Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia - Originaltitel: Bring Me the Head of Alfredo Garcia - Regie: Sam Peckinpah - Drehbuch: Gordon Dawson und Sam Peckinpah, nach seiner Story von Frank Kowalski und Sam Peckinpah - Kamera: Alex Phillips jr. - Schnitt: Garth Craven, Robbe Roberts, Sergio Ortega und Dennis Dolan - Musik: Jerry Fielding - Darsteller: Warren Oates, Isela Vega, Gig Young, Robert Webber, Kris Kristofferson, Helmut Dantine, Emilio Fernandez, Janine Maldonado, Nico Da Silva, Don Levy u.a. - 1974; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Der mexikanische Großgrundbesitzer El Jefe lässt seiner schwangeren Tochter einen Arm brechen, damit sie den Namen des Vaters ihres ungeborenen Kindes verrät: Alfredo Garcia. Auf dessen Kopf setzt El Jefe eine Million Dollar aus. Von dieser Summe ahnt der Barpianist Benjamin nichts, aber auch die 10 000 Dollar, die er mit Alfredo Garcias Kopf machen möchte, würden ihm einen Neuanfang ermöglichen.
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Kritik

Wie immer bei Sam Peckinpah geht es auch in "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" um die Ursachen und Folgen von Gewalt. Auf ästhetische Bilder legt er keinen Wert; er zeigt die brutale Gewalt in ihrer Scheußlichkeit.
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Als die Schwangerschaft seiner Tochter Theresa (Janine Maldonado) nicht mehr zu übersehen ist, lässt der ebenso bigotte wie tyrannische mexikanische Großgrundbesitzer El Jefe (Emilio Fernandez) sie zu sich rufen. In Anwesenheit anderer Familienmitglieder, der engsten Mitarbeiter und eines Priesters fordert er das Mädchen auf, den Namen des Mannes zu nennen, der es geschwängert hat. Theresa bleibt stumm. Auf einen Wink ihres Vaters hin zerfetzen ihr zwei Leibwächter das Kleid, reißen ihr ein Medaillon mit dem Bild eines Mannes vom Hals und drehen ihr die nackten Arme auf den Rücken. Theresa schreit vor Schmerz, aber sie verrät noch immer keinen Namen. Da nickt ihr Vater einem der beiden Handlanger zu, der dem Mädchen daraufhin einen Arm bricht. Um die Folter zu beenden, nennt die Hochschwangere den Namen des Vaters ihres noch ungeborenen Kindes: Alfredo Garcia. – „Er war wie ein Sohn für mich“, stöhnt El Jefe. Dann setzt er eine Million Dollar auf den Kopf von Alfredo Garcia aus.

Seine Leute machen sich auf die Suche nach Alfredo Garcia. Schließlich stoßen zwei von ihnen – Quill (Gig Young) und Sappensly (Robert Webber) – auf den heruntergekommenen Barpianisten Bennie (Warren Oates), der eine Chance wittert, an Geld zu kommen, auch wenn er keine Ahnung hat, welche Summe auf den Kopf von Alfredo Garcia ausgesetzt wurde. Der Gesuchte war vor ein oder zwei Wochen in der Bar, aber Bennie erfährt von seiner Geliebten, der Sängerin Elita (Isela Bega), dass Alfredo Garcia vor ein paar Tagen auf einer Passstraße tödlich verunglückte. Davon erzählt Bennie den Männern des Großgrundbesitzers nichts; und es würde sie auch nicht weiter interessieren, denn sie brauchen ihrem Auftraggeber ja nur den Kopf von Alfredo Garcia zu bringen. Ahnungslos verlangt Bennie bei einem Treffen mit Sappensly, Quill und deren Hintermännern 10 000 Dollar und die Hälfte davon als Vorschuss, aber er lässt sich erst einmal mit 200 Dollar abspeisen. Davon kauft er eine Machete, bevor er mit Elita losfährt, um das Grab von Alfredo Garcia zu suchen.

Auf Elitas Wunsch hin wollen sie die Nacht bei einem Lagerfeuer im Freien verbringen. Der Lichtschein lockt zwei junge Motorradfahrer an. Mit vorgehaltener Pistole zwingt einer von ihnen Elita, mit ihm in die Büsche zu gehen, während der andere bei Bennie bleibt. Plötzlich schlägt Bennie den Mann nieder, packt dessen Pistole und sucht Elita. Den Kerl, der sie gerade vergewaltigen will, erschießt er ebenso wie dessen Kumpan, der wieder zu sich gekommen ist.

