Walter Kempowski


Walter Kempowski wurde am 29. April 1929 in Rostock als Sohn des Reeders Karl Georg Kempowski und der aus Hamburg stammenden Kaufmannstochter Margarethe Collasius geboren. Sein Vater fiel am 26. April 1945. Nach dem Krieg schlug Walter Kempowski sich als Laufbursche und Bürogehilfe durch, begann in einer Druckerei in Rostock eine kaufmännische Lehre und verdiente sein Geld ab Dezember 1947 in einem Lebensmittellager der US Army in Wiesbaden.

Während eines Besuchs bei seiner Mutter in Rostock – also in der sowjetischen Besatzungszone – wurde Walter Kempowski am 8. März 1948 festgenommen und am 20. August zusammen mit seinem Bruder Robert wegen Spionage zu fünfundzwanzig Jahren Arbeitslager verurteilt. Weil ihre Mutter sie nicht angezeigt hatte, verbüßte sie sechs Jahre Zwangsarbeit im Frauengefängnis Hoheneck.

Am 8. März 1956 wurde Walter Kempowski vorzeitig aus der berüchtigten Haftanstalt Bautzen entlassen und setzte sich aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland ab.

(Sein Bruder kam erst im September 1957 frei.) Im Jahr darauf holte er in Göttingen das Abitur nach und begann Pädagogik zu studieren. 1960 vermählte Walter Kempowski sich mit der friesischen Pfarrerstochter Hildegard Janssen, die ebenfalls Lehrerin wurde und mit ihm an der Dorfschule in Breddorf bei Zeven zwischen Bremen und Hamburg unterrichtete. 1961 wurde ihr Sohn Karl-Friedrich, im Jahr darauf ihre Tochter Renate geboren. Die Schulbehörde versetzte Walter Kempowski 1965 nach Nartum, und von 1974 bis 1979 war er als Lehrer in Zeven tätig.

Als Schriftsteller hatte er sich 1971 mit seinem vier Jahre später von Eberhard Fechner auch verfilmten Roman „Tadellöser & Wolff“ einen Namen gemacht. Außerdem veranstalte Walter Kempowski von 1981 bis 1991 in seinem Haus Kreienhoop in Nartum bei Bremen Literaturseminare für Laien. Von Zeit zu Zeit übernahm er seit 1976 Dozententätigkeiten an verschiedenen Universitäten in Deutschland und in den USA. Das von ihm angelegte literarische und biografische Archiv mit achttausend deutschen Familiengeschichten überließ Walter Kempowski im Oktober 2005 der Berliner Akademie der Künste. Mit 500 Metern Regallänge gilt es als eines der bedeutendsten Schriftstellerarchive überhaupt.

Walter Kempowski erlag in der Nacht auf den 5. Oktober 2007 einer Krebserkrankung.

Walter Kempowski: Bibliografie (Auswahl)

  • Im Block. Ein Haftbericht (1969)
  • Tadellöser & Wolff (1971)
  • Uns geht’s ja noch gold (1972)
  • Haben Sie Hitler gesehen? (1974)
  • Ein Kapitel für sich (1975)
  • Hundstage (1988)
  • Das Echolot (10 Bände, 1993, 1999, 2002, 2005)
  • Letzte Grüße (2003)
  • Alles umsonst (2006)

© Dieter Wunderlich 2005-2010

Walter Kempowski: Tadellöser & Wolff
Walter Kempowski: Letzte Grüße
Walter Kempowski: Das Echolot. Ein kollektives Tagebuch

António Lobo Antunes - Ich gehe wie ein Haus in Flammen
António Lobo Antunes verzichtet darauf, die Leser durch eine Identifikationsfigur zu fesseln. Es gibt nicht einmal einen Erzählstrang in "Ich gehe wie ein Haus in Flammen". Die inneren Monologe der verschiedenen Hauptfiguren ergeben einen poetischen, polyphonen Trauergesang.
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