Inge Löhnig : Sieh nichts Böses

Sieh nichts Böses
Sieh nichts Böses Originalausgabe: List Taschenbuch Ullstein Buchverlage, Berlin 2017 ISBN: 978-3-548-61319-2, 448 Seiten ISBN: 978-3-8437-1536-2 (eBook)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Kurz nachdem die Leiche einer vor zwei Jahren erschlagenen jungen Frau gefunden wurde, meldet das Ehepaar Körber die Tochter Anette als vermisst, und weil Parallelen zwischen den Fällen erkennbar sind, übernimmt Kommissar Dühnfort beide. Sowohl Anette Körber als auch die vor zwei Jahren ermordete Veronika Lindental waren bei dem Schuldnerberater Jasper Seyboth. Dessen Verlobte wurde vor vier Jahren erstochen, und die Ermittler hielten ihn für den Mörder, konnten ihm aber nichts nach­weisen ...
Weiterlesen

Kritik

Der Kriminalroman "Sieh nichts Böses" dreht sich um häusliche Ge­walt. Der komplexe Plot ist gut durch­dacht. Einfühlsam und ein­falls­reich führt Inge Löhnig ihre Figuren. Warum diese sich so und nicht anders verhalten, verstehen wir sehr gut.
Weiterlesen

Familie Lindental

Bei einer Prüfung von Spürhunden der Polizei im Forstenrieder Park südwestlich von München findet eines der Tiere statt des präparierten Stoffs eine Leiche.

Kommissar Konstantin („Tino“) Dühnfort von der Münchner Mordkommission, der vor wenigen Tagen mit seiner schwangeren Frau Gina Angelucci von der Hochzeitsreise zurückkehrte, leitet die Ermittlungen.

Die Obduktion ergibt, dass die junge Frau vor etwa zwei Jahren – im Sommer 2013 – totgeschlagen und -getreten wurde. Weil es keine passende Vermissten­anzeige gibt, dauert es einige Zeit, bis die Polizei herausfindet, dass es sich bei der Ermordeten um die Kosmetikerin Veronika („Vroni“) Lindental handelt. Sie wurde nur 24 Jahre alt.

Die Eltern wohnen im Münchner Stadtteil Planegg. Uwe Lindental ist Verwaltungschef des Sankt-Ulrich-Krankenhauses, Marion Lindental engagiert sich bei der Tafel und bereitet zum vierten Mal in ihrem Privathaus die Einquartierung eines afghanischen Kindes vor, das am Herzen operiert werden soll.

Von Ronald („Ronnie“) Orth, einem 26-Jährigen, der als Mechatroniker in einem Autohaus in München-Freimann arbeitet, erfahren die Ermittler, dass seine frühere Freundin Veronika Lindental im Alter von 18 Jahren von den Eltern vor die Tür gesetzt wurde. Sie hatte Abitur und wollte studieren, aber die Eltern weigerten sich, sie dabei finanziell zu unterstützen. Veronika schlug sich als Kosmetikerin durch, aber das Geld reichte hinten und vorne nicht. Als Ronald Orth vor zwei Jahren herausfand, dass sie auch auf seinen Namen 8000 Euro Schulden aufgenommen hatte, trennten sie sich im Streit. Weil er danach nichts mehr von ihr hörte, vermutete er, dass sie untergetaucht sei, um ihren Gläubigern zu entkommen.

Erst viel später erfährt Kommissar Konstantin Dühnfort, warum Marion Lindental ihre Tochter nicht liebte. Sie glaubt, dass das Kind bei einem Seitensprung mit einem früheren Freund ungewollt gezeugt worden sei. (Dass sie sich irrt, wird ein im Zuge der Ermittlungen vorgenommener DNA-Abgleich ergeben.)

Am 5. August 2013 war Veronika Lindental zum letzten Mal in ihrem Elternhaus. Weil sie dabei einen heftigen, auch gewaltsam ausgetragenen Streit mit ihrem Vater hatte, setzt die Mordkommission Uwe Lindental auf die Liste der Verdächtigen. Er könnte sie im Jähzorn erschlagen haben.

