Der Massenmord in Babij Jar / Babi Yar

Die Juden in der am 19. September 1941 von Deutschen eingenommenen Stadt Kiew wurden nach angeblichen Sabotageakten am 28. September durch zweitausend Plakate aufgefordert, sich am folgenden Tag zu versammeln: „Sämtliche Juden der Stadt Kiew und Umgebung haben sich am Montag, dem 29. September 1941 bis 8 Uhr Ecke Melnik- und Dokteriwski-Straße (an den Friedhöfen) einzufinden […]“

Darüber berichtete das Sonderkommando 4a der Einsatzgruppe C unter SS-Standartenführer Paul Blobel am 28. September nach Berlin: „Angeblich 150 000 Juden vorhanden. Maßnahmen eingeleitet zur Erfassung des gesamten Judentums, Exekution von mindestens 50 000 Juden vorgesehen. Wehrmacht begrüßt Maßnahmen und erbittet radikales Vorgehen.“

Am 29. September wurden 33 771 jüdische Männer, Frauen und Kinder teils zu Fuß, teils mit Lastwagen von Kiew zu der nahe gelegenen „Großmütterchen-Schlucht“ (Babij Jar, auch: Babi Yar) gebracht, hineingetrieben und aufgefordert, Wertsachen, Gepäck, Mäntel, Schuhe, Kleidung und Wäsche abzulegen. Nackt mussten sie weitergehen bis zu einem zehn Meter tiefen Abgrund, wo SS-Männer sie mit Genickschüssen töteten. Zwei Tage lang dauerten die Erschießungen. Mehr als hundert Lastwagenladungen Kleidung wurden für die NS-Wohlfahrt abtransportiert. Um Spuren zu beseitigen, sprengten Pioniereinheiten der Wehrmacht anschließend die Felswände der Schlucht.

Mit Massenerschießungen wie in Babij Jar hatte nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 der Holocaust begonnen. Babij Jar war kein Einzelfall; auch an anderen Orten gab es solche Massaker:

  • Kamenez-Podolsk, 27. / 28. August 1941: 23 600 Opfer
  • Rowno, 7. / 8. November 1941: 21 000 Opfer
  • Minsk, November 1941: 19 000 Opfer
  • Riga, 30. November, 8. / 9. Dezember 1941: 25 000 Opfer
  • Charkow, Januar 1942: 10 000 bis 20 000 Opfer

Paul Blobel wurde nach dem Krieg zum Tod verurteilt und hingerichtet.

© Dieter Wunderlich 2005

Holocaust

Jeff Kanew: Babij Jar

Sibylle Lewitscharoff - Apostoloff
"Apostoloff" ist eine Mischung aus Reisebericht, Familiengeschichte und Groteske. Sibylle Lewitscharoff schreibt auf hohem sprachlichen Niveau, aber die Figuren und Szenen bleiben blass.
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Sibylle Lewitscharoff

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