Der große Leichtsinn

Der große Leichtsinn

Der große Leichtsinn

Originaltitel: The Big Easy - Regie: Jim McBride - Drehbuch: Daniel Petrie Jr. - Kamera: Affonso Beato - Schnitt: Mia Goldman - Musik: Brad Fiedel - Darsteller: Dennis Quaid, Ellen Barkin, Ned Beatty, John Goodman, Lisa Jane Persky, Ebbe Roe Smith, Tom O'Brien, Charles Ludlam, Grace Zabriskie, Marc Lawrence, Solomon Burke, Gailard Sartain, Jim Chimento u.a. - 1987; 105 Minuten

Inhaltsangabe

New Orleans: Bei den Ermittlungen in einem Mordfall geht Detective Remy McSwain von einem Bandenkrieg aus. Aber die junge Staatsanwältin Anne Osborne nimmt stattdessen an, dass die Täter und Hintermänner bei der Polizei zu suchen sind. Eine Affäre der beiden endet nach kurzer Zeit, als Remy in eine Falle tappt und von Anne wegen Korruption angeklagt wird ...
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Kritik

"The Big Easy. Der große Leichtsinn" ist ein Polizeithriller von Jim McBride, der weniger durch den Plot, als durch die Atmosphäre überzeugt.
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New Orleans in den Achtzigerjahren. In einem Brunnen auf der Piazza d’Italia liegt ein Toter. Detective Remy McSwain (Dennis Quaid) leitet die Ermittlungen. Da es sich um den Mafioso und Heroin-Schmuggler Freddie Angelo (Jim Chimento) aus dem Clan von „Die Kanone“ Vinnie DiMotti (Marc Lawrence) handelt, geht die Polizei von einem Bandenkrieg aus.

Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Anne Osborne (Ellen Barkin) glaubt jedoch, dass die Täter und Hintermänner bei der Polizei zu suchen sind und stellt eigene Nachforschungen über korrupte Polizisten an. Captain Jack Kellom (Ned Beatty), der Leiter der Mordkommission, sichert Anne jede Unterstützung zu.

Jack steht kurz vor der Pensionierung und ist für Remy wie ein Vater, denn er hat vor, die verwitwete Mutter (Grace Zabriskie) von Remy und dessen Bruder Bobby (Tom O’Brien) zu heiraten.

Bei ihren Ermittlungen im Mordfall Freddie Angelo lernen Remy und Anne sich kennen. Obwohl oder gerade weil die attraktive blonde Staatsanwältin sich spröd gibt, legt der lebenslustige Remy sich sofort ins Zeug, bis er sie dazu überredet hat, mit ihm Essen zu gehen. Remy stellt seinen Wagen unbekümmert im Parkverbot ab und klappt die Sonnenblende mit dem Polizei-Signum herunter. Ohne sich um die Schlange der Wartenden zu kümmern, führt Remy seine Begleiterin ins Restaurant und erhält sofort einen Tisch. Nach dem Essen fragt der Küchenchef Paul (Gailard Sartain), ob sie zufrieden waren, und Anne begreift, dass Remy hier auch nicht zu bezahlen braucht. Die prinzipientreue Staatsanwältin ist entsetzt, denn dabei handelt es sich in ihren Augen um Korruption. Remy sieht das völlig anders und versucht Anne zu erklären, dass man die Dinge in New Orleans nicht so genau nimmt. Nicht umsonst wird die Hauptstadt von Louisiana auch als „The Big Easy“ bezeichnet. Es gehört hier zum Lebensstil, sich weniger an Gesetze als an ungeschriebene Regeln zu halten. Von seinem Vater, der ebenfalls bei der Polizei war, lernte er, dass gegen kleine Aufbesserungen des kargen Gehalts nichts einzuwenden sei, und die Kollegen halten es ebenso.

In der Nacht, gerade als Anne bereit ist, mit Remy ins Bett zu gehen, wird er zum Tatort eines Dreifachmordes gerufen. Sie folgt ihm, aber als sie die böse zugerichteten Leichen sieht, wird ihr übel. Remy hält „Die Kanone“ für den Auftraggeber der Morde, denn die Opfer gehören zu der gegnerischen Verbrecherorganisation von Daddy Mention (Solomon Burke).

Kurz darauf soll Jack zu einem Wirt kommen, aber an seiner Stelle schickt er Remy. Der Wirt beschwert sich darüber, dass eine ganze Reihe von Polizisten Schutzgeld von ihm erpressen. Er sei bereit zu zahlen, aber nur an einen Beamten, zum Beispiel an Remy. Der Detective geht darauf ein, aber als der Wirt ihm ein Geldkuvert zuschiebt, wittert er die Falle. Zu spät. Eine andere Abteilung der Polizei hat das Gespräch mit Bild und Ton aufgezeichnet. Remy wird festgenommen. Damit endet auch die Affäre von Remy und Anne, denn die Staatsanwältin übernimmt die Anklage gegen den Detective.

