Andrea Molesini : Zu lieben und zu sterben

Zu lieben und zu sterben

Andrea Molesini

Zu lieben und zu sterben

Originalausgabe: Non tutti i bastardi sono di Vienna Sellerio Editore, Palermo 2010 Zu lieben und zu sterben Übersetzung: Petra Kaiser, Barbara Kleiner Piper Verlag, München 2012 ISBN: 978-3-492-05525-3, 351 Seiten, 19.99 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Im November 1917 wird die Villa der herrschaftlichen Familie Spada in Venetien von feindlichen Offizieren requiriert. Der Befehlshaber Major Rudolf Freiherr von Feilitzsch, Baron von Feilitzsch, und Maria Spada, die in der Familie den Ton angibt, respektieren sich über die Fronten hinweg. Aber der Baron stellt das, was er für seine militärische Pflicht hält, über die freundschaftliche Beziehung mit der stolzen Italienerin. Die Aristokraten laden sich zwar höflich zum Essen ein, finden aber nicht mehr zueinander ...
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Kritik

"Zu lieben und zu sterben" ist ein kraftvoller, spannender und erschütternder Roman von Andrea Molesini über gesellschaftliche Umwälzungen während des Ersten Weltkriegs. Die stringente Darstellung wirkt realistisch.

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Am 9. November 1917 requiriert Hauptmann Korpium von der österreichisch-ungarischen Armee die Villa Spada in Refrontolo in Venetien für sich und 18 seiner Männer. Im Park des Anwesens wird die Feldküche aufgestellt.

Die Villa gehört Guglielmo Spada und seiner Frau Nancy. Guglielmos Bruder, sein Sohn und deren Ehefrauen kamen am 29. Mai 1914 beim Untergang der Empress of Ireland ums Leben. Guglielmos verwaiste Nichte Maria zog einen Monat später mit seinem Enkel, der ebenfalls seine Eltern verloren hatte, von Venedig nach Refrontolo. Maria, deren Vater Astronom gewesen war, hatte studiert und wollte Lehrerin werden, aber zwei Tage nach ihrem 30. Geburtstag brach der Libyen-Krieg aus und sie meldete sich freiwillig als Rot-Kreuz-Schwester. Nancy, die in London Mathematik studiert hatte, und ihr zwei Jahre jüngerer Ehemann Guglielmo überließen der ebenso klugen wie tatkräftigen Nichte von Anfang an die Führung des Gutes. Der Verwalter heißt Renato Manca. In der Villa Spada wohnt außerdem die Köchin Teresa mit ihrer 20-jährigen Tochter Loretta.

Als die Militärs die Räume requirieren, müssen Paolo und sein Großvater auf dem Dachboden schlafen.

Der 17-Jährige leidet nicht besonders unter dem Verlust seiner Eltern, denn sie hatten ihn in ein Internat geschickt und waren ihm beinahe fremd geblieben. Seine Tante Maria schätzt er sehr.

Ich glaube, ich habe nie wieder jemanden getroffen, der sich seiner sozialen Stellung so bewusst war wie sie; sie war durchdrungen von dem Wissen, dass man für Privilegien mit Verantwortung bezahlt, zwei Dinge, die nur mit Würde zu bewältigen sind.

Paolo ist in Giulia Candiani verliebt, eine neun Jahre ältere Frau, deren Haus 300 Meter von der Villa entfernt steht, und die als exzentrisch gilt.

Giulia kam nicht ins Irrenhaus, weil sie eine Candiani war; so war das damals, die Herrschaft kam nicht hinter Schloss und Riegel, und war auch nicht verrückt, sondern allenfalls exzentrisch. Ein Herr war kein Dieb, sondern litt unter Kleptomanie, eine Dame war keine Hure, sondern Nymphomanin.

Sie kommt ebenfalls aus Venedig. Gerüchten zufolge hatte sie als Jugendliche ein Verhältnis mit einem Freund ihres Vaters. An ihrem 18. Geburtstag im August 1909 erschoss sich der Rechtsanwalt, der verheiratet war und drei Kinder hatte. Wegen des Skandals verließ Giulia damals Venedig.

