Fast Food, Fast Women

Fast Food, Fast Women

Fast Food, Fast Women

Originaltitel: Fast Food, Fast Women - Regie: Amos Kollek - Drehbuch: Amos Kollek - Kamera: Jean-Marc Fabre - Schnitt: Sheri Bylander - Musik: David Carbonara - Darsteller: Anna Thomson (Anna Levine), Jamie Harris, Louise Lasser, Robert Modica, Lonette McKee, Victor Argo, Angelica Torn, Austin Pendleton, Valerie Geffrier, Mark Margalis u.a. - 2000; 95 Minuten

Inhaltsangabe

"Fast Food, Fast Women" ist ein ironisches Großstadtmärchen über einsame Alltagsmenschen in New York City, die sich nach Liebe sehnen und sich bei der Partnersuche selbst im Weg stehen. So kommt es in diesem Reigen zu Begegnungen, Missverständnissen, Trennungen und Neuanfängen.
Weiterlesen

Kritik

Die einzelnen Handlungsstränge hat Amos Kollek geschickt verknüpft und ebenso unspektakulär wie stimmungsvoll und amüsant inszeniert: "Fast Food, Fast Women".
Weiterlesen

New York City. Bella (Anna Levina alias Anna Thomson) wird in ein paar Tagen fündunddreißig. Seit zwölf Jahren hat sie ein Verhältnis mit dem sehr viel älteren, seit fünfundzwanzig Jahren verheirateten Theaterregisseur George (Austin Pendleton), der immer neue Ausflüchte vorbringt, wenn Bella in bittet, sich endlich von Claudia scheiden zu lassen.

Um Bella endlich mit einem anderen Mann zu verkuppeln, arrangiert ihre Mutter (Judith Roberts) mit einer Freundin ein Blind Date für deren Neffen Bruno (Jamie Harris) mit Bella. Bruno möchte Schriftsteller werden, aber bisher konnte sein Literaturagent (Saul Stein) noch für keinen seiner Romane einen Verlag finden. Seinen Lebensunterhalt verdient Bruno als Taxifahrer. Unmittelbar vor dem Treffen mit Bella hat ihm sein früherer Schwager die beiden Kinder seiner geschiedenen Frau übergeben: Niemand außer ihm könne sich länger um sie kümmern. Bruno ist zwar der Vater der kleinen Betsie (Loulou Katz), aber das Baby Shawn (Ellee Panahi alias Elie Limosin) hatte der Yogalehrer gezeugt, mit dem seine damalige Frau durchgebrannt war. An dem Abend, an dem Bruno mit Bella verabredet ist, engagiert er eine Babysitterin (Maggie Baisch). Während er hofft, eine Frau für sich und die beiden Kinder zu finden, behauptet Bella, Kinder nicht leiden zu können, denn eine mit ihr befreundete Ärztin riet ihr dazu, den Mann nicht gleich mit ihrem Wunsch nach einer Familie zu vertreiben. Selbstverständlich verschweigt Bruno daraufhin, dass er nicht allein ist. Sie verbringen zwar die Nacht zusammen im Bett, aber das halten sie beide erst einmal nur für einen One-Night-Stand. Am nächsten Morgen hoffen sie jedoch, dass mehr daraus werden könnte. Bella trifft sich mit George vor dem Theater und beendet das Verhältnis mit ihm. Dabei beobachtet Bruno sie vom Taxi aus, missversteht die Situation und nimmt an, Bella habe einen anderen Liebhaber.

Bella arbeitet als Serviererin in einem Diner, zu dessen Stammgästen zwei einsame alte Männer zählen: Paul (Robert Modica) und Seymour (Victor Argo). Während Seymour sich bei einer Peep Show in die Stripperin Wanda (Valerie Geffner) verliebt und so oft hingeht, bis sie sich endlich von ihm nach Hause begleiten lässt, gibt Paul eine Kontaktanzeige auf. Emily (Louise Lasser), eine sechsundsechzigjährige Witwe, die sich daraufhin bei ihm meldet, gefällt ihm zwar, aber ihre Lebenslust verunsichert ihn, und er versucht deshalb, Zeit zu gewinnen. Das sieht für Emily so aus, als halte er sie für zu alt und unattraktiv. Enttäuscht verlässt sie spät abends sein Apartment und ruft sich ein Taxi. Zufällig ist es Bruno, der sie nach Hause fährt. Als Paul am nächsten Morgen mit einem Blumenstrauß zu ihr kommt, um sich für sein ungeschicktes Verhalten zu entschuldigen, trifft er auf Bruno, der die Nacht ungeachtet des Altersunterschiedes mit Emily verbracht hat und gerade mit ihr frühstückt. Da zieht Paul sich wieder zurück und schenkt seine Blumen dem stotternden, aus Polen stammenden Straßenmädchen Vitka (Angelica Torn). Die freut sich darüber, und da sie ohnehin kaum jemals einen Freier abbekommt, folgt sie ihm in seine Wohnung, aber Paul möchte nicht, dass sie sich auszieht und beeindruckt sie mit der Erklärung, noch nie mit einer Frau geschlafen zu haben, ohne sie zu lieben.