Anette Körber

Anette Körber, die Tochter eines Beamten-Ehepaars, wurde gegen den Willen ihrer Eltern Hutmacherin. Als ihr die Sparkasse keinen neuen Kredit mehr einräumt, muss sie ihre kleine Werkstatt und den Laden schließen. Und weil sie auch für die Miete kein Geld hat, setzt der Vermieter sie vor die Tür, indem er ihre Wohnung ausräumt und das Türschloss auswechselt.

Zuflucht sucht Anette Körber bei ihrem Freund Sebastian („Basti“) Wölfle, dem Betreiber einer Eventagentur. Bei dem kann sie zwar vorübergehend wohnen, aber Geld hat er selbst zu wenig. Wenn Mike Sebald ihm nicht mit einer größeren Geldsumme ausgeholfen hätte, wäre die Eventagentur pleite. Allerdings handelt es sich bei Mike Sebald um einen Bordellbesitzer, mutmaßlich um einen Kriminellen. Sebastian drängt Anette, für Mike Sebalds Escort-Agentur zu arbeiten, um ihre gemeinsame finanzielle Misere zu beenden. Aber sie weigert sich, und als sie herausfindet, dass ihr Freund sie für seinen Kredit regelrecht verpfändet hat, verlässt sie ihn.

Hilfesuchend wendet sie sich an den Schuldnerberater Jasper Seyboth. Weil sie kein Dach über dem Kopf hat, bietet er ihr das Gästezimmer in seiner Altbauwohnung an, und nach ein paar Tagen bringt er sie im leerstehenden Häuschen seiner längst verstorbenen Großmutter in dem zur Gemeinde Wildstetten gehörenden Weiler Buchbach bei Landsberg am Lech unter. Dort sei sie sicher vor Mike Sebald, meint er.

Familie Seyboth

Jasper Seyboth, seine zwei Jahre jüngere Schwester Saskia („Sasa“) und sein vier Jahre jüngerer Bruder Torben („Tobi“) litten in der Kindheit und Jugend unter dem gewalttätigen Vater, dem Internisten Dr. Martin Seyboth in Starnberg. Die Mutter, Anja Seyboth, die vor der Ehe Sprechstundenhilfe in Seyboths Praxis gewesen war, stand den Sprösslingen nicht bei, wenn sie verprügelt wurden. Vor zwei Jahren stürzte sie über die Balkonbrüstung und erlag ihren Verletzungen. Jasper hält es möglich, dass es kein Unfall war, sondern sein Vater die Hand im Spiel hatte.

Mit Schrecken erinnert er sich an den Sommer 2001, als der Vater wieder einmal ausrastete, Tobi den glühenden Grillanzünder in den Rücken presste und dem schreienden Zwölfjährigen nachrannte, um ihn zu verprügeln. Jasper stellte sich dem Vater in den Weg – und wurde über die Treppe hinuntergestoßen. Im Krankenhaus berichtete er, was geschehen war, aber als die Polizei nachfragte, behaupteten sowohl die Eltern als auch die Geschwister, es habe sich um einen Unfall gehandelt.

Danach kam Jasper zu kinderlosen Gasteltern in Cardiff und ging dort die restlichen drei Jahre zur Schule. Ins Elternhaus kehrte er nie mehr zurück.

Saskia versuchte zweimal – mit 16 und mit 20 –, sich das Leben zu nehmen. Später musste Jasper zusehen, wie sie von einer Bahnsteigkante kippte – direkt vor einen Güterzug.

Jasper Seyboths Verlobte Elisabeth („Lis“) Stetten wurde vor vier Jahren in Erding erstochen. Kriminalhauptkommissarin Stephanie („Steffi“) Bühler, die den Fall bearbeitete, verdächtigte den damaligen BWL-Studenten Jasper Seyboth als Mörder. Einige Indizien sprachen dafür, aber nachweisen konnte sie ihm nichts.

Anette Körber

Anette Körber findet in dem Häuschen in Buchbach eine Payback-Karte auf den Namen Veronika Lindental, also der Ermordeten, deren Leiche kürzlich entdeckt wurde. Jasper Seyboth gibt zu, dass er auch deren Schuldnerberater war und sie ebenso wie Anette in Buchbach einquartierte. Aber sie sei dann mit der Münzsammlung seiner Großmutter verschwunden.

