The Kids Are All Right

The Kids Are All Right

The Kids Are All Right

The Kids Are All Right – Originaltitel: The Kids Are All Right – Regie: Lisa Cholodenko – Drehbuch: Stuart Blumberg, Lisa Cholodenko – Kamera: Igor Jadue-Lillo – Schnitt: Jeffrey M. Werner – Musik: Nathan Larson, Craig Wedren – Darsteller: Julianne Moore, Annette Bening, Mark Ruffalo, Mia Wasikowska, Josh Hutcherson, Yaya DaCosta, Rebecca Lawrence, Eddie Hassell, Kunal Sharma u.a. – 2010; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Die erfolgreiche Ärztin Nic und die unsichere Hausfrau Jules sind ein lesbisches Ehepaar mit zwei durch künstliche Befruchtung gezeugten Kindern. Als Joni 18 und Laser 15 Jahre alt sind, nehmen sie Kontakt mit dem von ihren Müttern damals ausgesuchten Samenspender auf. Paul, ein lebensfroher Single, führt ein Bio-Restaurant. Die Halb­geschwister finden ihn cool, und wider Erwarten verstehen sich auch die Mütter gut mit ihm. Aber dann betrügt Jules Nic mit ihm ...
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Kritik

Sorgfältig beobachtend und mit großer Empathie begleitet Lisa Cholodenko die Figuren in "The Kids Are All Right", einer Komödie, deren Kurzweil zunächst über den Tiefgang hinwegtäuscht, mit dem die Charaktere ausgelotet werden.
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Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) sind ein lesbisches Ehepaar mit zwei durch künstliche Befruchtung gezeugten Kindern: Nics 18-jähriger Tochter Joni (Mia Wasikowska) und Jules drei Jahre jüngeren Sohn Laser (Josh Hutcherson). Die erfolgreiche Ärztin Nic gibt sich selbstsicher und versucht, auch privat alles unter ihrer Kontrolle zu halten. Jules brach ihr Architekturstudium ab, versuchte dann erfolglos, balinesische Möbel zu verkaufen und kümmerte sich schließlich vor allem um die Kinder sowie den Haushalt. Sie leidet unter Selbstzweifeln, will sich jedoch nun als Landschaftsarchitektin beweisen.

Der 15-jährige Laser möchte herausfinden, welchem Mann er seine Existenz verdankt. Weil künstlich gezeugte Kinder erst mit 18 ein Recht darauf haben, den Namen des Samenspenders zu erfahren, drängt er Joni, sich an die Samenbank zu wenden, denn sie wurden beide mit Sperma desselben, von ihren Müttern gemeinsam ausgewählten Mannes gezeugt. Eine Angestellte der Samenbank ruft darauf hin Paul (Mark Ruffalo) an, einen lebensfreudigen Mann, der das Studium der Politikwissenschaften abbrach und inzwischen ein gut gehendes Bio-Restaurant führt. Er war nie verheiratet und zieht lockere Beziehungen wie die mit der attraktiven Kellnerin Tanya (Yaya DaCosta) vor. Der Anruf der Samenbank überrascht ihn, aber er erklärt sich bereit, die mit seinem Sperma gezeugte Tochter zu treffen.

Joni bringt ihren Halbbruder mit, und Paul erfährt auf diese Weise, dass er auch einen Sohn hat.

Einige Zeit später erzählen Joni und Laser ihren Müttern von dem Treffen. Nic und Jules versuchen, sich ihr Entsetzen nicht anmerken zu lassen. Mit der Absicht, dem Samenspender klarzumachen, dass er auf Distanz bleiben soll, laden sie ihn zum Essen ein. Wider Erwarten verstehen sie sich alle recht gut miteinander, und Paul wird Jules‘ erster Kunde: Sie soll das zu seinem neu gekauften Haus gehörende Hanggrundstück gestalten und bepflanzen.

