The Homesman

The Homesman

The Homesman

The Homesman – Originaltitel: The Homesman – Regie: Tommy Lee Jones – Drehbuch: Tommy Lee Jones, Kieran Fitzgerald, Wesley A. Oliver – Kamera: Rodrigo Prieto – Schnitt: Roberto Silvi – Musik: Marco Beltrami – Darsteller: Hilary Swank, Tommy Lee Jones, Grace Gummer, Sonja Richter, Miranda Otto, Meryl Streep, John Lithgow u.a. – 2014; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Der Reverend der Gemeinde Loup im Mittleren Westen bittet die Ehefrau eines Kollegen in Iowa, drei verrückt gewordene Frauen aus Loup aufzunehmen. Aber keiner der Männer ist bereit, sie hinzubringen, denn der Weg ist weit und gefährlich. Nur die unverheiratete Farmerin Mary Bee Cuddy meldet sich, und sie bringt einen Strauchdieb dazu, mit ihr und den drei Frauen in einem Kastenwagen nach Iowa aufzubrechen ...
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Kritik

"The Homesman", Tommy Lee Jones' Verfilmung eines Romans von Glendon Swarthout, ist ein skurriler Spätwestern, der gründlich mit den Legenden über tapfere männliche Siedler aufräumt und das Leid der Frauen aufzeigt.
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Mitte des 19. Jahrhunderts werden in Loup, einer abgelegenen Siedlung in Nebraska, die Frauen der drei Männer Garn Sours, Thor Svendsen und Vester Belknap (Jesse Plemons, David Dencik, William Fichtner) verrückt. Arabella Sours (Grace Gummer) verliert den Verstand, als ihre drei kleinen Kinder an Diphtherie sterben. Gro Svendsen (Sonja Richter) wird immer wieder von ihrem Mann vergewaltigt, und Theoline Belknap (Miranda Otto) verkraftet nicht, dass eine Seuche das gesamte Vieh hinwegrafft. Der für die Gemeinde zuständige Reverend Alfred Dowd (John Lithgow) schreibt einem Kollegen in Iowa, einem Methodistenprediger, und der sagt zu, dass sich seine Ehefrau Altha Carter (Meryl Streep) um die armen Geschöpfe kümmern werde. Aber keiner der Männer in Loup ist bereit, die drei Verrückten nach Iowa zu bringen, denn der Weg ist weit und gefährlich. Nur die unverheiratete Farmerin Mary Bee Cuddy (Hilary Swank) ist mutig genug und meldet sich.

Kurz bevor sie Loup verlässt, trifft sie auf einen Strauchdieb (Tommy Lee Jones). Der sitzt gefesselt auf einem Maultier und versucht es ruhig zu halten, weil er mit einer Schlinge um den Hals an einem Baum hängt, gerade so, dass ihn der erste Schritt des Tieres erdrosseln würde. Nachdem er in seiner Todesangst geschworen hat, er werde Mary Bee Cuddy zu Diensten sein, schneidet sie ihn ab. Er behauptet, George Briggs zu heißen, und es stellt sich heraus, dass ihn die Bürgerwehr aufknüpfte, weil er sich an den Vorräten einer Schaffarm vergriffen hatte, deren Besitzer Bob Gilfen (Evan Jones) nach Osten geritten ist, um sich eine Frau zu suchen. Briggs muss nun Mary Bee Cuddy helfen, Arabella Sours, Gro Svendsen und Theoline Belknap in einem eigens gezimmerten Kastenwagen nach Iowa zu bringen.

Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe von Indianern. Dem Bürgerkriegsveteran Briggs gelingt es, den drohenden Überfall zu verhindern, indem er ihnen Mary Bee Cuddys Reitpferd schenkt.

Die einsame Frau versuchte bereits, ihren Nachbarn Bob Gilfen zur Eheschließung und Zusammenlegung der beiden Farmen zu überreden, aber er sagte ihr unumwunden, sie sei ihm zu herrisch. Am Lagerfeuer schlägt sie nun Briggs vor, ihr Mann zu werden und weist ihn auf ihren beachtlichen Besitz hin, aber der Landstreicher will seine Freiheit nicht aufgeben. Mary Bee Cuddy legt sich nackt zu ihm. Erst nachdem sie Briggs versichert hat, sie wolle es, auch wenn es weh tue, streift er seine Hose ab und defloriert sie.

