Theodor Storm


Theodor Storm wurde 1817 als ältester Sohn des angesehenen Notars Johann Casimir Storm und dessen Ehefrau Lucie (geborene Woldsen) in Husum geboren. Seine Schulausbildung schloss er am Katharineum in Lübeck ab, einem der renommiertesten Gymnasien in Deutschland. Von 1837 bis 1842 studierte er in Kiel und Berlin Jura.

Schon mit sechzehn hatte Theodor Storm Gedichte geschrieben. Als Student sammelte er mit seinen Freunden Theodor und Tycho Mommsen schleswig-holsteinische Sagen, Märchen und Lieder, und 1843 veröffentlichten sie gemeinsam das »Liederbuch dreier Freunde« mit rund einhundertzwanzig eigenen Gedichten.

Im selben Jahr eröffnete Theodor Storm in Husum eine Anwaltskanzlei. Am 15. September 1846 vermählte er sich mit seiner aus Segeberg stammenden achtzehnjährigen Cousine Constanze Esmarch.

1849 schrieb Theodor Storm die Novelle »Immensee«. Mit keinem anderen Werk hatte er zu seinen Lebzeiten so viel Erfolg wie mit dieser Liebesgeschichte.

Da er die Erhebung der Herzogtümer Schleswig und Holstein gegen den dänischen König Friedrich VII. unterstützt hatte, entzog ihm der dänische Schleswigminister Friedrich Ferdinand Tillisch 1852 die Zulassung. Theodor Storm wechselte daraufhin in den preußischen Justizdienst, arbeitete in Potsdam als Assessor und in Heiligenstadt (Thüringen) als Richter, bevor er 1864 – nach dem deutsch-dänischen Krieg – als Landvogt in seine Geburtsstadt zurückkehren konnte.

Im Jahr darauf, am 20. Mai 1865, starb Constanze bei der Geburt ihres siebten Kindes. Der Witwer heiratete am 13. Juni 1866 die elf Jahre jüngere Dorothea Jensen, in die er sich bereits kurz nach seiner ersten Eheschließung verliebt hatte. (Es heißt, er habe damals eine »Ehe zu dritt« erwogen.)

1874 erschien die Novelle »Pole Poppenspäler«.

Am 1. Mai 1880 ließ Theodor Storm sich pensionieren. Den Lebensabend verbrachte er in Hademarschen, einem Dorf zwischen Husum und Hamburg. Dort starb am 4. Juli 1888 an Magenkrebs.

Kurz zuvor, am 9. Februar 1888, hatte er noch die Novelle »Der Schimmelreiter« vollendet.

Als Schriftsteller repräsentierte Theodor Storm einen poetischen Realismus mit einer lyrischen, schwermütigen Grundstimmung.

Storms Werk ist charakterisiert durch eine Vorliebe für familiäre Innenräume und eine provinzielle Überschaubarkeit. Der Gegner von Adelsprivilegien und theologischer Orthodoxie verfasste sein Werk aus dem Widerspruch zwischen Lebensbejahung und der Empfindung einer Bedrohung seines Ideals vom harmonischen Menschen […]
Storm sah sich vor allem als Lyriker, auch wenn die novellistischen Arbeiten überwiegen.
(Harenbergs Lexikon der Weltliteratur, Dortmund 1989, Band 5, Seite 2757)

Theodor Storm: Bibliografie (Auswahl)

  • Marthe und ihre Uhr (1847)
  • Immensee (1849)
  • Pole Poppenspäler (1875)
  • Carsten Curator (1877)
  • Der Herr Etatsrat (1881)
  • Hans und Heinz Kirch (1882)
  • Ein Doppelgänger (1886)
  • Der Schimmelreiter (1888)

Literatur über Theodor Storm

  • Hartmut Vinçon: Theodor Storm (Rowohlt Bildmonographie)

© Dieter Wunderlich 2005

Theodor Storm: Immensee

Walter Kempowski - Letzte Grüße
Pointenreich spielt Walter Kempowski in dem wie ein Reisetagebuch aufgebauten Roman mit Klischees, Kalauern, Running Gags und Slapstick-Szenen. Das liest sich ausgesprochen leicht und unterhaltsam wie ein Trivialroman, aber "Letzte Grüße" hat darüber auch eine melancholische Dimension.
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