Drive

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Drive – Originaltitel: Drive – Regie: Nicolas Winding Refn – Drehbuch: Hossein Amini nach dem Roman "Driver" von James Sallis – Kamera: Newton Thomas Sigel – Schnitt: Matthew Newman – Musik: Cliff Martinez – Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks, Oscar Isaac, Christina Hendricks, Ron Perlman, Kaden Leos, James Biberi u.a. – 2011; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Der Driver arbeitet als Stuntman, Auto­mechaniker und bei nächtlichen Raubüber­fällen als Fahrer von Fluchtfahrzeugen. Er freundet sich mit seiner Nachbarin Irene und ihrem kleinen Sohn Benicio an, aber bevor daraus eine Liebesbeziehung wird, kommt Irenes Ehemann aus dem Gefängnis. Weil dieser einem Mafioso Geld schuldet, soll er einen Raubüberfall durchführen. Andernfalls würde man Irene und Benicio etwas antun. Aus Sorge um die beiden bietet der Driver dem Nachbarn seine Hilfe an ...
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Kritik

"Drive", die Verfilmung eines Romans von James Sallis durch Nicolas Winding Refn, ist ein Gangsterthriller im Stil des Neo-Noir über einen von Ryan Gosling überzeugend verkörperten Einzelgänger.
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Ein Mann Anfang 30 (Ryan Gosling), dessen Namen wir nicht erfahren, arbeitet tagsüber als Stuntman beim Film und als Mechaniker in einer Autowerkstatt in Los Angeles. Nachts bietet er seine Dienste als Fahrer von Fluchtautos bei Raubüberfällen nach exakt vorgegebenen Regeln an.

Der Werkstattbesitzer Shannon (Bryan Cranston), für den er seit einigen Jahren arbeitet, besorgte dem damals Filme produzierenden Mafia-Paten Bernie Rose (Albert Brooks) in den Achtzigerjahren Autos für Crash-Szenen. Als Rose sich mit Nino zusammentat (Ron Perlman), einem amerikanischen Mafioso jüdischer Abstammung, der sich als Italo-Amerikaner ausgibt, durchschaute dieser rasch, dass Rose übervorteilt wurde und ließ Shannon so zusammenschlagen, dass er einen Beckenbruch erlitt und seither hinkt.

Der gierige Shannon will noch mehr aus den außergewöhnlichen Fertigkeiten des Drivers herausholen und überredet deshalb Rose, 300 000 Dollar in ein Stockcar zu investieren. Als Shannon seinen Mitarbeiter dem Mafioso vorstellt, zögert der Driver, die ausgestreckte Hand zu ergreifen. „Meine Hände sind schmutzig“, sagt er, und Bernie Rose erwidert: „Meine auch.“

Der Driver, der in einem kaum möblierten Apartment wohnt, freundet sich mit seiner Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und ihrem kleinen Sohn Benicio (Kaden Leos) an. Sie unternehmen zu dritt Ausflüge. Benicio mag den neuen Freund seiner Mutter, und zwischen den beiden Erwachsenen keimt Liebe auf. Irene ist allerdings verheiratet; ihr Ehemann Standard (Oscar Isaac) verbüßt gerade eine Haftstrafe. Als sie ihn kennenlernte, war sie 17. Ein Jahr später kam Benicio auf die Welt.

Während Shannon und der Driver noch in der Werkstatt an dem Stockcar basteln, kommt Standard aus dem Gefängnis. Kurz darauf wird er in der Tiefgarage des Apartment-Hauses vor den Augen seines Sohnes zusammen­geschlagen. Der Driver kümmert sich um Benicio und fragt dann Standard nach dem Grund des Angriffs. Standard meint zunächst, das gehe den Nachbarn nichts an, erzählt aber schließlich doch, dass er dem albanisch-stämmigen Gangster Cook (James Biberi) Schutzgeld schulde. Weil er nicht bezahlen kann, soll er für Cook ein Pfandhaus ausrauben. Für den Fall, dass er sich weigert, hat Cook damit gedroht, Irene und Benicio etwas anzutun.

