Leonhard Frank


Leonhard Frank wurde am 4. September 1882 als viertes Kind des Schreinergesellen Johann Frank und dessen Ehefrau Marie in Würzburg geboren. Nach einer Fahrradmechanikerlehre schlug er sich zunächst als Fabrikarbeiter, Klinikdiener und Chauffeur durch, bis er 1904 in München anfing, Kunst zu studieren.

Von 1910 bis 1914 lebte er in Berlin, wo er 1913 unter dem Titel „Fremde Mädchen am Meer und eine Kreuzigung“ eine Farblithografie-Serie veröffentlichte. 1914 erschien sein Debütroman „Die Räuberbande“, für den er noch im selben Jahr mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet wurde.

1915 ohrfeigte Leonhard Frank den Journalisten Felix Stoessinger, der die Versenkung des Passagierdampfers „Lusitania“ durch ein deutsches U-Boot am 7. Mai vor der irischen Südostküste – 1198 Personen waren dabei ums Leben gekommen – als Heldentat begrüßt hatte. Danach emigrierte er in die Schweiz und kehrte erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nach Deutschland zurück.

In München gehörte Leonhard Frank zu den Mitgliedern des Arbeiter- und Soldatenrates und wurde bei der blutigen Beseitigung der Räterepublik im Mai 1919 verwundet. Im Jahr darauf zog er erneut nach Berlin.

Für den im Deutschen Reich aufgrund der pazifistischen Grundhaltung verbotenen Novellenzyklus „Der Mensch ist gut“ (Zürich 1917) erhielt Leonhard Frank 1920 den Kleist-Preis.

Nationalsozialisten verbrannten im Mai 1933 einige seiner Bücher. Leonhard Frank emigrierte daraufhin erneut, zunächst nach Zürich, dann über London nach Paris, wo er bei Kriegsbeginn (1939) interniert wurde. 1940 gelang es ihm, nach Marseille und von dort über Lissabon in die USA zu flüchten.

Unter dem Titel „Desire Me“ verfilmte Metro Goldwyn Mayer das 1920 uraufgeführte Theaterstück „Karl und Anna“ von Leonhard Frank.

Desire Me (auch: A Woman of My Own) – Regie: George Cukor, Mervyn LeRoy, Jack Conway, Victor Saville – Drehbuch: Zoe Akins, Marguerite Roberts, Casey Robinson, nach dem Schauspiel „Karl und Anna“ von Leonhard Frank – Kamera: Joseph Ruttenberg – Schnitt: Joseph Dervin – Musik: Herbert Stothart – Darsteller: Greer Garson, Robert Mitchum, Richard Hart, George Zucco, Morris Ankrum u.a. – 1947; 90 Minuten

Ab 1950 lebte Leonhard Frank wieder in München. Dort heiratete er 1952 zum dritten Mal, und zwar die ehemalige Schauspielerin Charlotte London, die in den USA seine Geliebte geworden war. Als Trauzeuge fungierte der mit Leonhard Frank befreundete Theaterregisseur Fritz Kortner. (1915 hatte sich Leonhard Frank mit der Wienerin Lisa Ertel – eigentl. Erdelyi – vermählt. 1929, sechs Jahre nach Lisas Tod, war Elena Maqenne Penswehr seine zweite Ehefrau geworden. Von ihr hatte er sich nach mehr als zwanzig Jahren scheiden lassen.)

Leonhard Frank starb am 18. August 1961, zweieinhalb Wochen vor seinem 68. Geburtstag, in München.

Er gilt als einer der bedeutendsten pazifistischen Erzähler in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

Leonhard Frank: Bibliografie (Auswahl)

  • Die Räuberbande (Roman, 1914)
  • Die Ursache (Erzählung, 1915)
  • Der Mensch ist gut (Novellenzyklus, 1917)
  • Die Mutter (Novelle, 1919)
  • Der Bürger (Roman, 1924)
  • An der Landstraße (Erzählung, 1925)
  • Der Beamte (Erzählung, 1925)
  • Im letzten Wagen (Novelle, 1925)
  • Die Schicksalsbrücke (Erzählungen, 1925)
  • Karl und Anna (Erzählung, 1927)
  • Das Ochsenfurter Männerquartett (Roman 1927)
  • Der Streber (Erzählungen, 1928)
  • Karl und Anna (Schauspiel, 1929)
  • Bruder und Schwester (Roman, 1929)
  • Die Entgleisten (Novelle, 1929)
  • Hufnägel (Komödie, 1930; Überarbeitung 1955: Die Kurve)
  • Von drei Millionen drei (Roman, 1932)
  • Traumgefährten (Roman, 1936)
  • Der Außenseiter (Schauspiel, 1937; Überarbeitung 1953: Die Hutdynastie)
  • Mathilde (Roman, 1943/48)
  • Die Jünger Jesu (Roman, 1949)
  • Links wo das Herz ist (Autobiografie, 1952)
  • Deutsche Novelle (1954)
  • Baccarat (Schauspiel, 1957)
  • Michaels Rückkehr (Novelle, 1957)

© Dieter Wunderlich 2007

Leonhard Frank: Die Räuberbande

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"Schwestern. Die alte Geschichte" ist ein hintergründiges Kammerspiel von Marcello Fois. Die Erzählung besteht fast nur aus Dialogen. Dieser Ansatz ist ein Zeichen des literarischen Niveaus, aber zu viel bleibt ausgespart oder wird nur angedeutet.
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