Als Hauptmann Korpium gemeldet wird, dass vier seiner Soldaten in der Kirche fünf Mädchen vergewaltigen, lässt er die verriegelte Kirchentüre aufbrechen und die Männer festnehmen. Don Lorenzo, der Pfarrer von Refrontolo, den die Verbrecher an die Wendeltreppe im Glockenturm gefesselt hatten, bringt die Opfer in ein Kloster bei Feltre. Der Hauptmann ordnet an, dass die Vergewaltiger an die heiß umkämpfte Front am Monte Grappa verlegt werden.

Maria Spada hält das für eine zu milde Strafe. Sie lädt den Hauptmann zum Abendessen ein und drängt ihn, die Männer zu exekutieren, aber es gelingt ihr nicht, ihn umzustimmen.

Einige Tage danach fordert Renato Paolo auf, ihn zu begleiten. Auch Giulia kommt mit. Sie wollen einem abgestürzten englischen Piloten helfen, der sich in eine Waldhütte retten konnte, die Giulia von ihrer Mutter geerbt hat. Sie führt Renato und Paolo hin. Den Jungen haben sie mitgenommen, weil sie damit rechnen müssen, von feindlichen Soldaten aufgegriffen zu werden. Mit dem Angehörigen einer herrschaftlichen Familie an ihrer Seite könnten sie in diesem Fall mit einer milderen Bestrafung rechnen, zumal sich Maria Spada bestimmt für ihren Neffen einsetzen würde.

Durch den Einsatz erfährt Paolo, dass Renato Manca heimlich Major des Servizio Informazioni ist, des Nachrichtendienstes der italienischen Armee. Der englische Oberst Brian Herrick, dem sie nun beistehen, gehört zu seinen Kontaktleuten. Hinweise auf Bewegungen der österreichisch-ungarischen Armee bekam er auch, wenn er die Villa Spada in seinem einsitzigen Doppeldecker überflog, denn mit Paolos Großmutter hatte er einen Code für die Stellung der Fensterläden und die Anordnung der Wäsche auf der Leine vereinbart.

Einige Tage später wird Paolo von einem Leutnant des Servizio Informazioni in der Villa abgeholt und zu Renato und Brian gebracht. Der Engländer hat sich einen Knöchel gebrochen. Nun soll er auf ein in Falzè bereitliegendes Boot gebracht werden. Unterwegs stoßen sie in einer Höhle auf eine Frau mit zwei Mädchen. Sie ist nicht die Mutter, sondern die Gouvernante der Halbwüchsigen. Auf die Frage, was mit den Eltern der beiden geschehen sei, legt sie einen Zeigefinger auf den Mund. Die Frau wurde von zwei italienischen Deserteuren vergewaltigt. Sie verschonten wenigstens die Mädchen. Aber dann tauchten sechs slawische Soldaten auf, und die fielen nicht nur über die Erwachsene her, sondern auch über die jungen Mädchen. Die Frau führt Renato, Brian und Paolo nach Falzè. Dort besteigen sie, Brian und die Mädchen das Boot. Renato und Paolo kehren dagegen nach Refrontolo zurück.

Hauptmann Korpium lädt Maria, Nancy, Guglielmo und Paolo Spada zum Essen mit dem schwedischen Botschafter ein, der in Begleitung des Generals Otto von Below eintrifft, des Siegers von Caporetto (Schlacht von Karfreit, 24. – 27. Oktober 1917) und Befehlshabers der aus deutschen und österreichisch-ungarischen Einheiten bestehenden 14. Armee.

General Serda Teodorski befiehlt bald darauf, in der Villa Spada eine der Kommandostellen für den Bezirk Sernaglia einzurichten. Major Rudolf Freiherr von Feilitzsch, Baron von Feilitzsch, übernimmt den Befehl.

