Die Rechnung ging nicht auf

Die Rechnung ging nicht auf

Die Rechnung ging nicht auf

Die Rechnung ging nicht auf - Originaltitel: The Killing - Regie:Stanley Kubick - Drehbuch: Stanley Kubrick und Jim Thompson, nach dem Roman "Clean Break" von Lionel White - Kamera: Lucien Ballard - Schnitt: Betty Steinberg - Musik: Gerald Fried - Darsteller: Sterling Hayden, Elisha Cook jr., Marie Windsor, Joe Sawyer, Ted de Corsia, Coleen Gray, Vince Edwards u.a. - 1956; 80 Minuten

Inhaltsangabe

Johnny Clay beabsichtigt, die auf 2 Millionen Dollar geschätzten Tageseinnahmen der Pferderennbahn zu rauben. Nach dem minuziös geplanten und durchgeführten Coup ist er mit der Beute unterwegs zum Treffpunkt, um sie aufzuteilen. Da taumelt einer seiner Komplizen blutüberströmt aus der Tür ...
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Kritik

Anders als üblich, wird keine der Figuren als Held stilisiert. Neuartig ist auch die Erzählstruktur: Während der Durchführung des Coups springt die Zeit mehrmals um einige Minuten zurück, und wir sehen einen Teil des Geschehens noch einmal aus einer anderen Perspektive.
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Nach der Verbüßung einer fünfjährigen Haftstrafe beabsichtigt Johnny Clay (Sterling Hayden), die Tageseinnahmen der Pferderennbahn zu rauben. Da ist mit 2 Millionen Dollar zu rechnen. Johnny verabschiedet sich von seiner Frau Fay (Coleen Gray), um mit den Vorbereitungen anzufangen. Sein Freund Marvin Unger (Jay C. Flippen) streckt ihm das erforderliche Geld vor.

Einer der Männer, die Johnny überredet, sich an dem Coup zu beteiligen, ist George Peatty (Elisha Cook jr.), ein Kassierer der Rennbahn. Der ist seit fünf Jahren mit Sherry (Marie Windsor) verheiratet, einer arroganten Frau, die ihn schikaniert und verachtet, weil er ihr nicht das luxuriöse Leben bieten kann, von dem sie immer noch träumt. In seiner Verzweiflung prahlt George, er werde in Kürze über genügend Geld verfügen. Sherry bringt ihn dazu, von dem Plan zu erzählen – und überbringt die Neuigkeit noch am selben Abend ihrem Liebhaber Val Cannon (Vince Edwards).

Am vereinbarten Tag deponiert Johnny im Schließfach einer Bushaltestelle eine Blumenschachtel, in der ein Gewehr versteckt ist. Den Schlüssel wirft er in den Briefkasten von Mike O’Reilly (Joe Sawyer), der als Barmann auf der Rennbahn arbeitet und dringend Geld für die Behandlung seiner schwer kranken Frau Ruthie (Dorothy Adams) benötigt. Mike verstaut die Schachtel in seinem Spind und beginnt dann seinen Dienst hinter der Theke.

Kurz darauf taucht dort der ehemalige Catcher Maurice Oboukhoff (Kola Kwariani) auf, der von Johnny 2500 $ dafür erhalten hat, dass er zu einem genau angegebenen Zeitpunkt die Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals auf sich zieht. Maurice beschwert sich lautstark über den schlechten Service des Barkeepers und randaliert. Zunächst stürzen sich die Wachmänner paarweise auf ihn, aber er schlägt einen nach dem anderen zusammen. Erst einem Aufgebot von einem Dutzend Männern gelingt es, ihn zu überwältigen und abzuführen.