Auch Bella trifft in Brunos Apartment auf Emily, als sie einen Versuch macht, ihn zurückzugewinnen.

An ihrem fünfunddreißigsten Geburtstag beobachtet Bella zwei Straßenräuber, die einer Greisin (Irma St. Paule) die Handtasche wegreißen wollen. Ohne lang nachzudenken, eilt sie der Frau zu Hilfe. Sie kann zwar den Raub vereiteln, wird aber von einem der beiden Männer niedergeschlagen und muss ins Krankenhaus. Die dankbare Greisin, eine Bibliothekarin mit dem Namen Mary-Beth, besucht sie dort.

Einige Wochen später wird Bella von einer Anwaltskanzlei angerufen und gebeten, vorbeizukommen. Zu ihrer grenzenlosen Überraschung erfährt Bella, dass Mary-Beth kürzlich starb und ihr ein Vermögen von 8,9 Millionen Dollar vermacht hat. Davon kauft sie sich ein großes Anwesen außerhalb der Stadt und ein vornehmes Restaurant, aber dort lässt sie sich von ihrer Freundin Vitka vertreten, denn sie arbeitet auch weiterhin als Serviererin in dem Diner.

Natürlich ist das Verhältnis von Bruno und Emily nicht von langer Dauer.

Emily besucht Paul und er freut sich darüber. Sie gesteht ihm, dass sie kein Vermögen besitzt, wie sie behauptet hatte, sondern von der Sozialhilfe lebt, und Paul gibt zu, Angst davor zu haben, bei der körperlichen Liebe zu versagen. Emily bleibt bei ihm. Im Doppelbett möchte sie noch Zeitung lesen, aber sie besprüht das Papier mit Wasser, damit es nicht raschelt und Paul beim Einschlafen stört.

Bruno sucht Bella im Diner und fährt dann zu ihrer neuen Adresse. Staunend betrachtet er die Wiesen, auf denen ihre Zebras herumlaufen. „Ich hätte Betsie und Shawn mitbringen sollen“, sagt er unbedacht. Auf diese Weise erfährt Bella, dass Bruno Kinder hat. „Ich liebe Kinder“, jauchzt sie.

nach oben

Mit einer kurzen Szene im Vorspann stimmt uns Amos Kollek auf seinen Film „Fast Food, Fast Women“ ein: Bella schreitet ungelenk auf ihren High Heels zum Zebrastreifen einer mehrspurigen Straße in Manhattan und legt sich quer zum Verkehr auf den Boden. Passanten gehen achtlos vorbei. Autos umkurven sie. Dann bremst ein Wagen mit quietschenden Reifen und kommt wenige Zentimeter vor ihr zum Stehen. Der Fahrer will wissen, warum sie auf der Straße liegt. Bella antwortet: „Keine Ahnung, vielleicht um mir den Sonntagmorgen ein bisschen spannender gestalten.“

„Fast Food, Fast Women“ ist ein ironisches Großstadtmärchen über einsame Alltagsmenschen in New York City, die sich nach Liebe sehnen und sich bei der Partnersuche selbst im Weg stehen. So kommt es in diesem Reigen zu Begegnungen, Missverständnissen, Trennungen und Neuanfängen. Die einzelnen Handlungsstränge hat Amos Kollek geschickt verknüpft und ebenso unspektakulär wie stimmungsvoll und amüsant inszeniert. Zu Beginn erwartet man vielleicht einen ausschließlich traurigen Film, doch bald merkt man, wie lebensbejahend „Fast Food, Fast Women“ ist. Dementsprechend gibt es sogar ein Happy End – und dann ist noch einmal die schräge Tangomusik von David Carbonara zu hören.

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Amos Kollek: Sue. Eine Frau in New York

Jo Nesbø - Die Larve
Souverän meistert Jo Nesbø die Herausforderungen, denen er sich durch den komplexen Aufbau des spannenden Thrillers "Die Larve" stellte. Die verschiedenen Handlungsstränge greifen wie gut geölte Zahnräder ineinander.

Die Larve

Jo Nesbø

Die Larve

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: