Hartmut Lange


Hartmut Lange wurde am 31. März 1937 als Sohn eines Metzgers und einer Verkäuferin in Berlin geboren. Als er zwei Jahre alt war, siedelte man die Familie zwangsweise nach Polen um. Sieben Jahre später kehrte Hartmut Lange mit seiner Mutter nach Berlin zurück. Nach dem Abgang von der Oberschule ohne Abitur schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. 1957 bis 1960 studierte er Dramaturgie an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg und arbeitete dann als Dramaturg am Deutschen Theater in Ostberlin (1961 – 1964). 1965 verließ Hartmut Lange die DDR und setzte sich über Jugoslawien in den Westen ab. In Westberlin erhielt er eine Anstellung als Dramaturg der Schaubühne am Halleschen Ufer.

Hartmut Lange schrieb Dramen, Romane, Novellen und Essays. Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis 1968, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 1998 und dem Italo-Svevo-Preis 2003.

Ein Schlüssel zu Hartmut Langes Werk ist die Irritation, sowohl der Begriff als auch die Erfahrung, und zwar die Erfahrung des Autors wie die des Lesers, der, wenn er bis dahin vom Leben noch nicht irritiert war, es durch Hartmut Langes Novellen vielleicht wird, oder aber wenigstens von der Ahnung gestreift wird, wie fragil unsere Lebenskonstruktionen sind und wie millimetergenau wir uns in der Spur des Normalen bewegen müssen, um nicht in den Sog der Abgründe um uns herum zu geraten […]
Die Geschichten, von denen Hartmut Langes Novellen erzählen, geschehen wider den gesunden Menschenverstand; oder umgekehrt: der gesunde Menschenverstand wehrt sich gegen solche Geschichten […]
(Monika Maron in der Laudatio zur Verleihung des Italo-Svevo-Preises 2003 an Hartmut Lange)

Hartmut Lange: Bibliografie (Auswahl)

  • Senftenberger Erzählungen oder Die Enteignung (1960)
  • Marski (Theaterstück, 1962/63)
  • Die Gräfin von Rathenow (Theaterstück, 1969)
  • Die Ermordung der Aias oder Ein Diskurs über das Holzhacken (Drama, 1971)
  • Trotzki in Coyoacán (Drama, 1972)
  • Staschek oder Das Leben des Ovid (Drama, 1973)
  • Die Unberührbare (Hörspiel, 1980)
  • Selbstverbrennung (Roman, 1982)
  • Tagebuch eines Melancholikers. Aufzeichnungen der Monate Dezember 1981 bis November 1982 (1983)
  • Die Waldsteinsonate (fünf Novellen, 1984)
  • Das Konzert (Novelle, 1986)
  • Die Ermüdung (Erzählung, 1988)
  • Die Stechpalme (Novelle, 1993)
  • Schnitzlers Würgeengel (vier Novellen, 1995)
  • Der Herr im Café (drei Erzählungen, 1996)
  • Italienische Novellen (1998)
  • Die Bildungsreise, Novelle (2000)
  • Das Streichquartett (Novelle, 2001)
  • Irrtum als Erkenntnis. Meine Realitätserfahrung als Schriftsteller (2002)
  • Leptis Magna (zwei Novellen, 2003)

Literatur über Hartmut Lange

  • Manfred Durzak (Hg.): Der Dramatiker und Erzähler Hartmut Lange. Würzburg 2003

© Dieter Wunderlich 2007

Hartmut Lange: Das Konzert

Gerhard Falkner - Apollokalypse
Identitätsverlust, Spiegelung und Verdoppelung sind Leitmotive des furiosen Romans "Apollokalypse". Dem Lyriker Gerhard Falkner geht es weniger um Inhalt als um Sprach­magie. Manchmal über­treibt er das Spiel mit ein­falls­reichen For­mu­lie­run­gen, hoch­auf­geladenen Sätzen und be­deu­tungs­schweren Metaphern.
Apollokalypse

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