Tödliches Schweigen

Tödliches Schweigen

Tödliches Schweigen

Originaltitel: Tödliches Schweigen - Regie: Bernd Böhlich - Drehbuch: Bernd Böhlich - Kamera: Gero Steffen - Schnitt: Karola Mittelstädt - Musik: Tåmas Kahane - Darsteller: Bruno Ganz, Ulrich Mühe, Monika Lennartz, Clauda Messner, Florian Martens, Julian Braun, Gunter Schoß, Michael Lucke, Jeanette Arndt, Helmut Straßburger, Katja Kuhl, Joachim Kretschmer, Günter Kurze, Gabriela Hyrmanova, Ema Cerná, Lissy Tempelhof u.a. - 1997; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Als Christian sich seiner Homosexualität bewusst wird, verlässt er seine Eltern, seine Ehefrau, seinen einjährigen Sohn, flieht aus der DDR und beginnt schließlich an der Seite eines anderen Mannes in Berlin ein neues Leben. Anlässlich des 60. Geburtstags seines Vaters besucht er 1995 nach acht Jahren erstmals wieder sein vogtländisches Heimatdorf. Ungewollt löst er damit eine Katastrophe aus.
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Kritik

Intensiv durchleuchtet Bernd Böhlich die Psychologie der Figuren, die von ausgezeichneten Schauspielern eindrucksvoll dargestellt werden. "Tödliches Schweigen" ist aber nicht nur eine psychologische Studie, sondern zugleich ein spannender Thriller.
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Hans Plache (Bruno Ganz), der Metzger in dem vogtländischen Dorf Schönborn, feiert 1995 seinen sechzigsten Geburtstag. Seine Frau Lisa (Monika Lennartz) nützt den Anlass, um ihren vor acht Jahren aus der DDR geflohenen Sohn Christian (Ulrich Mühe) anzurufen und nach der langen Zeit zu einem ersten Besuch zu überreden. Christian hatte damals herausgefunden, dass ihn Männer mehr als Frauen erregen. Deshalb war er ohne Abschied von seinen Eltern, seiner Ehefrau Sophie (Claudia Messner) und seinem Sohn Sebastian (Julian Braun) weggefahren und zunächst nach Österreich geflohen. Auf einer Ansichtskarte hatte er seinen Eltern drei Jahre nach seiner Flucht mitgeteilt, er sei homosexuell und lebe in Berlin mit einem anderen Mann namens Daniel zusammen. Aber die Karte war von seinem Vater verbrannt worden. Eine Antwort hat Christian nicht erhalten.

Erstmals nach acht Jahren kommt Christian wieder nach Schönborn und sieht sie alle wieder: die Eltern, seinen jetzt neunjährigen Sohn und seine geschiedene, inzwischen mit Joachim Deymann (Florian Martens) verheiratete dreißigjährige Frau Sophie. Missmutig verlässt Joachim Deymann die Geburtstagsfeier. Der seit vier Jahren arbeitslose frühere Grenzoffizier sieht in dem überraschend aufgetauchten Exmann seiner Frau einen Störenfried, der seine Familie gefährdet.

Hans Plache weigert sich, mit seinem Sohn über dessen Flucht und Veranlagung zu reden. Sophie klammert sich an Christian, ungeachtet seiner Homosexualität, und will mit ihm und ihrem Sohn in Berlin einen Neuanfang versuchen. Christian reist jedoch am nächsten Morgen allein ab. Dass er sich von seiner Mutter zu dem Besuch hat überreden lassen, hält er jetzt für einen großen Fehler.

Im Fond hat sich Joachim versteckt. Sobald sie aus dem Dorf herausgefahren sind, setzt er sich auf und bedroht Christian mit seiner früheren Dienstpistole. Er will, dass Christian wieder aus seinem Leben verschwindet, und zwar endgültig.

