Der Zauberberg

Der Zauberberg

Der Zauberberg

Originaltitel: Der Zauberberg - Regie: Hans Werner Geißendörfer - Drehbuch: Hans Werner Geißendörfer, nach dem Roman "Der Zauberberg" von Thomas Mann - Kamera: Michael Ballhaus - Schnitt: Peter Przygodda und Helga Borsche - Musik: Jürgen Knieper - Darsteller: Christoph Eichhorn, Rod Steiger, Marie-France Pisier, Hans Christian Blech, Flavio Bucci, Charles Aznavour, Alexander Radszun, Margot Hielscher, Gudrun Gabriel, Ann Zacharias, Irm Hermann, Kurt Raab, Rolf Zacher, Tilo Prückner u.a. - 1981; 7 Std (TV) bzw. 2 ½ Std (Kino)

Inhaltsangabe

Nach seinem Examen besucht der Hamburger Ingenieur Hans Castorp seinen lungenkranken Vetter in einem Sanatorium bei Davos und gerät dabei in den Bann der Welt der Kranken. Kurz vor seiner geplanten Abreise lässt er sich untersuchen, und weil der Arzt auch bei ihm einen Lungenschaden diagnostiziert, bleibt er – bis sieben Jahre später der
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Kritik

In seinem mitreißenden, bis in die Nebenrollen hervorragend besetzten und besonders kunstvoll fotografierten Film "Der Zauberberg" betont Hans W. Geißendörfer das Skurrile und Makabre der von Thomas Mann ursprünglich als Satyrspiel geplanten literarischen Vorlage.
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Hans Werner Geißendörfer hat den Tausend-Seiten-Roman „Der Zauberberg“ von Thomas Mann verfilmt: in einer siebenstündigen Fernseh- und einer auf gut zweieinhalb Stunden gekürzten Kinofassung. Die längere Version ist vermutlich noch werkgetreuer (ich kenne sie nicht), aber mit dem Kinofilm ist es ihm jedenfalls gelungen, das Skurrile und Makabre der von Thomas Mann ursprünglich als Satyrspiel geplanten literarischen Vorlage hervorzuheben. So entstand ein temporeicher, mitreißender und atmosphärisch dichter Film, der den Zuschauer so in seinen Bann zieht, dass er am Ende verblüfft feststellt, wie viel Zeit vergangen ist. (Womit eine der Thesen des Romans – die Subjektivität des Zeitempfindens – bestätigt wäre.) Bis in die Nebenrollen hinein ist der Film exzellent besetzt, und Michael Ballhaus hat mit seiner eleganten Kameraführung und kunstvoll komponierten Bildern maßgeblich zu der Perfektion der großartigen Literaturverfilmung beigetragen.

Ein großer Teil der Dialoge stammt wortwörtlich aus dem Roman, aber in einigen Szenen weicht Hans Werner Geißendörfer von der Vorlage ab. Beispielsweise zieht Ludovico Settembrini im Film aus finanziellen Gründen vom Lungensanatorium in ein Privatzimmer, und nicht, weil er die letzte Hoffnung auf seine Genesung aufgegeben hat. Hans Castorp und Joachim Ziemßen sehen ihn zusammen mit Leo Naphta statt in der Hauptstraße von Davos neben einem Bachlauf im Grünen, und Settembrini zögert auch nicht, sie mit Naphta bekannt zu machen. Während im Roman nur angedeutet wird, dass Castorp seiner Angebeteten am Abend vor ihrer ersten Abreise aufs Zimmer folgt, lässt Hans Werner Geißendörfer unmittelbar nach Clawdia Chauchats Einladung – „N’oubliez pas de me rendre mon crayon“ –, mit der Thomas Mann das entsprechende Kapitel diskret beendet, Settembrini den Saal betreten; Castorp blickt ihm trotzig ins Gesicht und geht wortlos an ihm vorbei zu der Russin, die ihn in ihrem Bett erwartet. Als er am anderen Morgen – auch diese Szene gibt es nur im Film – mit den Schuhen in der Hand über den Korridor schleicht, kommt er an einem Zimmer vorbei, in dem gerade ein Kranker an einem Blutsturz gestorben ist.

Die Personen und ihre Darsteller in „Der Zauberberg“:

  • Hans Castorp: Christoph Eichhorn
  • Clawdia Chauchat: Marie-France Pisier
  • Ludovico Settembrini: Flavio Bucci
  • Leo Naphta: Charles Aznavour
  • Mynheer Peperkorn: Rod Steiger
  • Hofrat Dr. Behrens: Hans Christian Blech
  • Joachim Ziemßen: Alexander Radszun
  • Karoline Stöhr: Margot Hielscher
  • Fräulein Marusja: Gudrun Gabriel
  • Fräulein Engelhart: Irm Hermann
  • Fräulein Elly: Ann Zacharias
  • Herr Wehsal: Rolf Zacher
  • Dr. Edhin Krokowski: Kurt Raab
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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

Thomas Mann: Der Zauberberg

Hans Werner Geißendörfer: Justiz

janusjanus - im spiralhaus
Hinter dem Pseudonym janusjanus verbergen sich eine Frau aus Augsburg und ein Mann aus Lindau, beides Künstler – und nun auch Lyriker mit dem Buch "im spiralhaus. poesie eines angeordneten rückzugs". Aus gegensätzlichen, sich ergänzenden oder auch korrespondierenden Perspektiven betrachten sie Aspekte der Corona-Pandemie. Das Buch enthält keine altmodischen Reime, sondern 68 moderne Gedichte über aktuelle Lebensumstände.
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Mehr als zwei Jahrzehnte lang las ich rund zehn Romane pro Monat und stellte sie dann mit Inhaltsangaben und Kommentaren auf dieser Website vor. Aber zuletzt dauerte es schon zwei Monate, bis ich ein neues Buch ausgelesen hatte: Aus familiären Gründen habe ich das Lesen und die Kommunikation über Belletristik reduziert.