Um zu verhindern, dass Irene und Benicio in die Sache hineingezogen werden, bietet der Driver seinem Nachbarn an, sich als Fahrer des Fluchtfahrzeugs an dem Raubüberfall zu beteiligen. Cook ist damit einverstanden und ordnet an, dass auch eine Frau namens Blanche (Christina Hendricks) mitmacht.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Während der Driver während des Überfalls auf dem Parkplatz vor dem Pfandhaus hinter dem Lenkrad auf Standard und Blanche wartet, fällt ihm eine Limousine auf, die stehen bleibt, ohne dass jemand aussteigt. Blanche kommt aus dem Gebäude gerannt und wuchtet eine Sporttasche in den Fond. Eine Minute nach ihr verlässt auch Standard das überfallene Geschäft. Aber bevor er das Fluchtfahrzeug erreicht, wird er von den Insassen des zuletzt eingetroffenen Autos erschossen. Der Driver gibt Vollgas. Der andere Wagen folgt, aber es gelingt dem Driver, zu entkommen.

Er versteckt sich mit Blanche in einem Motel. In der Sporttasche befinden sich Banknotenbündel im Wert von einer Million Dollar. Ein so hoher Geldbetrag liegt normalerweise nicht in der Kasse eines Pfandhauses! Im Fernsehen heißt es, der Einzeltäter sei vom Inhaber des überfallenen Pfandhauses erschossen worden und habe nichts rauben können. Argwöhnisch zieht der Driver Handschuhe an, wirft Blanche aufs Bett und bringt sie durch die Androhung von Schlägen zum Reden. Sie wusste von dem geplanten Mord auf dem Parkplatz. Cook steckt dahinter.

Bevor sie noch mehr sagen kann, wird sie durch ein Fenster erschossen. Zwei schwer bewaffnete Gangster dringen in das Zimmer ein, aber der Driver tötet sie beide und wird nur durch einen Schuss am Oberarm verletzt.

Nachdem der Driver die Sporttasche mit dem Geld im Kofferraum eines Wagens in Shannons Werkstatt versteckt hat, fährt er zu einem Nachtklub und findet Cook in der Garderobe der Stripperinnen. Ohne Vorwarnung zerschlägt er ihm die Finger mit einem Hammer. Dann wirft er ihn zu Boden und droht damit, ihm einen großen Nagel in die Stirn zu schlagen. In seiner Todesangst gesteht Cook, dass er für Nino arbeitet. Der fand heraus, dass die Ostküstenmafia eine Million als Startkapital für einen Ableger in dem Pfandhaus in Los Angeles deponieren wollte. Um sich nicht von Konkurrenten das Geschäft verderben zu lassen, gab Nino den Auftrag für den Raubüberfall. Noch von der Garderobe aus ruft der Driver Nino anonym an und schlägt ihm ein Treffen vor. Er habe das Geld, sagt er, und wolle es ihm bringen. Als Gegenleistung verlange er lediglich, dass Irene, Benicio und er in Ruhe gelassen werden.

Auf dem Flur des Apartmenthauses klärt der Driver Irene darüber auf, dass Standard den Raubüberfall durchführen musste, um sie und Benicio zu beschützen. Aus demselben Grund habe er Standard dabei geholfen. Als er ihr das erbeutete Geld anbietet, ohrfeigt Irene ihn. Er habe doch nur gemeint, dass ihr das Geld ein neues Leben mit ihrem Sohn außerhalb der Reichweite der Gangster ermöglichen würde, verteidigt er sich und fügt leise hinzu, vielleicht hätte er mitkommen können.

Als der Aufzug hält, steht ein Mann in der Kabine, der behauptet, sich in der Etage geirrt zu haben. Dem Driver entgeht nicht, dass der Fremde eine Schusswaffe trägt. Vermutlich handelt es sich um einen auf ihn angesetzten Killer. Während der Lift nach unten fährt, überwältigt er den Mann und schlägt und tritt dann solange auf ihn ein, bis er tot ist. Irene steigt in der Tiefgarage aus und blickt mit schockstarren Augen zurück.

Obwohl der Driver weiß, dass nur Shannon den Gangstern seine Adresse verraten haben kann, rät er ihm, sofort aus Los Angeles zu verschwinden.

