Somersault

Somersault

Somersault

Originaltitel: Somersault – Regie: Cate Shortland – Drehbuch: Cate Shortland – Kamera: Robert Humphreys – Schnitt: Scott Gray – Musik: Decoder Ring – Darsteller: Abbie Cornish, Sam Worthington, Lynette Curran, Erik Thomson, Nathaniel Dean, Hollie Andrew, Leah Purcell, Olivia Pigeot, Damian De Montemas u.a. – 2004; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Als die 16-jährige Heidi von ihrer Mutter Nicole beim Knutschen mit deren Freund ertappt wird, reißt sie aus. Um nicht im Freien schlafen zu müssen, lässt sie sich auf One-Night-Stands mit wechselnden Männern ein, bis sie den zurückhaltenden Farmersohn Joe kennen lernt. Heidi verliebt sich in ihn und verführt ihn, doch als sie den ungebildeten jungen Mann nach seinen Gefühlen für sie fragt, ist er nicht in der Lage, darüber zu reden ...
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Kritik

"Somersault" ist ein sensibles Coming-of-Age-Drama. Cate Shortland lässt sich Zeit, die Geschichte zu erzählen und die Charaktere differenziert darzustellen. Großen Wert legt sie auf die Farbregie. Hervorzuheben sind auch die schauspielerischen Leistungen.
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Die allein erziehende Mutter Nicole (Olivia Pigeot) lebt mit ihrer sechzehnjährigen Tochter Heidi (Abbie Cornish) in einer australischen Kleinstadt. Heidi sehnt sich nach Zärtlichkeit und ist neugierig auf erotische Erfahrungen. Als Nicole das Mädchen mit ihrem Lebensgefährten Adam (Damian de Montemas) bei Knutschen ertappt, ist sie geschockt. Heidi wird dadurch so verstört, dass sie heimlich ihre Sachen packt und mit einem Überlandbus in den Skiort Jindabyne südlich von Canberra fährt, wo sie einen jungen Mann anruft, mit dem sie in den letzten Ferien zusammen war. Er gibt jedoch vor, sich nicht an sie zu erinnern und will nichts mehr mit ihr zu tun haben.

Um nicht im Freien schlafen zu müssen, lässt Heidi sich auf One-Night-Stands mit wechselnden Männern ein, bis sie den zurückhaltenden Farmersohn Joe (Sam Worthington) kennen lernt. Sie steigt zu ihm ins Auto, aber er wagt es nicht, sie mit nach Hause zu nehmen, sondern übernachtet mit ihr in einem einfachen Hotelzimmer und erzählt seinem Vater am nächsten Morgen, er habe bei einem Freund geschlafen.

Die seit einem Jahr verwitwete Hotelbesitzerin Irene (Lynette Curran) nimmt Heidi vorübergehend bei sich auf, und zwar im Zimmer ihres Sohnes, der als Mörder verurteilt wurde und eine langjährige Haftstrafe verbüßt. Heidi bewirbt sich erfolgreich um einen Job als Verkäuferin in einer Tankstelle. Nach einiger Zeit nimmt die Mutter ihrer Kollegin Bianca (Hollie Andrew) sie im Auto mit, und Heidi lernt Biancas geistesgestörten Bruder Karl (Blake Pittman) kennen. Zum Streit kommt es, als Bianca Heidi verdächtigt, etwas mit dem Freund ihrer Mutter gehabt zu haben.

Heidi verliebt sich in Joe und verführt ihn, doch als sie ihn nach seinen Gefühlen für sie fragt, ist er nicht in der Lage, darüber zu reden. In seiner Verwirrung sucht er die Nähe des Homosexuellen Richard (Erik Thomson).

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Enttäuscht nimmt Heidi zwei Zufallsbekanntschaften aus einer Diskothek mit nach Hause, raucht mit ihnen einen Joint und lässt sich von ihnen ausziehen. Da taucht Joe auf und schlägt die beiden Männer in die Flucht. Von Heidi will er allerdings aufgrund des Vorfalls nichts mehr wissen. Verzweifelt läuft sie ihm bis zum Auto nach.

Irene, die Heidi splitternackt auf der Straße gesehen hat, duldet sie nicht länger im Haus. Als Heidi ihr jedoch gesteht, weggelaufen zu sein, nachdem sie den Freund ihrer Mutter geküsst hatte, lässt Irene sich deren Telefonnummer geben und ruft sie an. – Nicole fährt gerade vor, um ihre Tochter zurückzuholen, da taucht auch Joe wieder auf, aber Heidi hat sich inzwischen von ihm gelöst und steigt zu ihrer Mutter in den Wagen.

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Nach mehreren preisgekrönten Kurzfilmen wagte sich die Australierin Cate Shortland an ihren ersten abendfüllenden Spielfilm: „Somersault. Wie Parfum in der Luft“. Es handelt sich um ein sensibles Coming-of-Age-Drama. Cate Shortland lässt sich Zeit, die Geschichte zu erzählen und die Charaktere differenziert darzustellen. Auf Schnörkel und Effekthaschereien verzichtet sie, aber die Farbregie ist ihr wichtig: Im Gegensatz zu einigen bunt ausgeleuchteten Szenen herrschen zumeist Blautöne vor, die für fehlende Gefühlswärme stehen. Aus dem Blau leuchten mitunter Heidis rote Handschuhe hervor. Überzeugende Darsteller – allen voran Abbie Cornish und Sam Worthington – machen die psychologische Entwicklung der Figuren und deren Kommunikationsschwierigkeiten deutlich.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

Wolfgang Hildesheimer - Marbot
Der Reiz des Romans "Marbot" liegt darin, dass Wolfgang Hildesheimer alles tut, um ihn wie eine sorgfältig recherchierte Biografie aussehen zu lassen. In Wirklichkeit hat er den Kunstpsychologen Marbot erfunden.
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