Während der Arbeit kommen Paul und Jules sich näher. Sie lassen sich auf eine Affäre ein. Als Jules den Eindruck hat, der Arbeiter Luis (Joaquín Garrido) habe sie im Bett mit Paul ertappt, entlässt sie ihn unter dem Vorwand, er habe Drogenprobleme.

Es stört Nic schon seit längerer Zeit, wenn Jules sie ermahnt, etwas weniger Wein zu trinken. Nun redet sie auch noch pausenlos von gesunder Ernährung, Bioprodukten und Kompost. Nic kann es nicht mehr hören.

Während eines Abendessens zu fünft in Pauls Haus entwickelt sich zwischen Nic und dem Gastgeber unerwartet viel Sympathie, doch als Nic ins Bad geht, entdeckt sie zunächst in einer Bürste und dann auch im Abfluss der Badewanne lange Frauenhaare in Jules‘ Farbe. Misstrauisch geworden, schaut sie ins Schlafzimmer und findet auch im Bett Indizien dafür, dass Jules sie mit Paul betrügt.

Zu Hause stellt sie ihre Ehepartnerin zur Rede. Jules versucht zunächst zu leugnen, muss dann aber doch zugeben, mit Paul geschlafen zu haben. Die Kinder bekommen durch den Streit ihrer Mütter mit, was geschehen ist.

Nic und Joni reden nicht mehr mit Jules, die von nun an auf einer unbequemen Couch im Wohnzimmer schlafen muss und jeden Morgen mit Rückenschmerzen aufwacht.

Als Paul ahnungslos Joni anruft, beschimpft ihn das Mädchen und will nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Sie wird in Kürze mit dem Studium an einem College beginnen und ins Studentenwohnheim ziehen. Am Abend vor der Abreise kommt Paul vorbei und drängt Joni, sich mit ihm zu versöhnen. Aber Nic wirft ihn hinaus. Wenn er eine Familie haben wolle, herrscht sie ihn an, solle er selbst eine gründen und es nicht als Trittbrettfahrer versuchen.

Am nächsten Morgen fährt Nic ihre Tochter zum College. Jules und Laser begleiten sie. Der Abschied fällt ihnen allen schwer. Als die beiden Mütter Joni gemeinsam umarmen und weinen, versöhnen sie sich.

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Dass die Familie, um die sich die Komödie „The Kids Are All Right“ dreht, aus zwei lesbischen Frauen und ihren beiden halb erwachsenen Kindern besteht, wird hier gar nicht weiter thematisiert, sondern unbefangen als Normalität genommen.

Cholodenko die Themenfixiertheit und politische Gestik des handelsüblichen schwul-lesbischen Films einfach ignoriert. Sie behandelt kein Thema, sondern zeichnet Charaktere. (Rainer Gansera: Voll normale Familie, „Süddeutsche Zeitung“, 17. November 2013)

Sorgfältig beobachtend und mit großer Empathie begleitet Lisa Cholodenko (* 1964) die Figuren in „The Kids Are All Right“, einer Komödie, deren Kurzweil zunächst über den Tiefgang hinwegtäuscht, mit dem die Charaktere ausgelotet werden, für deren facettenreiche Verkörperung wiederum herausragende Darsteller wie Julianne Moore, Annette Bening und Mark Ruffalo sorgen. Das Ende hätte leicht in den Kitsch abgleiten können, etwa wenn der Samenspender mit in die Familie aufgenommen worden wäre. Aber davon hält Lisa Cholodenko sich fern. Sie gönnt uns zwar ein Happy End, deutet jedoch an, dass die Kinder bald ihre eigenen Wege gehen werden – wie in jeder anderen Familie auch.

„The Kids Are All Right“ wurde in vier Kategorien für einen „Oscar“ nominiert: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Beste Hauptdarstellerin (Annette Bening) und Bester Nebendarsteller (Mark Ruffalo).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013

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