Juli mit Delphin

Juli mit Delphin

Juli mit Delphin

Originaltitel: Juli mit Delphin – Regie: Thomas Freundner – Drehbuch: Thomas Freundner – Kamera: Dominik Schunk – Schnitt: Ulrike Hano – Musik: Joachim von Gerndt – Darsteller: Udo Wachtveitl, Elzemarieke de Vos, Sabine Urig, Traute Höss, Nina Kronjäger, Lutz Herkenrath, Jochen Nickel, Arved Birnbaum, Ali Biryar, Michael Quast, Fanny Freundner, Fe Freundner, Frizzi Freundner – 2008; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Während seine Ehefrau mit den drei kleinen Töchtern im Juli an die Nordsee fährt, bleibt Hubert in Hamburg, um weiter als Fahrlehrer zu arbeiten, denn das Haus muss noch abbezahlt werden. Am nächsten Morgen fällt eine junge Frau aus der Dachluke des Nachbarhauses. Hubert kommt ihr mit einer Leiter zu Hilfe. Simone studiert Architektur und will einen Sanierungsplan für das leer stehende Haus erarbeiten. Der Anblick der 26-Jährigen bringt den Strohwitwer in Versuchung ...
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Kritik

"Juli mit Delphin" ist eine unterhaltsame Komödie von Thomas Freundner. Es gibt eine ganze Reihe amüsanter Szenen, aber auch eine Menge Klamauk und Klischees.

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Hubert und Carmen (Udo Wachtveitl, Nina Kronjäger) sind seit fünfzehn Jahren verheiratet. Sie haben drei kleine Töchter: Lena, Lilly und Luzie (Fanny Freundner, Fe Freundner, Frizzi Freundner). Wenn alles gut geht, wird ihr Haus in Hamburg in zwölf Jahren abbezahlt sein. Das funktioniert jedoch nur, wenn Hubert, der vor neunzehn Jahren die Fahrschule seines Vaters übernahm, auch in den Sommermonaten arbeitet.

Also fahren Carmen und die Kinder im Juli ohne ihn in die Ferien. Wenn Hubert von der Arbeit nach Hause kommt, schiebt er lustlos ein Fertiggericht in die Mikrowelle. Bereits am ersten Abend hat er mehrere Notrufe auf seinem Anrufbeantworter, denn Lilly vermisst ihren Plüschdelphin „Fini“. Hubert findet ihn in einem der unaufgeräumten Kinderzimmer und verspricht seiner Tochter, Fini mit ins Bett zu nehmen, damit dieser sich nicht im Dunkeln zu fürchten braucht. Obwohl niemand es kontrollieren könnte, hält er sich an sein Versprechen und steht eigens noch einmal auf, um den Delphin zu holen.

Beim Rasieren am nächsten Morgen beobachtet er eine junge Frau, die aus einer Dachluke des leer stehenden Nachbarhauses schaut und mit einem Zollstock hantiert. Plötzlich hört er einen Schrei. Die Unbekannte liegt mit dem Kopf nach unten auf dem Dach und klammert sich fest. Offenbar fiel sie aus der Dachluke. Hubert rennt los, holt die Leiter und klettert zu ihr hinauf. Als sie auf ihn zurutscht, kippt die Leiter um, aber die Äste eines Baums federn den Sturz ab.

Die Gerettete heißt Simone (Elzemarieke de Vos). Sie ist sechsundzwanzig, studiert Architektur und hat sich für ein paar Tage in dem Haus einquartiert, um im Rahmen ihrer Diplomarbeit einen Sanierungsplan zu erarbeiten.

Zum Dank bringt Simone am Abend eine Flasche Schnaps vorbei. Während Hubert im Dunkeln auf der Terrasse sitzt und davon trinkt, beobachtet er die Studentin, die bei Licht im Nachbarhaus arbeitet – und sich schließlich auszieht. Das weckt bei Hubert Begehrlichkeiten, aber er telefoniert mit seiner Frau und geht mit dem Delphin ins Bett.

Am anderen Morgen steht Simone vor der Tür: Im Nachbarhaus gibt es kein fließendes Wasser. Nachdem er ihr einen Eimer Wasser abgefüllt hat, lädt er sie zum Frühstück ein und ermutigt sie, bei ihm zu duschen. Während Simone im Bad ist, kauft er Brötchen und deckt den Tisch. Da steht plötzlich Frau Anderbach (Traute Höss) in der Tür. Hubert hat ganz vergessen, dass heute Mittwoch ist, also der Tag, an dem Frau Anderbach zum Putzen kommt. Die zwei Tassen auf dem Frühstückstablett fallen ihr sofort auf. Hubert behauptet, er habe mit ihr zusammen frühstücken wollen, aber die Lüge nimmt sie ihm nicht ab. Sie kann ihn nicht leiden, unterstellt ihm, dass er seine Frau betrügt und vermutet eine Geliebte im Haus. Doch als sie im Bad nachsieht, ist niemand da: Simone kletterte rechtzeitig aufs Dach.

Abends schaut Hubert wieder zum Nachbarhaus hinüber und hofft, Simone noch einmal nackt zu sehen.

