Muriel Spark


Muriel Spark wurde am 1. Februar 1918 als Tochter eines jüdisch-schottischen Ingenieurs und einer englischen Presbyterianerin geboren und wuchs in Edinburgh auf. Ihr Mädchenname lautete Muriel Sarah Camberg.

Gegen den Willen ihrer Eltern heiratete sie einen viel älteren Lehrer – Sydney Oswald Spark – und lebte mit ihm von 1937 bis 1944 in Südrhodesien (heute: Simbabwe). Dort brachte sie 1938 einen Sohn zur Welt. Die Ehe scheiterte allerdings.

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie in London für den britischen Geheimdienst MI6.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab sie die „Poetry Review“ in London heraus (1947 – 1949) und wurde Schriftstellerin. Dazu wurde sie unter anderem von Graham Greene ermutigt. Ihr erster Roman erschien 1957: „The Comforters“ („Die Tröster“). Ihren Durchbruch erzielte Muriel Spark mit
„Memento Mori“ (1958) und „The Prime of Miss Jean Brodie“ (1960; „Die Lehrerin“). Die 1954 zum Katholizismus konvertierte Lyrikerin, Dramatikerin, Roman- und Kinderbuchautorin trat für ein katholisch geprägtes Weltbild ein und wandte sich immer wieder gegen psychoanalytische Erklärungsversuche.

1993 wurde Muriel Spark von Königin Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben und durfte sich „Dame“ nennen. Ihr letztes Buch – „The Finishing School“ („Der letzte Schliff“) kam 2004 heraus. Muriel Spark starb am 13. April 2006 im Alter von 88 Jahren in einem Krankenhaus in Florenz.

Muriel Spark hatte sich bereits um 1960 in die dunklen, von ihren Landsleuten weitgehend unerschlossenen Gegenden jenseits der engen Grenzen der zeitgenössischen britischen Romanliteratur vorgewagt; seitdem trotzte ihr Werk unerschrocken allen Konventionen. Ihre geistige Heimat war das frühe zwanzigste Jahrhundert. Rasiermesserscharfe Sätze waren seit der Veröffentlichung von „Memento Mori“, Sparks frühem Meisterwerk aus dem Jahr 1959, das Markenzeichen dieser Autorin. (www.faz.net, 15. April 2006)

Muriel Spark: Bibliografie (Auswahl)

  • The Comforters (1957; Die Tröster)
  • Robinson (1958; Robinson)
  • Memento Mori (1959; Memento Mori)
  • The Ballad of Peckham Rye (1960; Die Ballade von Peckham Rye)
  • The Bachelors (1960; Junggesellen)
  • The Prime of Miss Jean Brodie (1962; Die Lehrerin)
  • The Girls of Slender Means (1963; Mädchen mit begrenzten Möglichkeiten)
  • The Mandelbaum Gate (1965; Das Mandelbaumtor)
  • The Public Image (1968; In den Augen der Öffentlichkeit)
  • The Driver’s Seat (1970; Töte mich!)
  • Not to Disturb (1971; Bitte nicht stören)
  • The Hothouse by the East River (1973; Das Treibhaus am East River)
  • The Abbess of Crewe (1974; Die Äbtissin von Crewe)
  • The Takeover (1976; Übernahme)
  • Territorial Rights (1979; Hoheitsrechte)
  • Loitering with Intent (1981; Vorsätzlich Herumlungern)
  • The Only Problem (1984; Das einzige Problem)
  • A Far Cry from Kensington (1988; Ich bin Mrs Hawkins)
  • Symposium (1991; Symposium)
  • Reality and Dreams (1996; Träume und Wirklichkeit)
  • Aiding and Abetting (2000; Frau Dr. Wolfs Methode)
  • The Finishing School (2004; Der letzte Schliff)

© Dieter Wunderlich 2006

Muriel Spark: Memento Mori
Muriel Spark: Frau Dr. Wolfs Methode

Raoul Schrott - Das schweigende Kind
Mit dem Thema Kindesentzug und väterliches Besuchsrecht setzt Raoul Schrott sich ausschließlich literarisch auseinander. Die Sprache, die er für "Das schweigende Kind" gewählt hat, ist anspruchsvoll, geschliffen und pathetisch.

Das schweigende Kind

Raoul Schrott

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