In der Zeitung findet Hans Plache ein Inserat über einen zum Verkauf angebotenen Bauernhof in dem tschechischen Dorf, in dem er aufwuchs. Obwohl seine Frau sich sträubt, fährt er mit ihr hin und träumt bereits davon, wieder dort zu wohnen. Lisa dagegen erinnert ihn daran, dass er seit 1945 in Schönborn lebt und meint, sie gehörten nicht hier her. Als sie nach der Besichtigung zu ihrem geparkten Auto zurückkommen, sind alle vier Reifen zerstochen.

Aufgewühlt durch den Besuch ihres geschiedenen Mannes, hält Sophie es in Schönborn nicht mehr aus. Bevor sie mit der Bahn zu einer Tante in Berlin fährt, bringt sie Sebastian zu Lisa und Hans. Sie will ihn später nachholen.

In Berlin, wo sie Arbeit als Putzfrau in einem Bürocenter findet, erfährt sie, dass Joachim sich erschossen hat. Im Abschiedsbrief steht, er habe ohne seine Frau nicht leben können.

Kommissar Schiller (Gunter Schoß) und seine junge Kollegin Schlüter (Jeanette Arndt) kommen aus Berlin nach Schönborn, um den Todesfall zu untersuchen.

Als Ersatz für Sophie, die in der Metzgerei als Verkäuferin gearbeitet hatte, stellen Hans und Lisa Plache eine junge Tschechin ein. Das finden andere im Dorf, die arbeitslos sind, nicht richtig, und sie erinnern sich daran, dass auch Hans Plache selbst nicht von hier ist. Da die Menschen ohnehin durch den überraschenden Besuch Christians und den Tod Joachims erregt sind, fällt es Toni Seiffert (Michael Lucke) leicht, die Männer im Wirtshaus gegen Hans Plache aufzuhetzen, der sich seinem Plan, in einer leer stehenden Halle einen Supermarkt einzurichten, widersetzt, weil er weiß, dass die Konkurrenz ihn ruinieren würde. Und um sich an Christian zu rächen, der es abgelehnt hatte, den Innenausbau des geplanten Geschäfts zu übernehmen, versucht Toni, Kommissar Schiller davon zu überzeugen, dass Joachim vom Exmann seiner Frau in den Tod getrieben wurde.

Durch einen Schriftvergleich findet die Polizei heraus, dass Joachims Abschiedsbrief nicht von ihm stammt.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Im Treppenhaus bei ihrer Tante in Berlin beobachtet Sophie, dass zwei Polizeibeamte nach ihr fragen. Sie versteckt sich und geht anschließend zu Christian und Daniel, wo sie behauptet, gerade in der Stadt angekommen zu sein und darum bittet, eine Nacht bleiben zu dürfen.

In Schönborn rotten sich die Männer vor der Metzgerei zusammen. Als Hans Plache mit der tschechischen Verkäuferin ins Auto steigt, um sie nach Hause zu fahren, schlagen sie auf den Wagen ein und prügeln sich mit Plache. Toni sieht, wie Benzin ausläuft. Er wirft eine brennende Zigarette in die Lache und zieht sich zurück. In einer gewaltigen Explosion kommt das Mädchen im Auto ums Leben.

Allein und zu Fuß verlässt Hans Plache das Dorf. Er geht „nach Hause“.

Sophie wird in der Wohnung von Christian und Daniel wegen der Ermordung ihres Ehemanns verhaftet.

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Intensiv durchleuchtet Bernd Böhlich die Psychologie der Figuren, die von ausgezeichneten Schauspielern eindrucksvoll dargestellt werden. „Tödliches Schweigen“ ist aber nicht nur eine psychologische Studie über die Folgen der Unfähigkeit zur Kommunikation, die Intoleranz und die Ausgrenzung von Menschen, sondern zugleich ein spannender Thriller, denn immer wieder wechselt Bernd Böhlich an entscheidender Stelle zu einem anderen Handlungsstrang und baut dadurch Suspense auf.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

Mirjam Pressler - "Grüße und Küsse an alle"
"'Grüße und Küsse an alle'. Die Geschichte der Familie von Anne Frank" ist eine exemplarische Familienchronik, aber keine Gesellschaftsanalyse, und Mirjam Pressler geht auch nicht näher auf den Holocaust ein.
„Grüße und Küsse an alle“

Mirjam Pressler

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