Anette Körber wird von ihren Eltern als vermisst gemeldet. Weil es Parallelen zum Mordfall Veronika Lindental gibt, übernimmt Kommissar Dühnfort die Fahndung nach der Vermissten. Er und sein Team finden heraus, dass sowohl Veronika Lindental als auch Anette Körber von Jasper Seyboth beraten wurden. Dessen Verlobte wurde ermordet, und bei ihr wurde ebenso wie neben Veronika Lindentals Leiche eine der Figuren aus der Gruppe der „weisen Affen“ gefunden. Es gibt also einen Zusammenhang. Und jetzt – davon geht Kommissar Dühnfort aus – hat Jasper Seyboth die vermisste Anette Körber in seiner Gewalt, zumal in seiner polizeilich durchsuchten Wohnung in München Spuren von ihr gefunden werden.

Aber als die Polizei das Häuschen seiner Großmutter in Buchbach ausfindig macht und dort nachsieht, ist Anette Körber nicht mehr da.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Showdown

Als Leser wissen wir im Gegensatz zu den Ermittlern bereits, was geschah: Anette Körber wurde von einem Mann aus dem Häuschen entführt, der sich als Polizeihauptmeister Martin Meissner von der Polizeiinspektion Bad Wörishofen ausgegeben hatte. Er betäubte sie und sperrte sie in einen Keller.

Konstantin Dühnfort erkennt bald, dass Jasper Seyboth nicht der gesuchte Täter ist. Wer ermordet die Frauen, von denen er annimmt, dass Jasper Seyboth sie liebt? Sein Bruder Torben? Hasst er Jasper, weil er glaubt, der ältere Bruder habe sich nach England abgesetzt und die jüngeren Geschwister den Gewaltattacken des Vaters überlassen? Macht er ihn außerdem für Saskias Tod verantwortlich? Handelt es sich um einen Rachefeldzug?

Als Jasper Seyboth den leeren Akku seines Handys aufgeladen hat, findet er zwei anonyme Nachrichten mit je einem Video vor. Auf einem ist zu sehen und zu hören, wie Anette Körber geschlagen und getreten wird. Das andere entstand, als der Entführer sie mit einem elektrischen Grillanzünder traktierte.

Torben Seyboth, der bei der DB Station & Service AG beschäftigt ist, wird im unterirdischen Betriebsraum der Wehrkammertore der S-Bahn-Stammstrecke bei der Isar-Unterquerung aufgespürt. Er hat seine Gefangene bei sich.

Kommissar Dühnfort rückt mit einem von Einsatzleiter Jochen Brandt geführten Sonderkommando an und lässt die Polizeipsychologin Beatrice Mevél mit dem Verbrecher reden. Er verlangt, dass die Polizei seinen Bruder holt.

Jasper Seyboth wird zwar mit einem Streifenwagen gebracht, aber Konstantin Dühnfort lässt ihn nicht aussteigen. Einige Zeit kann Torben Seyboth hingehalten werden, aber schließlich wird ihm klar, dass sich sein Vorhaben nicht mehr realisieren lässt. Er wollte den Tod der Schwester rächen und seinen Bruder zwingen, dabei zuzusehen, wie er Anette Körber vor einen Zug stößt. Stattdessen hat er nun vor, zu filmen, wie er sie mit einem Messer tötet.

Im letzten Augenblick detoniert eine Blendgranate des SEK. Torben Seyboth wird festgenommen, Anette Körber ins Krankenhaus gebracht.

Jasper Seyboth zeigt sich bald darauf selbst an und berichtet, wie er mit seiner Schwester nach einem Besuch bei ihr in Oberbilk auf dem Bahnsteig in Düsseldorf in Streit geraten war. Sie schlug ihn vor die Brust, und als er sie zurückstieß, stolperte sie über ihre abgestellte Tasche. Sie stürzte direkt vor einen Güterzug.

