Das Mädchen am Ende der Straße

Das Mädchen am Ende der Straße

Das Mädchen am Ende der Straße

Originaltitel: The Little Girl Who Lives Down the Lane - Regie: Nicolas Gessner - Buch: Laird Koenig, nach seinem Roman - Kamera: René Verzier - Schnitt: Yves Langlois - Musik: Frédéric Chopin, Christian Gaubert - Darsteller: Jodie Foster, Scott Jacoby, Martin Sheen, Alexis Smith, Mort Shuman, Dorothy Davis, Hubert Noel, Jacques Famery, Clessan Goddhue u.a. - 1976; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Die 13-jährige Jüdin Rynn wohnt in einem abgeschiedenen Haus in einer amerikanischen Kleinstadt. Vor ein paar Monaten kam sie mit ihrem Vater, einem Schriftsteller, aus England. Die Leute – vor allem die Vermieterin des Hauses und deren Sohn, der es auf junge Mädchen abgesehen hat – wundern sich darüber, dass der Schriftsteller nie zu sehen oder zu hören ist ...
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Kritik

Nicolas Gessner erzählt in "Das Mädchen am Ende der Straße" zwar keine ganz realistische, aber eine spannende und sorgfältig inszenierte Geschichte mit unerwarteten Wendungen.
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Die dreizehnjährige Jüdin Rynn (Jodie Foster) wohnt in einem abgeschiedenen Haus in einer amerikanischen Kleinstadt. Vor ein paar Monaten kam sie mit ihrem Vater, einem Schriftsteller, aus England. Mrs Hallett (Alexis Smith), die Vermieterin, wundert sich darüber, dass der Schriftsteller sich nie zeigt, wenn sie vorbeikommt: Einmal behauptet Rynn, er arbeite und wolle nicht gestört werden, ein anderes Mal ist er angeblich zu seinem Verleger nach New York gereist. Neugierig schnüffelt Mrs Hallett in dem Haus herum und ärgert sich über das frühreife Mädchen, das ihr an Intelligenz und Selbstsicherheit überlegen ist. Sie droht, Rynn den Behörden zu melden, weil sie nicht zur Schule geht, aber das Mädchen lässt sich nicht einschüchtern. Als Mrs Hallett ihre Einmachgläser aus dem Keller holen will, hält Rynn sie davon ab und verspricht, ihr die Gläser zu bringen. Mrs Hallett ist beunruhigt, weil ihr Sohn Frank (Martin Sheen) jungen Mädchen nachsteigt und offenbar auch bereits bei Rynn im Haus gewesen ist. Maliziös berichtet Rynn, Frank Hallett habe ihr blondes Haar bewundert.

Auch der Polizist Miglioriti (Mort Shuman), der Frauen mit großen Brüsten bevorzugt und immer wieder eine im Streifenwagen hat, warnt Rynn vor Frank Hallett. Ihm kommt es ebenfalls seltsam vor, dass Rynns Vater nie zu sehen ist.

Bei ihrem nächsten Besuch lässt Mrs Hallett sich nicht davon abbringen, den Esstisch und den Teppich wegzuziehen, die Falltür zu öffnen und in den Keller hinunterzusteigen, um auch die Gummiringe für die Einmachgläser heraufzuholen. Plötzlich stößt sie einen lauten Schrei aus und hetzt ihn Panik wieder herauf. Dabei stößt sie gegen den Stab, mit dem sie die Falltür aufgespreizt hat. Die schwere Klappe kracht ihr auf den Kopf. Rynn kauert minutenlang an der Wand, dann öffnet sie vorsichtig die Falltür: Mrs Hallett liegt mit blutüberströmtem Kopf tot im Keller. Ihr Auto steht vor der Tür. Rynn muss in den Keller hinunter, um an die Autoschlüssel zu kommen. Aber es gelingt ihr nicht, den Wagen zu starten. Zufällig kommt Mario (Scott Jacoby) auf seinem Fahrrad vorbei, Miglioritis Neffe, der aufgrund einer Kinderlähmung hinkt. Rynn bittet ihn, das Auto – von dem er weiß, dass es Mrs Hallett gehört – zum Bahnhof zu fahren, aber sie verrät ihm nicht den Grund. Nachdem Mario verabredungsgemäß bei einer Geburtstagsfeier als Zauberer aufgetreten ist, kehrt er zu Rynn zurück, lässt Mrs Halletts Wagen an und parkt ihn vor ihrem Büro. Das sei unauffälliger als am Bahnhof, erklärt er Rynn. Obwohl er ahnt, dass er sich auf etwas Schlimmes eingelassen hat, hilft er dem verschlossenen Mädchen.

