Last Man Standing

Last Man Standing

Last Man Standing

Originaltitel: Last Man Standing - Regie: Walter Hill - Drehbuch: Walter Hill, nach "Yojimbo" von Ryuzo Kikushima und Akira Kurosawa - Kamera: Lloyd Ahern - Schnitt: Freeman Davies - Musik: Ry Cooder - Darsteller: Bruce Willis, Christopher Walken, William Sanderson, David Patrick Kelly, Ned Eisenberg, Karina Lombard, Alexandra Powers, Bruce Dern, R. D. Call, Michael Imperioli u.a. - 1996; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Auf dem Weg nach Mexiko kommt ein Fremder 1931 durch Jericho. Eigentlich will er in der Kleinstadt 50 Kilometer vor der Grenze nur tanken, aber er gerät unversehens in eine Auseinandersetzung mit einer der beiden Alkoholschmugglerbanden, die den verlassenen Ort beherrschen. In der Hoffnung, Geld zu machen, versucht der Zyniker, die beiden rivalisierenden Gangs gegeneinander auszuspielen ...
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Kritik

"Last Man Standing", Walter Hills Remake von "Für eine Handvoll Dollar", ist ganz auf Bruce Willis zugeschnitten. Es handelt sich um eine archaische, von dem japanischen Kinoklassiker "Yoyimbo" inspirierte Killerballade.
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Der Mann, der später „John Smith“ als seinen Namen nennen wird (Bruce Willis), kommt zur Zeit der Prohibition auf dem Weg nach Mexiko in Jericho vorbei. Eigentlich will er hier – fünfzig Kilometer vor der Grenze – nur tanken und eine Kleinigkeit essen, aber dann sieht er Felina (Karina Lombard) vom Wagen aus. Weil sie „Mr Doyles Mädchen“ ist und es dessen Kumpanen nicht gefällt, dass der Fremde die Frau angestarrt hat, demolieren sie ihm den Wagen. Sheriff Ed Galt (Bruce Dern) schaut durchs Bürofenster zu, unternimmt jedoch nichts, denn die Kleinstadt wird von zwei konkurrierenden Alkoholschmugglerbanden beherrscht, die auf Doyle (David Patrick Kelly) bzw. Fredo Strozzi (Ned Eisenberg) hören. Bis auf den Sheriff, den Wirt Joe Monday (William Sanderson), den Bestattungsunternehmer und einen Automechaniker (Raynor Scheine) haben alle Bewohner die Stadt verlassen.

Smith lässt sich nicht einschüchtern, und als einer aus Doyles Bande auf ihn schießen will, erweist er sich als der Schnellere. Auch zwei weitere Männer Doyles, die ihn im Bordell töten sollen, sterben im Kugelhagel. Daraufhin wird Smith von Strozzi engagiert. Der nutzt die Gelegenheit, sich an Strozzis Geliebte Lucy Kolinski (Alexandra Powers) heranzumachen und sie auszuhorchen, denn er hofft, die beiden Gangs gegeneinander ausspielen zu können.

Strozzis Bande besticht mexikanische Grenzbeamte, die unter dem Kommando des Comandante Ramirez (Luis Contreras) stehen und einen Nachschubkonvoi Doyles bewachen sollen. Unterwegs erschießen sie plötzlich Doyles Männer und überlassen die Lastwagen samt der Ladung Strozzi und dessen Bande. Als Giorgio Carmonte (Michael Imperioli), Strozzis rechte Hand, kurz darauf zu einer Unterredung mit Ramirez über die Grenze nach Mexiko fährt, gibt Smith die Information an Doyle weiter, der inzwischen versucht, den ebenso kaltblütigen wie schnellen und intelligenten Fremden auf seine Seite zu ziehen. Hickey (Christopher Walken), Doyles bester Mann, folgt Giorgio. Um ihn entführen zu können und sich für den Verrat zu rächen, erschießt er Ramirez und die Soldaten. Gegen 100 000 Dollar und die Lastwagen soll Giorgio ausgetauscht werden, aber bei der Übergabe kommt es zu einer wilden Schießerei.