Mit viel Geduld bereitet er seine nicht mehr ganz junge Fahrschülerin Monika (Sabine Urig) auf die Führerscheinprüfung vor. Nicht einmal, als sie beim Ausparken gegen ein anderes Auto schrammt und der Besitzer (Michael Quast) tobt, verliert er die Nerven. Eigentlich bräuchte Monika gar kein Auto, aber sie kaufte eines für ihren Freund. Der hat sie inzwischen verlassen, und weil sie nicht aus dem Leasing-Vertrag herauskommt, möchte sie jetzt wenigstens selbst mit dem Wagen fahren.

„Finden Sie, dass Männer Schweine sind“, fragt Hubert sie. „Also, die ich kenne …“, meint sie leise. Hubert ergänzt: „… sind Schweine.“ Sie nickt. „Alle?“, fragt er. Und sie nickt noch einmal.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Hubert spielt mit dem Feuer. Am letzten Nachmittag bevor Simone das Nachbarhaus verlässt, sagt er seine Termine ab und eilt nach Hause. Er hat vor, mit ihr ins Bett zu gehen, und offenbar ist sie dazu bereit. Doch da taucht sein Nachbar Guido (Arved Birnbaum) auf, der aus irgendeinem Grund völlig entnervt ist und schluchzt. Hubert bittet Simone, sich im Obergeschoss zu verstecken und trinkt mit Guido auf der Terrasse ein Bier, um ihn zu beruhigen. Ralfi (Jochen Nickel), ein anderer Nachbar, gesellt sich dazu und drängt Hubert, den Grill aufzustellen, während er das von einem Kindergeburtstag übriggebliebene Fleisch holt. Erst als Guido so betrunken ist, dass er sich übergeben muss, wird Hubert die beiden ungebetenen Gäste wieder los. Vier Stunden hat Simone auf ihn gewartet. Statt ins Schlafzimmer zu gehen, ziehen sie um die Häuser und landen in einem Jazzkeller.

Eigentlich hätte Hubert Trompeter werden wollen, aber Carmen mag keinen Jazz. Simone redet ihm zu, seine seit Jahren nicht mehr benutzte Trompete wieder hervorzuholen.

Während der Fahrprüfer Riedel (Lutz Herkenrath) einen jungen Türken (Ali Biryar) rücksichtslos durchfallen lässt, weil er fünf oder acht Stundenkilometer zu schnell fährt, drückt er bei Monika beide Augen zu. Unterwegs entdeckt Hubert Simone und sorgt dafür, dass Monika ihr nachfährt. So findet er ihre Adresse heraus. Er springt aus dem Wagen und folgt ihr. Sie sagt ihm, dass ihr Freund, der ein Studienjahr in Brasilien verbringt, inzwischen mit einer Samba-Tänzerin zusammen sei. Hubert besinnt sich und verabschiedet sich nach wenigen Minuten, und Simone äußert den Wunsch, einmal einen treuen Partner wie ihn zu finden.

Als Hubert zum Auto zurückkommt, liegen sich Monika und der Prüfer in den Armen und küssen sich.

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„Juli mit Delphin“ (nach der neuen Rechtschreibung müsste es „Juli mit Delfin“ heißen) ist eine unterhaltsame Komödie von Thomas Freundner. Die Ausgangssituation ähnelt der in „Das verflixte 7. Jahr“ von Billy Wilder. Dort bleibt der Büroangestellte Richard Sherman im sommerlich heißen Manhattan zurück, während seine Ehefrau und mit dem Sohn Urlaub macht. Seine guten Vorsätze droht er zu vergessen, als eine aufregende Blondine (Marilyn Monroe) in die Wohnung über ihm einzieht.

Das verflixte 7. Jahr – Originaltitel: The Seven Year Itch – Regie: Billy Wilder – Drehbuch: George Axelrod, nach seinem Theaterstück „Das verflixte 7. Jahr“ – Kamera: Milton R. Krasner – Schnitt: Hugh S. Fowler – Musik: Alfred Newman – Darsteller: Marilyn Monroe, Tom Ewell, Evelyn Keyes, Sonny Tufts, Robert Strauss, Oskar Homolka, Marguerite Chapman, Victor Moore, Dolores Rosedale, Donald MacBride, Carolyn Jones u.a. – 1955; 105 Minuten

Bei Hubert in Hamburg ist es eine junge Architekturstudentin, die seine Triebe und Emotionen durcheinanderbringt. Die Spannung ergibt sich aus der Frage, wie weit Hubert und Simone wohl gehen werden. Thomas Freundner sind eine ganze Reihe amüsanter Szenen eingefallen; „Juli mit Delphin“ besteht jedoch auch aus Klamauk und Klischees.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

David Foenkinos - Charlotte
In dem Roman "Charlotte" vermischen sich Fakten und Fiktion. David Foenkinos beginnt jeden seiner kurzen Sätze in einer neuen Zeile und akzentuiert so den Sprachrhythmus. Trotz der nüchternen Darstellung handelt es sich um eine erschütternde Lektüre.
Charlotte

David Foenkinos

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