Mario versucht, Rynn auch gegen Frank Hallett zu verteidigen, der unter dem Vorwand, seine Mutter zu suchen, ins Haus eindringt und offenbar vorhat, sich an dem jungen Mädchen zu vergreifen. Frank verspottet Mario wegen seiner Behinderung und stellt ihm ein Bein, damit er stürzt, aber am Ende überrascht der „Zauberer“ Frank mit einem Degen, den er ihm an die Kehle hält, bis er flieht.

Allmählich gewinnt Mario Rynns Vertrauen. Sie gesteht ihm nicht nur, wie Mrs Hallett ums Leben kam, sondern erzählt ihm auch, dass ihr Vater bereits totkrank gewesen war, als er sie nach Amerika gebracht hatte. Er habe ihr eingeschärft, sich klein zu machen und sich allein auf sich selbst zu verlassen, denn die Erwachsenen würden sie nur nach ihren Vorstellungen erziehen wollen. Nachdem er die Gezeiten in der nahen Bucht studiert hatte, verabschiedete er sich von Rynn und ertränkte sich. „Sie werden ihn nie finden“, glaubt Rynn. Ihr Vater hatte sie auch vor ihrer Mutter gewarnt und ihr ein Pulver hinterlassen für den Fall, dass die Mutter wider Erwarten Rynns Adresse in den USA herausfinden sollte. Als sie tatsächlich hier auftauchte, befolgte Rynn den Rat ihres Vaters und mischte ihr etwas von dem Pulver in den Tee. Minuten später rang ihre Mutter nach Luft und starb. Ihre Leiche liegt ebenfalls im Keller.

Bei strömendem Regen vergraben Mario und Rynn die beiden Leichen neben dem Haus. Weil Mario sich dabei erkältet hat, bettet Rynn ihn nach einem heißen Bad auf ein Sofa neben dem Kaminfeuer und wärmt ihn mit ihrem Körper. Später gehen sie nach oben ins Schlafzimmer und schlüpfen zusammen nackt ins Bett, um sich zu lieben. Es ist für sie beide das erste Mal.

Nachdem Mario mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden ist, eilt Rynn zu ihm, beugt sich über den Bewusstlosen und flüstert ihm eine Liebeserklärung ins Ohr. Erstmals handelt sie gegen den Rat ihres Vaters: Statt allein zu bleiben, will sie mit Mario zusammenleben. Vom Arzt erfährt sie, dass er wahrscheinlich genesen wird.

Inzwischen ahnt Frank Hallett, dass Rynn allein im Haus wohnt und etwas mit dem Verschwinden seiner Mutter zu tun hat. Er taucht bei ihr auf und glaubt, sie mit der Drohung, seine Vermutungen der Polizei zu melden, gefügig machen zu können. Da bietet Rynn ihm eine Tasse Tee an, in die sie etwas von dem Pulver gestreut hat …

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Ein von Jodie Foster eindrucksvoll dargestelltes frühreifes, intelligentes Mädchen kämpft um seine Eigenständigkeit und verteidigt sie mit allen Mitteln. Nicolas Gessner erzählt zwar keine ganz realistische, aber eine spannende und sorgfältig inszenierte Geschichte mit unerwarteten Wendungen. „Das Mädchen vom Ende der Straße“ ist ein fesselnder Psychothriller weit abseits vom Mainstream.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002/2003

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