Owning Mahowny

Owning Mahowny

Owning Mahowny

Originaltitel: Owning Mahowny – Regie: Richard Kwietniowski – Drehbuch: Maurice Chauvet, nach dem Roman "Stung. The Incredible Obsession of Brian Molony" von Gary Stephen Ross – Kamera: Oliver Curtis – Schnitt: Mike Munn – Musik: Richard Grassby-Lewis, The Insects – Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Minnie Driver, John Hurt, Maury Chaykin, Sonja Smits, Ian Tracy, Chris Collins, Roger Dunn, Jason Blicker, Vincent Corazza, Eric Fink u.a. – 2003; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Niemand ahnt, dass der stille, biedere Bankangestellte Dan Mahowny der Spielleidenschaft verfallen ist. Als er in den Vorstand aufgenommen wird, nutzt er seine neuen Befugnisse, um Geld zu unterschlagen und seine Schulden bei einem Buchmacher zurückzuzahlen. Mit immer größeren Summen fliegt er zum nächsten Spielkasino. Der Manager hofiert ihn wie eine VIP, aber Mahowny träumt nicht von Glamour, sondern will nur spielen. Innerhalb von eineinhalb Jahren verzockt er mehr als 10 Millionen Dollar ...
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Kritik

Bei dem Spielerdrama "Owning Mahowny" handelt es sich um eine bestürzende Charakterstudie. Dem Protagonisten entsprechend, hat Richard Kwietniowski auf jede Effekthascherei verzichtet und eine unspektakuläre Erzählweise gewählt.
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Toronto 1982. Der Bankdirektor Bill Gooden (Roger Dunn) ernennt den biederen und fleißigen, stillen und farblosen Angestellten Dan Mahowny (Philip Seymour Hoffman) zum jüngsten Vorstandsmitglied. Ungeachtet der Gehaltserhöhung gibt Mahowny sich weiter mit seinem schrottreifen Auto zufrieden und leistet sich nicht einmal einen neuen Anzug. Seine Kollegin und Lebensgefährtin Belinda (Minnie Driver) weiß zwar, dass er hin und wieder auf Pferde wettet, aber niemand ahnt, in welchem Ausmaß Mahowny der Spielleidenschaft verfallen ist.

Seine neuen Vollmachten nutzt er, um eine Person zu erfinden, der er einen Kredit gewährt. Auf diese Weise kann er seine Schulden – ein paar tausend Dollar – bei dem Buchmacher Frank Perlin (Maury Chaykin) zurückzahlen. Im Lauf der Zeit lässt Mahowny auch anderen fiktiven Personen immer höhere Summen auszahlen, und zur Tilgung der Kredite reißt er neue Löcher auf. Abends, wenn Belinda glaubt, er sei noch bei der Arbeit, fliegt er mit dem Geld nach Atlantic City und verzockt es im Spielkasino. Der Manager Victor Fox (John Hurt) behandelt ihn nach kurzer Zeit wie eine VIP, stellt ihm eine Suite, eine Limousine und einmal sogar einen Privatjet zur Verfügung, schickt ihm eine Prostituierte aufs Zimmer und lädt ihn in ein Nobelrestaurant ein. Mahowny interessiert sich jedoch nur fürs Spiel und möchte nichts anderes essen als Spare Ribs ohne Sauce. Dazu trinkt er eine Coke. Sex, Drogen, Alkohol, Luxus sind nichts für ihn. Statt Träumen nachzuhängen, sitzt Mahowny mit gesenktem Kopf nächtelang konzentriert am Spieltisch und setzt auf gut Glück. Falls er gewinnt – was nur selten geschieht – spielt er so lange weiter, bis er wieder alles verloren hat. Die Kasino-Angestellten nennen ihn Eismann, weil er weder beim Gewinnen noch beim Verlieren Gefühle zeigt.

Endlich schlägt er Belinda vor, seine Beförderung mit einem Wochenendausflug zu feiern. Sie freut sich, fliegt mit ihm nach Las Vegas und hofft, dass er sie dort in einer der Wedding Chapels heiratet. Am ersten Abend, während sie duscht, verschwindet Mahowny aus der Suite. Belinda schläft ein, während sie auf ihn wartet, und als sie mitten in der Nacht erwacht und nach ihm sucht, findet sie ihn am Spieltisch. Enttäuscht nimmt sie die nächste Maschine nach Toronto.