Als er am nächsten Morgen aufwacht, hängt sie tot an einem Baum.

Briggs begräbt sie, nimmt ihr Geld an sich und reitet davon. Aber als er nach einer Furt sucht, um den nahen Fluss überqueren zu können, holen ihn die drei Frauen ein. Eine von ihnen wird von der Strömung mitgerissen. Briggs rettet sie – und nimmt sich nun doch vor, das Mary Bee Cuddy gegebene Versprechen zu erfüllen: Er will die drei hilflosen Frauen nach Iowa bringen.

Nachdem sie drei Tage lang gehungert haben, stoßen sie mitten in der Steppe auf das Fairfield Hotel. Aber der Besitzer Aloysius Duffy (James Spader) behauptet, alle Zimmer seien für eine Gruppe von Investoren reserviert, die hier Land erwerben wollen. Statt Briggs und dessen Schützlingen im Kastenwagen wenigstens etwas zu essen zu geben, lässt er den Mann hinauswerfen.

Nachts kehrt Briggs zum Hotel zurück, schickt die Dienstmagd fort, setzt das Gebäude in Brand und sorgt dafür, dass weder der Besitzer noch einer der Angestellten dem Feuer entkommen. Mit einem gebratenen Spanferkel kehrt er zu den drei Frauen zurück.

In Iowa fragt er sich zu Altha Carter durch und übergibt ihr die drei Frauen, die den Verstand verloren haben. Großzügig überlässt er ihr den Wagen und die Zugpferde. Er selbst badet, kleidet sich neu ein und lässt eine Grabplatte aus Holz für Mary Bee Cuddy anfertigen. Außerdem kauft er der barfüßigen Dienstmagd des Hotels, in dem er abgestiegen ist, ein Paar Schuhe. Der jungen Frau rät er davon ab, in den Westen zu ziehen; sie solle sich besser hier einen Mann suchen, meint er.

Als er sich in einem Bordell an einen Spieltisch setzt und einen auf 300 Dollar ausgestellten Scheck der Bank in Loup setzen will, erfährt er, dass das Geldinstitut in Konkurs ging und das Papier deshalb wertlos ist. Man wirft ihn hinaus.

Da wird Briggs wieder zum Vagabunden: Auf der Fähre, mit der er den Ort verlässt, trinkt er Whisky, tanzt, krakeelt und achtet nicht darauf, dass jemand die Grabplatte mit dem Schuh über Bord schiebt.

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Tommy Lee Jones adaptierte den 1988 von Glendon Swarthout veröffentlichten Roman „The Homesman“ fürs Kino und macht daraus einen skurrilen Spätwestern, der gründlich mit den Legenden von der glorreichen Besiedlung des Westens der USA durch tapfere Männer aufräumt. Getragen wird „The Homesman“ von den schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller Tommy Lee Jones und Hilary Swank, die sich darauf verstehen, die Widersprüchlichkeit der Charaktere facettenreich auszuloten. Die karge Geschichte wird zunächst größtenteils aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur Mary Bee Cuddy erzählt, im letzten Drittel dann aus der Sicht des Landstreichers, der sich George Briggs nennt. Der Kameramann Rodrigo Prieto besticht mit großartigen (Landschafts-)Aufnahmen ohne Postkartenidylle.

Die Dreharbeiten fanden 2013 in New Mexico und in dem Museumsdorf Westville bei Lumpkin/Georgia statt.

Unter einem „Homesman“ verstand man übrigens einen Mann, der Einwanderer in ihre Heimat zurückbrachte.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2015

Tommy Lee Jones: Three Burials. Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada

Daniel Tammet - Elf ist freundlich und Fünf ist laut
Bei "Elf ist freundlich und Fünf ist laut" handelt es sich nicht um die Schilderung eines Außenstehenden, sondern um die Innenansicht eines Savants. "Ein genialer Autist erklärt seine Welt" heißt es denn auch im Untertitel des Buches von Daniel Tammet.
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