Im Dezember 1917 durchwühlen Soldaten die Kücheneinrichtung in der Villa Spada. Sie suchen versteckte Waffen. Als Guglielmo protestiert, packt einer den alten Mann, aber Teresa stößt den Gefreiten beherzt weg. Danach klagt Guglielmo: „Jetzt braucht man schon den Schutz einer Dienstmagd, so weit ist es also gekommen.“

Durch Zufall beobachtet Paolo in der Scheune, wie Loretta und Renato über eine Leiter auf den Heuboden klettern. „Wenn du unbedingt willst … aber nur von hinten … keinen dicken Bauch, verstanden?“, sagt Loretta. Renato zieht nicht einmal den Mantel aus, er öffnet nur die Hose, beißt Loretta in die entblößten Brüste, drückt ihr dann den Kopf ins Heu, spuckt in die Hand und nimmt sie so brutal, dass sie sich anschließend mit Stroh das Blut von den Schenkeln wischen muss.

Paolo war noch nie mit einer Frau zusammen. Am 12. August 1916, seinem 16. Geburtstag, schleppte ihn zwar der Großvater in ein Bordell in Treviso und er ging mit einer der Prostituierten in ein Zimmer, aber er brachte es nicht fertig, in sie einzudringen. Nachdem er nun sah, wie Renato eine Frau nahm, will Paolo auch selbst gegenüber Giulia Stärke zeigen, und er geht mit ihr in die Scheune, aber sie stößt ihn weg.

Als Paolo und Renato im Auftrag Nancys den hungrigen Halbpächtern Brustolon zwei Rucksäcke voll Kartoffeln bringen, schreit die Alte: „Verflucht sollt Ihr sein, mit Euren Schulen, Eurem Krieg … und verflucht auch Euer Mitleid.“

Im Frühjahr 1918 trägt der Baron Paolo auf, seine Tante darauf hinzuweisen, dass die Weitergabe von Informationen an den Feind mit dem Tod bestraft wird. Dem Kommandant sind die Überflüge nicht entgangen, und er vermutet, dass der tollkühne englische Pilot des Doppeldeckers „Eisvogel“ von der Villa Spada codierte Zeichen erhält, und weil er und Maria Spada sich sympathisch finden, möchte er nicht gezwungen werden, sie oder einen ihrer Familienangehörigen wegen Spionage zu verurteilen.

Am 15. Juni 1918 beginnen die Deutschen, Österreicher und Ungarn mit einer neuen Offensive an der Piave, die jedoch wegen hoher Verluste bereits am nächsten Tag abgebrochen wird. Die zum Lazarett umfunktionierte Kirche von Refrontolo füllt sich mit Schwerverwundeten.

Zwei jungen tschechischen Gefangenen, die auf der Seite der Italiener kämpften, also aus Sicht von Österreichern ihr Land verraten haben, droht der Tod. Der Baron will sie hängen. Einer der beiden ersucht Don Lorenzo, sich dafür einzusetzen, dass sie stattdessen standrechtlich erschossen werden. Auch Nancy verwendet sich für die Verurteilten, aber der Baron bleibt hart. Zur festgesetzten Zeit werden die beiden Tschechen zu den Galgen geführt. Der Junge, der mit Don Lorenzo sprach, beleidigt offenbar bewusst die feindlichen Soldaten, denn Paolo sieht, wie einer von ihnen zornig gegen den Stuhl tritt, auf dem der Verurteilte bereits steht. Weil der Strick noch nicht befestigt ist, stürzt der Tscheche zu Boden. Reflexartig zieht der Baron seinen Revolver und erschießt ihn.

Am 22. Juni wird Brian Herrick abgeschossen, kann sich aber trotz seiner Verletzungen erneut in die Hütte schleppen. Kurz nachdem Renato, Paolo und Giulia ihn dort gefunden haben, tauchen drei feindliche Soldaten auf. Paolo und Giulia verstecken sich in einem Schrank. Als die Soldaten die Türe aufbrechen, erschießt Renato sie. Dann schickt er Paolo und Giulia nach Refrontolo zurück. In der Nacht bringt er Brian mit Hilfe eines anderen Mannes in die Villa. Sie tragen ihn zu Paolo und dessen Großvater auf den Dachboden.