Remy, der bis zur Gerichtsverhandlung gegen Kaution freikommt, verlässt sich nicht auf seinen Verteidiger Lamar Parmentel (Charles Ludlam), sondern er besorgt sich einen starken Magnet und wirft ihn nachts in die Glastür einer Bank. Auf diese Weise wird er zu einem Beweisstück und durch seine Beziehung zum Verwalter der Asservatenkammer kann Remy dafür sorgen, dass der Magnet unmittelbar neben dem Videoband mit der Aufnahme von ihm platziert wird. Weil das Band dadurch unbrauchbar geworden ist, bleibt der Staatsanwältin aus Mangel an Beweisen nichts anderes übrig, als die Anklage gegen Remy zurückzuziehen.

Zwei Männer kommen bei einer Explosion in einem Lagerhaus ums Leben. Diesmal hält Remy den Mafiapaten Daddy Mention für den Drahtzieher. Kurz darauf werden die Leichen von zwei mexikanischen Schmugglern aus dem Fluss gezogen.

Remy hat sich ernsthaft in Anne verliebt und möchte sie zurückgewinnen. Er sieht ein, dass sie mit ihrer kompromisslosen Haltung Recht hat und tritt zur Verwunderung seiner Kollegen aus der „Witwen- und Waisenkasse“ aus, verzichtet also auf weitere Zuteilungen aus dem Schmiergeldaufkommen der Mordkommission.

Bei Daddy Mention treffen Remy und Anne sich wieder. Der Arzt, Gangster und stolze Vater von einundzwanzig Kindern wollte mit Anne reden und ihr möglicherweise etwas über die Hintergründe der Bluttaten erzählen. Remy kommt zufällig zur selben Zeit, um ihn informell zu verhören. Bevor Daddy Mention reden kann, wird er erschossen. Remy verfolgt die Gangster, die mit einem Auto flüchten, nicht ohne versucht zu haben, ihn in einer engen Gasse totzufahren.

Anne besorgt sich einen Durchsuchungsbefehl und sammelt in den Büros der Mordkommission Material ein, das sie und Remy am Abend in dessen Wohnung studieren. Als Remy ihr zusichert, auf der Couch zu schlafen, übernachtet Anne bei ihm. Am Morgen taucht Remys Bruder Bobby auf. Remy, der mit Anne allein sein möchte, schickt ihn trotz des Regenwetters wieder fort, leiht ihm aber wenigstens seinen Regenmantel. Zwei Minuten später sind Schüsse zu hören. Jemand hat auf Bobby geschossen und ihn schwer verletzt. Remy und Anne wissen, dass die Täter ihn mit seinem Bruder verwechselten: der Anschlag galt Remy.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Bei der Überprüfung der Dienstbücher entdeckte Remy Fälschungen. Ohne Anne etwas davon zu sagen, stellt er Jack vor dem Krankenhaus zur Rede, und der Captain gibt zu, einen Freund beim mexikanischen Zoll zu haben und Freddie Angelo Heroin im Wert von 5 Millionen Dollar abgenommen zu haben. Bei den Getöteten habe es sich doch nur um Abschaum gehandelt, meint er. Es kommt zum Streit zwischen Remy und seinem zukünftigen Stiefvater. Als Jack seine Dienstwaffe zieht, kommen Anne und Remys Mutter gerade aus dem Krankenhaus. Jack rennt fort.

Er will das auf dem beschlagnahmten Boot der mexikanischen Schmuggler versteckte Heroin vernichten, aber daran wird er von Detective Andre DeSoto (John Goodman) und einem weiteren verbrecherischen Polizisten der Mordkommission gehindert. Sie erschießen ihren Komplizen und Vorgesetzten. Als Remy und Anne zu dem Boot kommen, stoßen sie auf den Sterbenden und werden ihrerseits von den beiden Mördern bedroht. Es kommt zum Showdown, den die Schurken nicht überleben.

Remy und Anne heiraten einige Zeit später.

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„The Big Easy. Der große Leichtsinn“ ist ein Polizeithriller von Jim McBride, der weniger durch den Plot, als durch die Atmosphäre überzeugt. Stimmungsvoll ist auch die Cajun-Musik, bei der Dennis Quaid in „Closer to You“ zu hören ist.

Die Cajuns (von Acadiens) stammen von keltischen Siedlern in Akadien (Kanada) ab. Als die Engländer 1755 ihre Ansiedlungen zerstörten, sammelten sich einige der versprengten Überlebenden im damals zu Frankreich gehörenden Louisiana. Dort vermischten sich die zumeist armen Farmer und Handwerker mit den Kreolen und entwickelten eine besondere Kultur, zu der auch ihre auf keltischen und karibischen Grundlagen basierende Musik gehört, die für die Identität der Cajuns sehr bedeutsam ist.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005 / 2007

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