Bei der Vorstellung, der Leiche Alfredo Garcias den Kopf abzuschneiden, graut es Elita, aber Bennie erklärt ihr, das sei wie bei den Heiligen, deren Körper in Reliquien zerteilt wurden: „Hat die Kirche nicht von ihrem Heiligen Füße, Finger und weiß Gott was noch für Körperteile als Reliquie abgeschnitten? Wir machen es genauso. Alfredo ist unser Heiliger, der Heilige unseres Geldes, und wir holen eine Reliquie von ihm.“

Auf einem Dorffriedhof finden sie das Grab. Nachts schleicht Bennie sich mit einem Spaten und der Machete hin, und Elita begleitet ihn. Doch als er den Sarg ausgegraben hat und zur Machete greift, entfernt Elita sich. Bevor Bennie zum Hieb mit der Machete ausholen kann, wird er von hinten zu Boden geschlagen und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, liegt Elita tot neben ihm und es fehlt der Kopf von Alfredo Garcia.

Die beiden Weißen, die Bennie auf dem Friedhof überwältigten und den Kopf von Alfredo Garcia mitnahmen, bleiben mit einer Reifenpanne liegen. Bennie hält neben ihnen. Nachdem er sie erschossen hat, fährt er mit dem Kopf in einem blutigen Sack weiter – bis ihn die Familie Alfredo Garcias anhält. Als er den Kopf bereits herausgegeben hat, tauchen Quill und Sappensly auf und mähen mit ihren Maschinenpistolen alle bis auf einen blinden Greis und Bennie nieder. Sie wollen mit dem Kopf losfahren, ohne Bennie die versprochenen 10 000 Dollar zu geben, aber ihr Geiz zahlt sich nicht aus, denn Bennie erschießt sie beide und wählt für die Weiterfahrt ihren Wagen.

Am Ausgangsort sucht er die Hintermänner der beiden toten Gangster auf und erschießt sie ebenfalls. Dann sucht er in ihren Taschen nach Hinweisen auf ihren Auftraggeber.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

El Jefe feiert gerade die Taufe seines neugeborenen Enkels, als Bennie auf der Ranch eintrifft. Er staunt nicht schlecht über den Koffer mit einer Million Dollar, den er von El Jefe für den Kopf bekommt, aber nach dem Tod seiner Geliebten gibt es für ihn keinen Neuanfang mehr und deshalb rührt er das für ihn sinnlos gewordene Geld auch nicht an. Stattdessen erfüllt er Theresas Wunsch und erschießt ihren Vater. „Sorgen Sie für den Jungen“, sagt er zu ihr. „Ich sorge für seinen Vater.“ Während sich Theresa mit ihrem Sohn in Sicherheit bringt, versucht Bennie mit dem Kopf von Alfredo Garcia im Auto zu fliehen. Er stirbt jedoch im Kugelhagel der Torwache.

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„Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia“ ist eine Mischung aus Drama, Gangsterballade, Road Movie, Western und Liebestragödie. Wie immer bei Sam Peckinpah geht es um die Ursachen und Folgen von Gewalt. In diesem Film steht ein Verlierertyp im Mittelpunkt, der endlich eine Chance sieht, schnell an viel Geld zu kommen, das er benötigt, um mit seiner Geliebten einen Neuanfang machen zu können. Aber der Griff nach den Sternen scheitert, und nach dem Tod der Geliebten ist sowieso alles sinnlos.

Auf ästhetische Bilder legt Sam Peckinpah keinen Wert; er zeigt die brutale Gewalt in ihrer Scheußlichkeit. Nur die erste Einstellung wirkt wie ein Idyll: Die schwangere Theresa liegt am Flußufer, hält die nackten Beine ins kühle Wasser und betastet neugierig ihren dicken Bauch und ihre prallen Brüste. Da wird sie zu ihrem Vater gerufen, und als sie nicht sofort aufsteht, kommen zwei seiner Leibwächter, um sie zu holen …

Folgende Songs sind in „Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia“ zu hören:

  • Arturo Castro: „J. F.“
  • Sam Peckinpah: „Bad Blood Baby“
  • Isela Vega: „Bennie’s Song“
  • Javier Vega: „A Donde Ir“
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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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