Bald darauf stürmt Loretta herauf und meldet, dass Renato abgeholt wurde. Soldaten folgen ihr. Paolo wirft rasch eine Jacke über den hinter ihm liegenden Engländer, aber einer der Soldaten packt ihn, reißt ihn hoch und tritt dann gegen die Jacke. Er trifft Brian im Gesicht. Der englische Pilot wird gefangengenommen.

Am nächsten Tag überbringt ein Unteroffizier Maria Spada eine Einladung des Barons für sie und ihre Familienangehörigen zum Essen. Beim Nachtisch erklärt er ihnen, dass sie unter Arrest stehen.

Nachdem die Leichen der drei von Renato getöteten Soldaten gefunden wurden, ist damit zu rechnen, dass der Baron mindestens drei Todesurteile verhängen wird. Guglielmo ist bereit, neben Renato und Brian zu sterben, aber er drängt seinen Enkel zur Flucht. Don Lorenzo gibt Paolo auf Anregung Marias einen versiegelten Brief mit, in dem es heißt, er sei Novize seiner Pfarrei, denn der römisch-katholischen Kirche zollen auch die Österreicher Respekt.

Paolo, der inzwischen schon einmal mit Giulia schlief, kopuliert noch einmal heftig mit ihr, bevor er sich auf den Weg macht.

Kaum ist er fort, wird Giulia festgenommen und in einem Rotkreuzwagen nach Conegliano gebracht.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


In einer abgelegenen Hütte bei Soligo stößt Paolo auf eine Kriegswitwe und deren Tochter. Die Jüngere bringt ihn zum Piave und kehrt dann um. Bei San Michele al Ponte zwischen Materazzo und Donegatti überquert Paolo den Fluss. Auf der anderen Seite trifft er auf Leutnant Muller, den Offizier des Servizio Informazioni, der ihn schon einmal zu Renato brachte. Der will ihm helfen.

Als sie Zeugen werden, wie zwei deutsch sprechende Soldaten eine Frau vergewaltigen, will Muller nichts unternehmen, aber Paolo protestiert dagegen so laut, dass die Vergewaltiger ihn hören, von ihrem Opfer ablassen und sich dem Versteck der Italiener nähern. Muller erschießt einen der beiden, wird aber gleich darauf selbst tödlich getroffen. Paolo, der noch nie auf einen Menschen anlegte, nimmt den Revolver, den Muller ihm gab und schießt den anderen Soldaten nieder. Der Verletzte will sich ergeben, aber Paolo schießt ihm mitten ins Gesicht. Dann rennt er mit dem 16 oder 17 Jahre alten Mädchen los.

In einem Schafstall wollen sie rasten. Das Mädchen besteht darauf, dass Paolo ihr den Revolver und sein Messer überlässt.

Als ich die Augen wieder öffnete, schaute ich mich nach dem Mädchen um: Sie starrte in den Regen, der auf die steinerne Schwelle unserer Zufluchtstätte fiel, während sie nach einem inneren Rhythmus mit der Messerspitze auf den Stützbalken einhackte, der das vorspringende Dach trug. Sie sah mich nicht an, und wenn sie mich angesehen hätte, hätte sie mich nicht wahrgenommen.

Er spürt einen warmen Spritzer im Gesicht, dreht sich um. Sie hat sich die Kehle durchgeschnitten. Überstürzt rennt Paolo davon. 300 Meter weiter wird Paolo von Soldaten aufgegriffen.

Man bringt ihn zu Major von Feilitzsch. Der weiß selbstverständlich, dass Paolo kein Novize ist. Er sperrt ihn wie Renato und Guglielmo ein. Brian wurde inzwischen nach Udine überführt.

Maria fleht den Baron um das Leben ihres Neffen an:

Ihr tragt hier, an dieser Stelle, dazu bei, die Kultur zu vernichten, von der Ihr und ich und dieser Junge … ein Teil sind, und diese Kultur ist wichtiger als das Schicksal der Habsburger oder der Savoyer.

