Breaking the Waves

Breaking the Waves

Breaking the Waves

Originaltitel: Breaking the Waves - Regie: Lars von Trier - Drehbuch: Lars von Trier und Peter Asmussen - Kamera: Robby Müller - Schnitt: Anders Refn - Musik: Joachim Holbek - Darsteller: Emily Watson, Stellan Skarsgård, Katrin Cartlidge, Jean-Marc Barr, Adrian Rawlins, Jonathan Hackett, Udo Kier, Phil McCall, Mikkel Gaup, Roef Ragas u.a. - 1996; 155 Minuten

Inhaltsangabe

Bess ist in einem abgelegenen nordschottischen Dorf aufgewachsen. Die naive, tief religiöse junge Frau zeigt, wenn sie sich freut und wird deshalb von den anderen Dorfbewohnern einschließlich der eigenen Mutter argwöhnisch beobachtet. Widerwillig erlaubt der Ältestenrat Bess, einen Fremden zu heiraten ...
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Kritik

In kargen, mit der Handkamera gefilmten Bildern hat Lars von Trier diese Passionsgeschichte mit einer fantastischen Hauptdarstellerin Emily Watson inszeniert: "Breaking the Waves".
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Ein abgelegenes nordschottisches Dorf zu Beginn der 70er Jahre: Die puritanische Gemeinde verabscheut Musik und Tanz. Sogar auf Kirchenglocken glaubt man verzichten zu müssen. Nur Männer haben hier das Wort. Frauen werden auch bei Beerdigungen nicht geduldet. Sie wissen deshalb nur vom Hörensagen, dass der Pfarrer (Jonathan Hackett) tote Sünder noch am Grab der Hölle überantwortet.

In diesem Milieu wächst Bess (Emily Watson) auf, eine naive, tief religiöse junge Frau, die es zeigt, wenn sie sich freut und deshalb von den anderen Dorfbewohnern einschließlich der eigenen Mutter argwöhnisch beobachtet wird. Als ihr Bruder stirbt und sie ihre Trauer und Verzweiflung nicht verbirgt, wird sie vom Psychiater im Krankenhaus untersucht.

Ihr Bruder war mit einer Ortsfremden verheiratet. Seine junge willensstarke Witwe Dodo (Katrin Cartlidge) kümmert sich um ihre zarte Schwägerin. Widerwillig erlaubt der Ältestenrat Bess, ebenfalls einen Fremden zu heiraten: Jan (Stellan Skarsgård), einen praktischen und gutmütigen Mann, der in der Welt herumgekommen ist und nun auf einer Bohrinsel vor der Küste arbeitet. Dodo droht ihm, sie werde ihn umbringen, wenn er Bess nicht glücklich mache. Voller Unschuld zieht Bess noch während der Hochzeitsfeier im Bad ihr Höschen unter dem weißen Brautkleid aus und fordert Jan auf, sie zu deflorieren. Durch die Liebe zu Jan erblüht das unerfahrene Mädchen, und auch ihr Mann wird von diesem Gefühlssturm mitgerissen.

Doch die Tage des Glücks sind rasch vorbei: Jan muss zurück zur Bohrinsel und wird erst in einigen Wochen wieder ein paar Tage frei haben. Als sich die Rotoren des Hubschraubers bereits drehen, reißt Bess noch einmal die Tür auf und schreit ihren Abschiedsschmerz hinaus.

Das Warten wird für sie zur Qual. Zwei Wochen vor Jans geplanter Rückkehr hält sich dessen Arbeitskollege Terry (Jean-Marc Barr) kurze Zeit im Dorf auf, weil er sich die Hand verletzt hat. Da fleht Bess in der Kirche zu Gott, Jan früher als geplant zu ihr zu schicken. In ihrem einfältigen, sehr persönlichen Glauben hält sie Zwiesprache mit Gott, indem sie mit ihrer zarten Mädchenstimme zu ihm betet und dann mit geschlossenen Augen und im Tonfall eines Herrschers antwortet.