Nachdem Bernie Rose die Hintergründe durchschaut hat, ersticht er Cook im Beisein Ninos. Die beiden Mafiosi beschließen, sich das Geld zu besorgen und auch noch die letzten Zeugen zu beseitigen.

Rose überrascht Shannon mit Gepäck in der Werkstatt. Der Mafioso ergreift seinen rechten Arm und zerschneidet ihm mit einem Rasiermesser der Länge nach die Unterarmarterie. Dazu sagt er: „Das war’s schon. Es tut nicht weh. Es ist gleich vorbei.“

Der Driver findet den Toten in der Werkstatt. Er nimmt die Sporttasche mit dem Geld aus dem Kofferraum und fährt los. Kurz darauf passt er Nino und dessen Fahrer ab und verfolgt die beiden auf der California State Route 1. Nachdem er die Limousine des Mafioso gerammt und zum Stehen gebracht hat, schiebt er sie mit seinem Wagen über den Straßenrand in den Abgrund. Nino überlebt den Sturz und flüchtet über den Strand, aber der Driver folgt ihm ins Wasser und tötet ihn.

Nachdem er sich mit Bernie Rose für den nächsten Tag im Restaurant „The Great Water“ telefonisch verabredet hat, ruft er Irene an und sagt ihr, dass er Los Angeles verlassen müsse. Die Zeit mit ihr und Benicio sei die schönste Phase in seinem Leben gewesen.

Im Restaurant schlägt Rose folgenden Deal vor: Er bekommt das Geld und garantiert dafür, dass Irene und Benicio nichts geschieht. Allerdings, so betont er, werde der Driver niemals vor ihm sicher sein. Sie gehen zusammen hinaus auf den Parkplatz. Als der Driver die Sporttasche aus dem Kofferraum hebt, sticht Rose ihm mit einem Messer in den Bauch. Der Verletzte entwindet ihm die Waffe und tötet den Mafioso. Er fährt los. Die Tasche mit dem Geld lässt er neben dem Toten liegen.

Irene klopft an seine Tür, aber niemand öffnet.

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Hossein Amini adaptierte den 2005 von James Sallis veröffentlichten Roman „Drive“ („Driver“, Übersetzung: Jürgen Bürger, Liebeskind, München 2007, 158 Seiten, ISBN 978-3-935890-46-5). Die von James Sallis mit Rückblenden und Zeitsprüngen erzählte Handlung wird im Film allerdings linear entwickelt.

„Drive“ ist ein Gangsterthriller im Stil des Neo-Noir mit harten Gewaltszenen. Ohne jede Ironie, aber mit einer Portion Sarkasmus porträtieren der iranische Drehbuchautor Hossein Amini und der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn einen wortkargen Einzelgänger, den der kanadische Schauspieler Ryan Gosling ebenso zurückhaltend wie überzeugend verkörpert. Die Einsamkeit und Verlorenheit des Protagonisten wird durch die elegische und unterkühlte Erzählweise unterstrichen. „Drive“ ist zugleich eine Geschichte über eine aufkeimende Liebesbeziehung, die enden muss, bevor sie richtig beginnt.

Die Dreharbeiten für „Drive“ fanden vom 25. September bis 12. November 2010 in Kalifornien statt, unter anderem in Los Angeles, am Point Mugu, am Los Angeles River, in Saugus, Reseda und Santa Clarita.

Zu dem von Cliff Martinez komponierten Soundtrack gehören folgende Songs: „Nightcall“ (Kavinsky & Lovefoxxx), „Under Your Spell“ (Desire), „A Real Hero“ (College feat. Electric Youth), „Oh My Love“ (Riz Ortolani feat. Katyna Ranieri), „Tick of the Clock“ (Chromatics).

In der Kategorie „Bester Tonschnitt“ (Lon Bender, Victor Ray Ennis) wurde „Drive“ für einen „Oscar“ nominiert.

Deutsche Synchronstimmen in „Drive“: Tommy Morgenstern (Driver), Natascha Geisler (Irene), Ronald Nitschke (Shannon), Frank-Otto Schenk (Standard), Tilo Schmitz (Nino), Michael Iwannek (Cook), Christin Marquitan (Blanche) u. a.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2015

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