Artemisia

Artemisia

Artemisia

Originaltitel: Artemisia - Regie: Agnès Merlet - Drehbuch: Agnes Merlet, Christine Miller und Patrick Amos nach dem Roman "Artemisia. Die Geschichte einer Passion" von Marine Bramly - Kamera: Benoit Delhome - Schnitt: Guy Lecorne - Musik: Krishna Levy - Darsteller: Valentina Cervi, Michel Serrault, Miki Manojlovic, Luca Zingaretti, Silvia de Santis, Emmanuelle Devos, Renato Carpentieri u.a. - 1998; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Agnès Merlet zeigt einen Abschnitt aus dem Leben von Artemisia Gentileschi (1597 - 1653), die als erste Kunstmalerin in der Geschichte gilt. Es geht um die – allerdings fiktive – Liebesaffäre der fünfzehnjährigen Künstlerin mit ihrem Lehrer, der von ihrem Vater wegen Vergewaltigung angezeigt und in einem Aufsehen erregenden Gerichtsprozess verurteilt wird.
Weiterlesen

Kritik

Agnès Merlet wurde auf Artemisia Gentileschi aufmerksam, als sie während ihres Kunststudiums das Gemälde "Judith enthauptet Holofernes" betrachtete, über die Mischung aus Erotik und Grausamkeit erschrak und sich fragte, was ein junges Mädchen erlebt haben musste, um so etwas malen zu können.
Weiterlesen

Artemisia (Valentina Cervi) wurde 1597 in Rom als Tochter des Malers Orazio Gentileschi (Michel Serrault) geboren. Als in der Klosterschule Zeichnungen entdeckt werden, auf denen sie sich nackt abgebildet hat, wird Orazio Gentileschi über den Skandal verständigt, aber statt seine Tochter zu bestrafen, nimmt er sie mit nach Hause, weil er in den Zeichnungen ihr künstlerisches Talent entdeckt.

Artemisia interessiert sich für den nackten Körper. Doch wenn ein junger Mann ihrem Vater Modell steht, wird ein Vorhang zugezogen. Nur ihren Jugendfreund Cosimo (Luca Zingaretti), einen einfachen Fischerjungen, kann sie überreden, sich gegen einen Kuss nackt von ihr zeichnen zu lassen.

Als sie vierzehn ist, kann sie von ihrem Vater hinsichtlich des Malens nichts Neues mehr lernen. Die Akademie bleibt ihr verschlossen; Frauen haben dort nur als Modelle Zutritt. Da wendet Artemisia sich an Agostino Tassi (Miki Manojlovic), der gerade mit Gentileschi ein Kirchenschiff ausmalt. Tassi sträubt sich zunächst, die ungewöhnliche Schülerin anzunehmen, lässt sich dann aber von ihrem Vater dazu überreden.

Mit Marisa (Silvia de Santis) als Aufsichtsdame läuft sie jeden Tag über die Wiesen hinüber zu Agostino Tassis Atelier. Er zeigt ihr etwas völlig Neues, über das ihr Vater sich nur wundert: das Malen von Landschaften nicht als Hintergrund einer Szene, sondern als Hauptmotiv. Gearbeitet wird dabei nicht im Atelier, sondern in der freien Natur.

Nach einem Jahr bringt Artemisia ihren Lehrer dazu, ihr Modell zu stehen für ein Bild mit dem Titel „Judith enthauptet Holofernes“. Während der Arbeit kommen Agostino Tassi und Artemisia Gentileschi sich näher. Aufgrund der männlichen Akte seiner Schülerin nimmt Tassi an, dass sie bereits sexuelle Erfahrungen gemacht hat und erschrickt, als er merkt, wie er sie defloriert. Von da an liegen sie sich fast täglich in den Armen – während Marisa Drachen steigen lässt.

Gerüchte über eine sexuelle Beziehung des Malers und seiner Schülerin tauchen auf. Orazio Gentileschi mag zunächst nicht daran glauben, doch als er zu Tassis Haus hinübergeht, bemerkt er, dass Marisa allein im Freien ist, und durchs Fenster sieht er Tassi und Artemisia, beide halb nackt.

Er zeigt Tassi wegen Vergewaltigung seiner Tochter an und lässt ihn verhaften. Vor Gericht behauptet Artemisia, noch Jungfrau zu sein, aber das wird durch eine kurze Untersuchung rasch widerlegt. Tassis Anwälte versuchen verzweifelt, ihren Mandaten zum Reden zu bringen, um Artemisia beispielsweise wegen ihrer Aktzeichnungen in ein ungünstiges Licht zu rücken. Aus Liebe zu ihr weigert er sich. Und obwohl seine Schwester (Dominique Reymond) auftaucht und aussagt, dass er in Florenz verheiratet ist, beteuert Artemisia weiterhin, sich dem Geliebte freiwillig hingegeben zu haben. Der Richter (Maurice Garrel) lässt ihr die Finger abbinden, bis die Schnur ins Fleisch schneidet und das Blut hervorquillt. Den Anblick hält Agostino Tassi nicht aus: Er beschuldigt sich nun selbst der Vergewaltigung. 1612 wird er verurteilt.

nach oben

Artemisia Gentileschi (1597 – 1653) gilt als erste Kunstmalerin in der Geschichte. Agnès Merlet wurde auf sie aufmerksam, als sie während ihres Kunststudiums das Gemälde „Judith enthauptet Holofernes“ betrachtete, über die Mischung aus Erotik und Grausamkeit erschrak und sich fragte, was ein junges Mädchen erlebt haben musste, um so etwas malen zu können.

Die Handlung des Films beruht auf dem Roman „Artemisia ou La passion de peindre“ von Marine Bramly („Artemisia. Die Geschichte einer Passion“, Ullstein Verlag 1998). Agnès Merlet zeigt einen Abschnitt aus dem Leben Artemisias, in dem es vor dem Hintergrund der Kunstgeschichte um eine – allerdings fiktive – tragische Liebesbeziehung zwischen Artemisia Gentileschi und Agostino Tassi geht. In stilvollen, schwelgerischen, erotischen Bildern zeigt Agnès Merlet das Geschehen. Hervorzuheben sind auch die Schauspieler, vor allem die nuancierte Mimik der Hauptdarstellerin Valentina Cervi.

Historisch gesichert ist, dass Artemisia Gentileschis Vater einen Kollegen beschuldigte, seine Tochter vergewaltigt zu haben und dieser in einem Aufsehen erregenden Gerichtsprozess verurteilt wurde. Artemisia vermählte sich mit einem Maler in Florenz, gebar eine Tochter, wurde 1618 in die Accademia del Disegno in Florenz aufgenommen, trennte sich von ihrem Ehemann, begleitete 1635 – mit achtunddreißig Jahren – ihren Vater nach England und blieb bis zu seinem Tod bei ihm.

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

Artemisia Gentileschi (kurze Biografie)

E. T. A. Hoffmann - Rat Krespel
Die Erzählung "Rat Krespel" von E. T. A. Hoffmann ist beispielhaft für die Romantik, die sich mit seelischen Abartigkeiten, menschlichen Schwächen und widersprüchlichen Charakteren befasst.
Rat Krespel

E. T. A. Hoffmann

Rat Krespel

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: