Ein mörderisches Geschäft

Ein mörderisches Geschäft

Ein mörderisches Geschäft

Originaltitel: Ein mörderisches Geschäft – Regie: Martin Eigler – Drehbuch: Martin Eigler, Sönke Lars Neuwöhner – Kamera: Christoph Chassée – Schnitt: Simone Sugg-Hofmann – Musik: Johannes Kobilke – Darsteller: Christiane Paul, Friedrich von Thun, Jürgen Heinrich, Devid Striesow, Steffen Schroeder, Sandra Borgmann, Pheline Roggan, Michael Rotschopf, Kirsten Block u.a. – 2011; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Ein Team des Unternehmensberaters Werner Altkirch untersucht die Wirtschaftlichkeit der Salerno Werke in Oberhausen. Der frühere Unternehmer Rüdiger Siebert führt die Geschäfte seit der Übernahme durch einen Konzern nur noch als Manager. Arbeitnehmer und Firmenleitung misstrauen den Beratern. Tom Winkler, der Chef des Teams, wird auf der Straße zusammengeschlagen. Bald stoßen die Berater auf Ungereimtheiten, die auf eine Verschiebung von Geldern hindeuten ...
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Kritik

Die nüchterne Darstellung erlaubt es, die komplexen Zusammenhänge im Großen und Ganzen nachzuvoll-ziehen. Der Wirtschaftskrimi "Ein mörderisches Geschäft" von Martin Eigler fesselt weniger durch Spannung als durch Atmosphäre.
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Der Unternehmensberater Werner Altkirch (Jürgen Heinrich) schickt Tom Winkler (Devid Striesow), Alina Liebermann (Christiane Paul), Micha Schütze (Hannes Wegener) und Sean Ribot (Steffen Schroeder) als Sanierer-Team zu den angeschlagenen Salerno Werken in Oberhausen. Altkirch und der frühere Firmenbesitzer Rüdiger Siebert (Friedrich von Thun), der seit der Übernahme des Unternehmens durch einen Konzern nur noch als Manager die Geschäfte führt, kennen sich seit langer Zeit.

Dem Berater-Team, das sich durch die Unterlagen wühlt, um die Überlebenschancen der Salerno Werke beurteilen zu können, schlägt großes Misstrauen entgegen, von den 1200 Mitarbeitern und dem Betriebsratsvorsitzenden Frank Brinkmann (Felix Vörtler) ebenso wie von Rüdiger Siebert und der Marketing-Chefin Dr. Stefanie Renner (Sandra Borgmann), der auch der Werksschutz untersteht. Siebert ist überzeugt, selbst mehr über das Unternehmen zu wissen, als Berater jemals darüber herausfinden können, aber die Konzernleitung hat Altkirch Strategy Consulting mit der Analyse beauftragt.

Während er sich in dem Unternehmen, das ihm früher gehörte, den Anweisungen der Konzernleitung fügen muss, kann Siebert zu Hause seine Ehefrau Ines (Kirsten Block) nicht davon abhalten, ein Wochenende mit ihrem Liebhaber zu verbringen.

Tom Winkler wird auf der Straße von Andre Kadden (Robert Gallinowski) und zwei weiteren Mitarbeitern des Werksschutzes überfallen und zusammengeschlagen. Eine erste Warnung. Einige Tage danach verstellen ihm Arbeiter vor der Werkseinfahrt den Weg, bewerfen seinen Wagen mit Farbbeuteln und schlagen seine Windschutzscheibe ein. Die Polizei greift ein und nimmt Ermittlungen auf.

Bald stoßen die Unternehmensberater auf Ungereimtheiten wie zum Beispiel eine Rechnung der Beraterfirma Styria in Graz, in der es um ein „Produktionszentrum 4“ geht, obwohl die Salerno Werke nur über drei Produktionsstandorte verfügen. Als Winkler mit Karl Matthei darüber reden möchte, der die Rechnung abzeichnete, erfährt er, dass der frühere Marketing-Chef vor einem halben Jahr bei einem Verkehrsunfall starb. Dr. Renner ist seine Nachfolgerin.

Auf deren Rechner findet Micha Schütze Dossiers über die Mitarbeiter mit Angaben über private Probleme und Loyalitätsbewertungen.

Es stellt sich heraus, dass das Unternehmen schon vor vier Jahren Konkurs hätte anmelden müssen, wenn es Siebert nicht durch seine guten Beziehungen zur Politik gelungen wäre, eine Staatsbürgschaft für 80 Millionen Euro zu bekommen. Vor einem halben Jahr stießen die Salerno Werke ihren Betrieb in der tschechischen Gemeinde Pržno ab.

Winkler vermutet, dass die mit Hilfe der Bürgschaft aufgenommenen Kredite missbraucht wurden, um die ausländische Fabrik gewinnbringend verkaufen zu können. Dafür nahm man offenbar ein Ausbluten des Stammwerks in Oberhausen hin. Er hält es für möglich, dass jemand sich durch die Verschiebung von Geldern bereicherte und Karl Matthei ermordet wurde, damit die Machenschaften nicht aufflogen.

Alina Liebermann, die mit Winkler privat liiert ist, teilt seine Ansichten über die Salerno Werke nicht. Sie befürchtet, dass er sich von Vorurteilen leiten lässt. Aber als sie im Hotel eine Abhörvorrichtung findet, ändert sie ihre Meinung.


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Kurz darauf wird Winkler vor ihren Augen beim Überqueren einer Straße von einem Geländewagen überfahren. Bei den Untersuchungen im Krankenhaus werden glücklicherweise keine lebensgefährlichen Verletzungen diagnostiziert.

Spät abends verlässt Winkler heimlich das Krankenhaus und kehrt ins Hotelzimmer zurück. Hasserfüllt telefoniert er mit Siebert, den er für den Auftraggeber des Mordanschlags hält. Danach verabredet er sich mit einem Informanten.

Als Alina Liebermann ihn am nächsten Morgen im Krankenhaus besuchen will, ist sein Bett leer. Der Hotelportier (Severin von Hoensbroech) sagt ihr, Winkler sei zurückgekehrt und habe seither sein Zimmer nicht mehr verlassen. Aber er öffnet nicht. Beunruhigt drängt Alina den Hotelportier, mit dem Generalschlüssel aufzuschließen. Winkler liegt tot im Bad.

Werner Altkirch trifft sich mit Rüdiger Siebert in einem Restaurant. Aufgrund der Nachforschungen seiner Mitarbeiter kann er jetzt beweisen, dass der Unternehmer für den Verkauf des Betriebs in Pržno heimlich eine Provision von 18 Millionen Euro bekam, sich also an der Verschiebung von Geldern zu Lasten des Werkes in Oberhausen bereicherte. Auf diesen Augenblick hat Altkirch seit fünfundzwanzig Jahren gewartet. Damals waren sie befreundet und Geschäftspartner. Aber dann wurde Altkirch von seiner Verlobten Ines wegen Siebert verlassen. Für diese Demütigung will er sich nun rächen, indem er Siebert anzeigt.

Alina Liebermann trifft sich mit Elisabeth Steiner (Pheline Roggan). Bei der in den Salerno-Werken beschäftigten Finanzbuchhalterin handelt es sich um eine Nichte von Gunda Matthei, der Witwe des toten Marketing-Chefs. Außerdem bespricht Alina sich mit dem Produktionsleiter Michael Wiegand (Michael Rotschopf). Mit deren Hilfe findet sie einen Beweis dafür, dass der Firmenchef vor einem halben Jahr Dr. Renner beauftragte, Karl Matthei zum Schweigen zu bringen.

Bei der Obduktion von Winklers Leiche wird ein Blutgerinsel in seinem Gehirn gefunden. Offenbar starb er an den Folgen seiner Verletzungen, weil er das Krankenhaus zu früh verlassen hatte.

Siebert wird verhaftet.

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Bei dem Fernsehfilm „Ein mörderisches Geschäft“ handelt es sich um eine Mischung aus Wirtschaftskrimi und Melodram. Martin Eigler wirft ein Licht auf eine von ökonomischen Gesichtspunkten geprägte Gesellschaft, in der sich die einen auf kriminelle Weise bereichern und an ihre Macht klammern, während andere sich für Demütigungen in der Vergangenheit rächen, indem sie betrügerische Machenschaften in der Unternehmensführung aufdecken. Die nüchterne Darstellung erlaubt es, die komplexen Zusammenhänge im Großen und Ganzen nachzuvollziehen. Der erstklassig besetzte Thriller „Ein mörderisches Geschäft“ fesselt weniger durch Spannung als durch Atmosphäre.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

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