Bess‘ Wunsch geht auf furchtbare Weise in Erfüllung: Bei einem Unfall auf der Bohrinsel wird Jan von schweren Stahlteilen am Kopf getroffen. Mit dem Hubschrauber wird er ins Dorfkrankenhaus gebracht und sofort operiert. Die Diagnose ist niederschmetternd: Er wird zeitlebens vom Hals abwärts gelähmt bleiben. Bess fühlt sich schuldig, weil sie nur an sich selbst dachte und dafür betete, Jan möge vorzeitig zurückkehren.

Damit seine Frau nicht auf die sexuelle Befriedigung zu verzichten braucht, redet Jan ihr ein, sie müsse mit anderen Männern an seiner statt schlafen und ihm davon berichten. Das sei dann als ob sie miteinander verkehrten. Und es werde ihn am Leben halten. In ihrer Naivität glaubt Bess, durch ihr Verhalten Jan heilen zu können.

Nackt bietet sie sich dem Arzt Dr. Richardson (Adrian Rawlins) an, aber er fordert sie nur auf, sich wieder anzuziehen. Jan glaubt ihr nicht, als sie ihm von einem angeblichen Schäferstündchen mit Dr. Richardson erzählt. Da besorgt sich Bess einen engen Minirock und lässt sich wahllos mit Hafenarbeitern ein. Weinend liegt sie am Boden, wenn einer der Männer über sie herfällt. Was sie für ihre christliche Pflicht hält und als Passion auffasst, verabscheuen die Dorfbewohner als Prostitution. Eine Gruppe Jugendlicher beschimpft sie und wirft mit Steinen nach ihr; sie flieht zum Haus ihrer Eltern, doch die Mutter öffnet ihr nicht. Ein vor der Küste ankerndes Schiff, das selbst die berufsmäßigen Huren meiden, ist ihr nächstes Ziel. An Bord halten sich nur der Kapitän und ein Matrose auf. Als Bess merkt, dass sie es mit Perversen zu tun hat, ergreift sie mit zerschnittener Bluse die Flucht. Doch am nächsten Tag lässt sie sich erneut zu dem Schiff bringen. Zu Tode geschunden wird sie ins Krankenhaus gebracht. Vergeblich bemüht sich Dr. Richardson um ihr Leben.

Bess‘ Großvater (Phil McCall) setzt im Ältestenrat die Erlaubnis für eine kirchliche Bestattung seiner Enkelin durch, aber es ist klar, dass der Pfarrer sie am Grab verfluchen wird. Als sich die Männer auf dem Friedhof versammeln, setzt sich Dodo über die Gebräuche hinweg, nähert sich ihnen und schreit ihnen ins Gesicht, wie unbarmherzig sie sind. Dodo bemerkt, dass Sand aus dem Sarg rieselt. Tatsächlich hat Jan – der plötzlich auf Krücken gehen kann – zwei seiner Kollegen überredet, die Leiche für eine Seebestattung auf ein Schiff zu bringen.

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„Breaking the Waves“ ist eine Passionsgeschichte: Wie ein Wellenbrecher bahnt eine schlichte Frau ihrer bedingungslosen Liebe einen Weg – der mit ihrem Opfergang endet. Der „Dogma“-Filmer Lars von Trier und sein Kameramann Robby Müller zeigen es in kargen, mit der Handkamera gefilmten Bildern wie in einer Art Reportage. Betroffen reagiert der Zuschauer vor allem, weil Emily Watson über die unterschiedlichsten Ausdrucksnuancen verfügt und mit unglaublicher Intensität spielt. Obwohl es sich um Emily Watsons erste Filmrolle handelte, wurde sie mit Recht für einen „Oscar“ nominiert. Auch ihre deutsche Synchronstimme verdient höchstes Lob. (Leider ist es nicht üblich, die Synchronsprecher im Abspann aufzuführen.) In Cannes gab es 1996 für „Breaking the Waves“ den Großen Preis der Jury.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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