Aber der Major erklärt ihr, er müsse alle drei Gefangenen zum Tod verurteilen, zumal Loretta im Beisein anderer Offiziere zu ihm gekommen sei und die Familie Spada schwer belastet habe. Als Maria einsieht, dass sie nichts erreicht, verflucht sie den Baron.

Loretta erhängt sich.

Immerhin ordnet der Befehlshaber an, die Männer zu füsilieren und dann erst an den Galgen zu bringen. Eine in zwei Reihen angetretene Einheit Honvéd hält Wache. Das 12-köpfige Exekutionskommando hat der Major selbst zusammengestellt. Nancy, Maria und Nachbarn versammeln sich, als Guglielmo, Paolo und Renato an Pfähle gebunden werden.

Paolo kommt im Krankenhaus in Mezzavilla wieder zu sich. Der Arzt Aldo Bresci klärt ihn darüber auf, dass er mit zwei Schusslöchern in der rechten Lunge, einer Verletzung am linken Oberschenkel und einem Streifschuss an der Schläfe davongekommen sei. Als Major von Feilitzsch vor Paolo hintrat, um ihm den vorgeschriebenen Kopfschuss zu geben, bewegte sich dieser. Da eilte Maria hin und schob sich zwischen ihren Neffen und den Kommandeur. Ein Gefreiter meinte, es sei der Wille Gottes, dass der Junge überlebte, und im selben Augenblick stellte sich auch Nancy vor den Baron, der daraufhin die Waffe senkte.

Nancy Spada erliegt wenige Monate nach Kriegsende der Spanischen Grippe.

Paolo schreibt 1929 seine Erinnerungen auf.

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Nach einigen Kinderbüchern legt der Italiener Andrea Molesini (* 1954) mit „Zu lieben und zu sterben“ seinen ersten Roman vor. Darin greift er Ereignisse auf, die Maria Spada in „Diario di un invasione“ (Privatdruck 1999) schilderte, macht daraus jedoch keinen Tatsachenroman, sondern eine fiktive Geschichte, die sich um Patriotismus, soldatische Pflichterfüllung, Kriegsgräuel, Stolz und Leidenschaft, Liebe und Hass dreht.

Im Mittelpunkt steht eine herrschaftliche italienische Familie, deren Villa in Venetien im Ersten Weltkrieg von deutschen bzw. österreichisch-ungarischen Offizieren requiriert wird. Der Befehlshaber Major Rudolf Freiherr von Feilitzsch, Baron von Feilitzsch, und Maria Spada, die in der Familie den Ton angibt, respektieren sich über die Fronten hinweg. Aber im Ersten Weltkrieg zerbricht die aristokratische Gesellschaftsordnung. Der Baron stellt das, was er für seine militärische Pflicht hält, über die freundschaftliche Beziehung mit der stolzen Italienerin. Man lädt sich zwar höflich zum Essen ein, findet aber nicht mehr zueinander.

„Zu lieben und zu sterben“ ist ein kraftvoller, spannender und erschütternder Roman über gesellschaftliche Umwälzungen während des Ersten Weltkriegs. Andrea Molesini lässt Paolo Spada in der Ich-Form erzählen. 1929 erinnert sich der 29-Jährige an die tragischen Erlebnisse in den Jahren 1917/18. Die stringente Darstellung wirkt realistisch und kommt ohne Effekthascherei aus. Bemerkenswert sind vor allem die weiblichen Figuren: zwei ebenso kluge wie starke Aristokratinnen, eine verführerische Exzentrikerin, eine verbitterte Greisin, ein junges Mädchen, das sich die Kehle durchschneidet. Die meisten der Männer wirken dagegen kraft- und einfallslos.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012
Textauszüge: © Piper Verlag

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Michela Murgia räsoniert nicht, sondern inszeniert in einer wortkargen, vitalen Sprache eine packende Geschichte, die in einer archaischen Umgebung spielt. "Accabadora" ist eine Perle anspruchsvoller Literatur.
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