Das Ablenkungsmanöver ermöglicht es Johnny, unbemerkt durch die von George geöffnete Tür in den für die Öffentlichkeit gesperrten Bereich des Gebäudes zu gelangen. Im Umkleideraum zieht er eine Faschingsmaske übers Gesicht und nimmt das Gewehr aus Mikes Spind. Er klopft an die Tür des Tressorraums und bedroht die vier Männer, die dort beschäftigt sind, mit seiner Waffe. Einen von ihnen zwingt er, die vorhandenen Geldbündel in einen Postsack zu stopfen. Dann sperrt er sie in den Umkleideraum, packt Maske und Gewehr zu dem Geld in den Sack, verschnürt ihn und wirft ihn durch ein offenes Fenster. Ohne Aufsehen zu erregen, mischt er sich anschließend wieder unters Publikum.

Den Postsack lädt der korrupte Polizist Randy Kennan (Ted de Corsia) in seinen Streifenwagen. Randy fährt damit zu einer von Johnny gemieteten Hütte. Dort hinterlässt er die Beute und setzt seinen Dienst fort, als sei nichts geschehen.

Dass niemand beobachtet hat, wie Randy den von Johnny aus dem Fenster geworfenen Postsack verlud, ist auf das Chaos zurückzuführen, das entstanden war, als der von Johnny angeheuerte Scharfschütze Sam Harper von einem Parkplatz in der Nähe der Rennbahn aus das Favoritenpferd „Castor“ während des Laufs getötet hatte. (Er wurde allerdings anschließend von einem Wachmann erschossen.)

Der minuziös geplante Coup war erfolgreich: Johnny findet in der Hütte den Sack mit dem Geld und macht sich damit auf dem Weg zum Treffpunkt, um die Beute aufzuteilen. Als er dort vorfährt, sieht er George blutüberströmt aus der Haustür wanken. Johnny fährt sofort weiter.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Was ist geschehen? Während Marvin, Mike, Randy und George auf Johnny warteten, steht plötzlich Val Cannon mit einem Komplizen in der Tür. Mit vorgehaltenen Waffen wollten sie die Männer zwingen, die Beute herauszugeben. George, der jetzt durchschaute, dass seine Frau ihn nicht nur mit Val betrog, sondern sich mit ihrem Liebhaber und dem Geld absetzen wollte, erschoss die beiden Eindringlinge, wurde aber bei dem Schusswechsel auch selbst schwer verletzt. In blinder Wut fährt er nach Hause und erschießt Sherry, bevor er tot zusammenbricht.

Inzwischen hat Johnny einen großen Koffer gekauft und das Geld darin verstaut. Am Flughafen – wo Fay auf ihn wartet – möchte er ihn mit in die Kabine nehmen, aber dafür ist das Gepäckstück zu groß. Nach längerem Hin und Her bleibt Johnny nichts anderes übrig, als den Koffer aufzugeben.

Vom Warteraum aus sehen Johnny und Fay, wie das Gepäck zu dem bereitstehenden Flugzeug gefahren wird. Plötzlich reißt sich der kleine Pudel einer auf ihren Ehemann wartenden Frau los und läuft aufs Flugfeld. Der Fahrer des Trolleyzuges reißt das Lenkrad herum, um dem Hund auszuweichen. Dadurch fällt Johnnys Koffer herunter. Die Schlösser springen auf, und die Geldscheine wirbeln durch die Luft.

Am Flughafenausgang wird Johnny festgenommen.

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„Die Rechnung ging nicht auf“ gilt als Meilenstein in der Geschichte des Kriminalfilms. Stanley Kubrick achtete nicht nur auf eine präzise und sorgfältige Inszenierung, sondern auch auf die Charakterisierung der handelnden Personen und die Darstellung ihrer Motive. Keine der Figuren wird als Held stilisiert. Aufgrund der sachlichen Filmsprache wirkt der spannende Kriminalfilm beinahe wie eine Dokumentation. Neuartig war damals auch die Erzählstruktur: Während der Durchführung des Coups springt die Zeit hin und wieder um einige Minuten zurück, und wir sehen einen Teil des Geschehens noch einmal aus einer anderen Perspektive.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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