Victor Fox tut alles, um Mahowny bei Laune zu halten und möglichst großen Nutzen daraus zu ziehen. Nur ein kleiner afroamerikanischer Kasinoangestellter namens Bernie (Chris Collins) meint es gut mit ihm. Als Mahowny eines Nachts eine Glückssträhne hat und mit einem Einsatz von 1,4 Millionen nach und nach 9 Millionen Dollar gewinnt, drängt er ihn, den Spieltisch rechtzeitig zu verlassen, aber der Spielsüchtige kann nicht aufhören, solange er noch Chips hat. Am Morgen hat Mahowny wieder alles verloren.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Detective Ben Lock (Ian Tracey), der mit seinen Männern Frank Perlin observiert, wird auf Mahowny aufmerksam und wundert sich über die enormen Geldbeträge, die dieser verspielt. Zunächst verdächtigt er Mahowny als Drogenhändler, aber dann wendet er sich an die Bank, und es stellt sich heraus, dass Dan Mahowny innerhalb von eineinhalb Jahren 10,2 Millionen Dollar unterschlagen – und verspielt – hat.

Bill Gooden lässt sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen. Obwohl Mahowny allein gehandelt hat, verlieren dreizehn Bankangestellte ihre Jobs, darunter auch Belinda. Trotzdem hält sie zu ihm und heiratet ihn. Nach der Verbüßung einer sechsjährigen Haftstrafe und einer psychologischen Therapie spielt oder wettet Dan Mahowny nie wieder.

Als der Therapeut (Eric Fink) ihn fragte, wie hoch seine Emotionen am Spieltisch gewesen seien, antwortete Mahowny spontan: 100 auf einer Hunderterskala. Auf die Nachfrage nach seinen intensivsten Gefühlen in anderen Situationen nannte er 20. Angemerkt hatte man dem „Eismann“ die heftigen Empfindungen am Spieltisch nie.

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Das Spielerdrama „Owning Mahowny“ basiert auf dem 1987 veröffentlichten Roman „Stung. The Incredible Obsession of Brian Molony“ von Gary Stephen Ross, der wiederum auf einen Fall zurückgeht, der sich 1982 in Toronto tatsächlich zugetragen hatte.

Es handelt sich um die bestürzende Charakterstudie eines Spielsüchtigen, der sich selbst zu zerstören droht. Dan Mahowny spielt nicht, weil er von einem glamourösen Leben träumt, sondern um des Spiels willen. Trotz des Doppellebens, das er führt, verändert er nachts nicht sein Wesen – wie etwa bei „Dr. Jekyll und Mr Hyde“ –, sondern er bleibt auch am Spieltisch der biedere, farb- und emotionslose, schlecht angezogene Durchschnittstyp. Philip Seymour Hoffman verkörpert Dan Mahowny leise und ohne heftige Gefühlsschwankungen.

Grandios: Hoffman spielt bis ans Limit, in seinem Antlitz spiegelt sich alles! Das unterkühlte Portrait eines ewigen Verlierers erzeugt – wie es der tragische Antiheld Hoffman treffend ausdrückt –‚ qualvolle Spannung.“ (Cinema)

Dem Protagonisten entsprechend, hat Richard Kwietniowski bei „Owning Mahowny“ auf jede Effekthascherei verzichtet und eine unspektakuläre Erzählweise gewählt. Offenbar entschied er sich auch, keine psychologische Analyse über die Ursachen der Spielsucht zu versuchen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

Alfred Komarek - Daniel Käfer
Bei den Romanen, die Alfred Komarek über Daniel Käfer geschrieben hat, dient die Handlung vor allem dazu, das Lokalkolorit, den Genius loci des Salzkammerguts, darzustellen. Nicht dramatische Wendungen fesseln den Leser, sondern die Atmosphäre.
Daniel Käfer

Alfred Komarek

Daniel Käfer

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