauses auf ihn. Samir schlägt ihn nieder und entkommt.

Danach fragt man sich beim FBI, warum der vermeintliche Terrorist den Agenten am Leben ließ.

In einem Parkhaus taucht unerwartet Carter neben Samir auf. Der ist hier mit Omar verabredet, aber bevor er den CIA-Agenten wegschicken kann, nähert sich das Auto des Terroristen. Damit seine Tarnung nicht auffliegt, inszeniert Samir einen Kampf mit Carter. Der reißt sich los und rennt weg. Samir schießt zum Schein auf ihn, aber plötzlich bricht Carter tödlich getroffen zusammen: Omar hat ihn erschossen.

Am Tatort findet das FBI Spuren von Samir.

In Toronto wird er von Fareed beschuldigt, entweder direkt oder über Chandra mit dem FBI zusammenzuarbeiten. Samir streitet es ab, aber Fareed bleibt misstrauisch – bis er von einem Maulwurf beim FBI erfährt, dass Samir als Hochwertziel eingestuft wurde.

Der Anschlag auf die Busse ist für Thanksgiving geplant.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Während Samir im Beisein Omars aus einem Internet-Café die Einsatzbefehle verschickt, gelingt es ihm, unbemerkt Roy Clayton eine E-Mail zu senden. Darin warnt er ihn vor einem Maulwurf beim FBI und teilt ihm mit, dass Nathir Halifax am folgenden Tag an Bord eines Schiffes verlassen wird.

Clayton und Archer fliegen sofort nach Halifax. Unterwegs erfahren sie, dass zwei der Toten im US-Konsulat in Nizza aus einer Leichenhalle stammten. Sollten bei dem Anschlag gar keine Menschen sterben?

Die 30 Selbstmordattentäter machen sich auf den Weg. Aber die Explosion zerfetzt nur einen einzigen Bus, denn sie saßen alle im selben. Dafür hatte Samir mit den E-Mails gesorgt.

An Bord eines Schiffes im Hafen von Halifax erschießt Samir unvermittelt Fareed und Nathir. Omar versteckt sich. Er kann es nicht fassen, dass sein Freund ein Verräter („Traitor“) ist. Samir nähert sich ihm unbewaffnet. Aber da sprengt ein Spezialkommando die Tür auf. Omar wird erschossen, Samir durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt.

Nachdem Samir das Krankenhaus verlassen konnte, passt Clayton ihn ab und sagt ihm, er habe alle FBI-Daten über ihn im Zusammenhang mit dem Anschlag in Nizza und dem gesprengten Bus gelöscht. Samir sei ein freier Mann und brauche keine Strafverfolgung zu befürchten. Clayton hofft, ihn als Mitarbeiter gewinnen zu können, aber Samir wird von Schuldgefühlen gepeinigt und will nicht noch einmal zwischen die Fronten geraten. „Wenn es sein muss, werden wir uns schon finden“, meint Clayton zum Abschied.

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„Traitor. Zwischen den Fronten“ ist ein Polit- und Spionagethriller über den von Don Cheadle überzeugend gespielten muslimischen US-Amerikaner Samir Horn, der sowohl mit der CIA als auch mit Terroristen zusammenarbeitet und vom FBI gejagt wird. „Wir sind die Guten“, behauptet zwar ein CIA-Agent, aber bei der Terroristenbekämpfung sterben Unbeteiligte, es kommt zu „Kollateralschäden“, und Samir Horn wird von Schuldgefühlen umgetrieben.

Jeffrey Nachmanoff erzählt die verhältnismäßig vielschichtige Geschichte temporeich und spannend. Besonders gelungen ist eine Pointe gegen Ende des Films, die mit einem für Thanksgiving geplanten Terroranschlag zu tun hat und hier in der Filmkritik nicht verraten wird.

In Deutschland kam „Traitor. Zwischen den Fronten“ nicht in die Kinos, aber es gibt den Film auf DVD.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

V. S. Naipaul - In einem freien Land
Die unter dem Titel "In einem freien Land" zusammengefassten Erzählungen sind in einfachen Worten, eben aus der Sicht der einfachen Menschen, geschrieben.
In einem freien Land

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