Bei Doyles Mädchen handelt es sich um eine Halbindianerin aus Mexiko, die er beim Kartenspiel von ihrem Ehemann gewann. Sie wird von einem halben Dutzend Männern im einem abgelegenen Haus bewacht. Unter einem Vorwand fährt Smith hin, erschießt die Bewacher, überlässt Felina das Doyle gehörende Auto, drückt ihr 500 Dollar in die Hand und fordert sie auf, sich in den Bergen von Mexiko in Sicherheit zu bringen. Doyle gegenüber behauptet er, dass die Männer bei seiner Ankunft bereits tot waren. Felina habe er nicht gesehen. Doyle glaubt zunächst, dass Strozzis Leute hinter dem Überfall stecken, denn er kann sich nicht vorstellen, wie ein einziger Mann ein halbes Dutzend von seinen Leuten erschossen haben soll. Aber es dauert nicht lang, bis er Smiths Spiel durchschaut. Während dieser gerade wehrlos in der Badewanne sitzt, überwältigen ihn Doyles Männer, nehmen ihm die Waffen ab und schlagen ihn halb tot.

Mit Hilfe des Sheriffs und Joe Mondays kann Smith fliehen. Sie verstecken den Verletzten in einer leer stehenden Kirche.

Um Doyle zu täuschen, behauptet der Sheriff, Smith befinde sich mit Strozzis Bande in „Slim’s Haus“. Daraufhin brennt Doyles Bande das Anwesen nieder. Niemand in dem Haus überlebt den Anschlag, außer Lucy, die sich – von Smith ermutigt und mit dem erforderlichen Geld ausgestattet – inzwischen auf den Weg nach Chicago gemacht hat.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als Doyle merkt, dass Smith nicht unter den Toten ist, lässt er Joe foltern, um herauszufinden, wo der Gesuchte sich aufhält, aber der Sheriff warnt Smith rechtzeitig und bringt ihm zwei Pistolen. Trotz seiner Gesichtsverletzungen und der gebrochenen Rippen schleppt Smith sich zu Joes Hotel und befreit ihn.

Vor den verkohlten Resten von Slim’s Haus kommt es zum Show Down mit den letzten drei Überlebenden der beiden Schmugglerbanden: Joe erschießt Doyle. Den Leibwächter, der daraufhin zur Waffe greift, tötet Smith. Hickey versucht, Smith hereinzulegen, aber der lässt sich nicht täuschen und ist schneller als sein Gegner.

Eigentlich hatte Smith gehofft, durch das Doppelspiel zu Geld zu kommen. Aber das hat nicht funktioniert. Mit gebrochenen Rippen fährt er weiter.

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Der Neo-Western „Last Man Standing“ von Walter Hill geht letztlich auf einen japanischen Film zurück: „Yoyimbo“.

Originaltitel: Yoyimbo – Regie: Akiro Kurosawa – Drehbuch: Ryuzo Kikushima und Akiro Kurosawa – Kamera: Kazuo Miyagawa – Schnitt: Akira Kurosawa – Musik: Masaru Satô – Darsteller: Toshirô Mifune, Eijiro Tono, Kamatari Fujiwara, Takashi Shimura, Tatsuya Nakadai, Yôko Tsukasa, Isuzu Yamada u.a. – 1961; 110 Minuten

„Yoyimbo“ handelt von dem heruntergekommenen Samurai Sanjuro, der im 19. Jahrhundert auf die rivalisierenden Bandenchefs Tokuemon und Tazaemon trifft. Beide versuchen, ihn als „yoyimbo“ (Leibwächter) zu engagieren, aber Sanjuro spielt sie gegeneinander aus und zieht nach ihrer Vernichtung weiter.

Sergio Leone verlegte die Handlung in die Südstaaten der USA zur Zeit der Prohibition und inszenierte den Italo-Western „Für eine Handvoll Dollar“.

Sergio Leone brach dabei die Regeln des Genres, denn in „Für eine Handvoll Dollar“ gibt es weder grandiose Landschaften noch eine klare Trennung zwischen Guten und Bösen. Ohne Werbung lief der Film im August 1964 in einem Kino in Florenz an – und die Mundpropaganda der begeisterten Kinobesucher verhalf Sergio Leone zu einem Überraschungserfolg.

Das Remake von Walter Hill ist ganz auf Bruce Willis zugeschnitten. „Last Man Standing“ ist eine archaische Killerballade über einen zynischen Einzelgänger, der vorgibt, weder Gefühle noch ein Gewissen zu haben. Die ockerfarbigen Bilder stehen für die texanische Hitze und die Dreißigerjahre.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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