Gina Angelucci und Konstantin Dühnfort

Nach einer gynäkologischen Untersuchung im fünften Monat der Schwangerschaft erfahren Gina Angelucci und Konstantin Dühnfort, dass das Ungeborene eine Unregelmäßigkeit am 21. Chromosom aufweist (Trisomie 21), also am Down-Syndrom leiden wird. Das frisch getraute Paar sieht sich mit der Entscheidung konfrontiert, ob eine Spätabtreibung vorgenommen werden soll oder ob es sich auf ein Kind mit einer mehr oder weniger schwerwiegenden Behinderung einlassen soll. Dann stellt sich auch noch heraus, dass die Tochter nach der Geburt wegen eines Herzfehlers operiert werden müsste. Dennoch entscheiden sich Gina Angelucci und Konstantin Dühnfort gegen den Schwangerschaftsabbruch.

In der letzten Phase der Schwangerschaft löst Gina, die ebenfalls bei der Münchner Polizei tätig ist, noch den alten Fall der ermordeten und ausgeraubten Rentnerin Ellen Reitmeier. Konstantin Dühnfort, der damals die Ermittlungen leitete, versäumte es, einen Mann namens Günther Nadler zu überprüfen, der kurz vor dem Mord einige Tage bei Ellen Reitmeiers Nachbarn Wolfram Schrell zu Besuch gewesen war. Von ihm stammt eine am Tatort sichergestellte DNA-Spur.

Nicht in der Inhaltsangabe erwähnte Personen:

  • Christian Zach („Groucho“), Ausbildungsleiter der Polizeihundestaffel München
  • Doro Gutsch, Hundeführerin
  • Leonhard Heigl, Vorgesetzter des Kommissars Konstantin Dühnfort
  • Alois Fünfanger und Kirsten Tessmann, Mitarbeiter von Konstantin Dühnfort
  • Meo, IT-Spezialist
  • Anke Frieß, Hauptsachbearbeiterin im Polizeipräsidium München
  • Marion Höffken, Sekretärin im Polizeipräsidium München
  • Frank Buchholz, Leiter der Spurensicherung
  • Dr. Ursula Weidenbach, Rechtsmedizinerin
  • Jutta Probst, Phantombildzeichnerin und Spezialistin für visuelle Personenidentifizierung beim LKA Bayern
  • Christoph Leyenfels, Staatsanwalt
  • Melissa Wittock, Reporterin
  • Claudia Hofmeister, Sparkassenangestellte
  • Felix Breitenstein und Isabelle Schuhmacher, Kollege und Kollegin Jasper Seyboths beim Schuldnerberatungsverein
  • Ute und Bernd Stetten, Eltern von Elisabeth („Lis“) Stetten
  • Rita, Mutter des Kommissars
  • Dr. Mira Koch, Gina Angeluccis Frauenärztin
  • Natalie, Marion Lindentals Schwester
  • Joseph („Josh“), Bassist, früherer Freund Marions und vermeintlicher Vater Veronikas
  • Jürgen Frey, Rechtsanwalt des Ehepaars Lindental
  • Mittermeyer, Flohmarkthändler in Freising und Anette Körbers Vermieter in München
  • Markus Schmied, Anlagenverantwortlicher der S-Bahn München
  • Inge Borkowski, Zahnärztin, frühere Nachbarin der Familie Lindental
  • Moritz Russo, Kommissar im Polizeipräsidium München
  • Thomas Wilzoch und Holger Morell, Gina Angeluccis Chef und Kollege beim Team der Münchner Polizei für ungeklärte Altfälle

nach oben

Der Kriminalroman „Sieh nichts Böses“ von Inge Löhnig dreht sich um häusliche Gewalt hinter gutbürgerlichen Fassaden. Kinder, die vom Vater geschlagen und von der Mutter nicht geliebt werden, sind auch als Erwachsene traumatisiert und kaum in der Lage, sich auf vertrauensvolle Beziehungen einzulassen. Daraus entstehen Hass und neue Gewalt. Außerdem veranschaulicht Inge Löhnig in „Sieh nichts Böses“ an mehreren Romanfiguren mögliche Wirkungen von Lebenslügen. Einen Kontrast zu den kaputten Familien bildet das Ehepaar Konstantin Dühnfort und Gina Angelucci, die sich auf ein Kind freuen und im fünften Schwanger­schafts­monat erfahren, dass es behindert sein wird und gleich nach der Geburt am Herzen operiert werden muss. Erschütternd ist auch, wie sich Jasper Seyboth selbst zunehmend in Schwierigkeiten verstrickt.

In den ersten Kapiteln von „Sieh nichts Böses“ führt Inge Löhnig immer neue Figuren und Handlungsstränge ein. Weil die Personen und ihre Biografien ungewöhnlich sind und auch gut ausgeleuchtet werden, macht das neugierig. Nach und nach durchschaut man beim Lesen die Beziehungen und Zusammenhänge. Bis zum Ende werden alle Handlungsstränge sauber und nachvollziehbar zusammengeführt. Der komplexe Plot ist also gut durchdacht und wird souverän entwickelt.

Mit großem Einfühlungsvermögen führt Inge Löhnig ihre Figuren. Warum sie sich so und nicht anders verhalten, verstehen wir sehr gut. Die Sprache ist klar und stringent, obwohl die Autorin mit überbordendem Einfallsreichtum die Handlung gestaltet und die Szenen ausmalt. Nicht zuletzt durch Cliffhanger, die beim Wechsel der Handlungsstränge entstehen, erzeugt Inge Löhnig in „Sieh nichts Böses“ eine hohe, bis zum Ende anhaltende Spannung. Dass auch der Humor nicht zu kurz kommt, zeigt folgende Textpassage:

Er folgte ihr ins Büro und legte seinen Mantel über einen Stuhl, während sie den Wasserkocher füllte und löslichen Kaffee in einen Becher löffelte. „Auch einen?“
„Danke. Muss nicht sein.“
„Wie Sie meinen.“ Sie goss das Pulver mit heißem Wasser auf. „Sollen wir uns nicht duzen […]?“
[…]
Steffie trank einen Schluck von ihrem Kaffee, und Dühnfort schauderte unwillkürlich. „Der ist lecker. Vanille-Karamell-Cappuccino. Bist du sicher, dass du keinen magst?“
„Cappuccino ist nicht so mein Ding. Eher Espresso.“
„Hab ich auch da.“ Sie stand auf, nahm ein Glas aus dem Regal und zeigte es ihm. „Original italienisch. Hundert Prozent Arabica. Ich gebe immer einen Schuss Vanillesirup dazu. Musst du probieren.“

Bei zwei Leichen in „Sieh nichts Böses“ hinterlässt der Mörder jeweils eine der Figuren, die wir als „weise Affen“ kennen. Drei von ihnen halten sich Augen, Ohren bzw. den Mund zu. Das steht für „nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“ und soll auf einen Ausspruch von Konfuzius zurückgehen. Die Japaner interpretieren es als Aufforderung, über Schlechtes weise hinwegzusehen. Im Westen stehen die drei „weisen“ Affen stattdessen für mangelnde Zivilcourage. Es gibt auch noch einen vierten Affen (Shizaru), der sein Geschlechtsorgan mit den Händen bedeckt. Das bedeutet „nichts Böses tun“.

Inge Löhnigs Kriminalromane mit Konstantin Dühnfort bzw. Gina Angelucci:

  1. Der Sünde Sold (2008)
  2. In weißer Stille (2010)
  3. So unselig schön (2011)
  4. Schuld währt ewig (2011)
  5. Verflucht seist du (2012)
  6. Deiner Seele Grab (2014)
  7. Mörderkind (2014)
  8. Nun ruhet sanft (2015)
  9. Gedenke mein (2016)
  10. Sieh nichts Böses (2017)

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2017
Textauszüge: © Ullstein Buchverlage, Inge Löhnig

Inge Löhnig: Der Sünde Sold
Inge Löhnig: In weißer Stille
Inge Löhnig: So unselig schön

Martin Walser - Finks Krieg
Martin Walser drückt die Entwicklung Finks auch sprachlich aus: In dessen inneren Monologen wird das juristisch-bürokratische Denken von einem kriegerischen Vokabular abgelöst, und der Ich-Erzähler Stefan Fink rückt von dem Beamten Fink (dritte Person Singular) ab.
Finks Krieg

Martin Walser

Finks Krieg

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde am 11. Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: