Volker Bitzer : Die Dick-Tossek-Verschwörung

Die Dick-Tossek-Verschwörung
Die Dick-Tossek-Verschwörung Originalausgabe: mainbook Verlag, Frankfurt/M 2016 ISBN: 978-3-946413-42-4, 228 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Beim Ich-Erzähler handelt es sich um den Profikiller John. Als er den Auftrag erhält, Dick Tossek zu töten, den König der Unterwelt, dessen Aussehen niemand kennt, merkt er zu spät, dass er den Falschen erstochen hat. Nun muss er selbst um sein Leben fürchten, denn Dick Tossek wird das nicht auf sich beruhen lassen. Zuflucht sucht er bei der Edelnutte Rosemarie, von der er erfährt, dass er Dick Tosseks Geldeintreiber umgebracht hat. Aber wo sind die Moneten? ...
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Kritik

"Die Dick-Tossek-Verschwörung" ist eine aberwitzige Thriller-Persiflage. Volker Bitzer unterhält uns mit lustigen Einfällen, viel Sprachwitz, schwarzem Humor und über­raschen­den Wendungen. Das alles ist eine Mordsgaudi.
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Sind Sie ein Freund von Dick Tossek?

Der Ich-Erzähler John, ein Profikiller, der uns seinen Hauptnamen verschweigt, dringt mit seinem Partner Harry Barusha in ein Haus ein, um einen Auftrag durchzuführen. Sie sollen Dick Tossek töten.

Auf Harrys Frage, ob alles in Ordnung sei, antwortete ich einfach: „Ja.“ Ich gab mir Mühe, dabei möglichst überzeugend zu klingen. Kurz, verbindlich: „Ja.“
Obwohl man das als neutraler Beobachter der Szene bezweifeln durfte. Da war Blut, Blut, überall Blut. Und ich stand mittendrin. Die Ledersohlen meiner Schuhe hatten sich vollgesogen mit dieser roten Flüssigkeit. […] Mein Arm war halb ausgestreckt. In meiner Hand war ein Messer. Die Klinge steckte in einem Mann, der mit weit aufgerissenen Augen leicht zu mir geneigt vor mir stand.

Während Harry im Schlafzimmer nach der Zielperson suchte, stieß John im Wohnzimmer auf den Mann und stach sofort zu. Nachdem sie die Leiche in ihren Transporter gehievt haben und damit losgefahren sind, denkt John über die letzten, nur noch geröchelten Worte des Erstochenen nach: „Ich bin Jim Slembski.“ Da muss etwas schiefgelaufen sein. Schlimmer noch: Wenn er den Falschen getötet hat, lebt Dick Tossek noch und wird von dem Mordanschlag erfahren. Dick Tossek ist der gefürchtete König der Unterwelt. Der wird das nicht auf sich beruhen lassen!

Bevor John dazu kommt, darüber mit Harry zu reden, schiebt sich ein Gelände­wagen, der ihnen seit einiger Zeit folgte, an die rechte Seite. Ein Schuss trifft Harry in den Kopf. John verliert die Kontrolle über den Transporter. Sie über­schlagen sich und bleiben an der Böschung liegen. John klettert über den toten Beifahrer hinweg, stößt die Tür auf und rennt los.

Ein Schlag auf den Hinterkopf lässt ihn zu Boden gehen. Als er wieder zu sich kommt, sitzt er nackt, gefesselt und mit Elektroden an mehreren Körperstellen auf einem Stuhl. Vor ihm steht eine Frau mit langen blonden Haaren in einem schwarzen Business-Kostüm. Auf ihre Frage, warum er Slembski erstochen habe, könnte er antworten:

„Er ist mir unglücklich ins Messer gelaufen“, „Ich wollte eigentlich Tossek umbringen“ und „Wer ist Slembski?“

Johns Gegenfrage, wer Slembski sei, ist nicht das, was die Frau hören will. „Strom!“, befiehlt sie. John kotzt vor Schmerzen.

„Wo ist das Geld?“, lautet die nächste Frage. John kann nur ächzen: „Welches Geld?“ Die Frau: „Strooom!“ Als Nächstes spricht sie ihn mit Damian Melotti an, und weil John nichts mit dem Namen anfangen kann, tönt es: „Strooooooom!“

Am frühen Morgen kommt er auf einem Stuhl vor einer Pizzeria wieder zu sich. Sie haben ihn wieder angezogen. John rechnet damit, dass die Leute, die ihn folterten, die Taktik geändert haben: Nachdem er trotz der Schmerzen nichts Brauchbares verraten hat, observieren sie ihn wahrscheinlich und wollen so zu seinen Kontaktleuten geführt werden.

John sucht einen Coffee-Shop auf, um zu frühstücken. Nachdem ein grauenhaft stinkender Obdachloser vom Eingang in den Keller gehuscht ist, wo sich die WCs befinden, betritt ein Mann mit einer Boulevard-Zeitung das Lokal und bestellt einen Espresso. John entgeht nicht, dass der Kerl nur so tut, als lese er. Er steht auf und folgt dem Landstreicher zu den WCs. Kurz darauf kommt ein übel riechender Kerl nach oben und verlässt den Coffee-Shop. Unter dem schweren Mantel trägt er einen Pullover, dessen Kapuze er tief ins Gesicht gezogen hat. Eine Viertelstunde nach ihm taucht der Andere auf, und dem Mann mit der Zeitung muss auffallen, dass der zerzauste Bart und die dreckigen Fingernägel nicht zu dem Anzug und den teuren Schuhen passen.

Inzwischen ist John bereits auf dem Weg zu Rosemarie O’Dowell, einer auf Rollenspiele spezialisierten Edelnutte, die in einer gepflegten Jugendstil-Villa wohnt. Als John noch Türsteher und Rausschmeißer war, bat sie ihn einmal, auf sie aufzupassen, weil ihr ein Freier nicht geheuer war, der mit ihr Indianer spielen wollte. Tatsächlich hatte Philipp – so hieß der Perverse – sie bereits aufs Bett gefesselt und mit seinem Tomahawk am Oberarm verletzt, als John eingreifen konnte. Weil Philipp ihm körperlich überlegen war, blieb John nichts anderes übrig, als ihm den Tomahawk zu entreißen und ihm damit den Schädel zu spalten.

Danach wurde er zum Profikiller.

Rosemarie verdankt ihm ihr Leben. Sie sagte damals:

„Wenn du irgendwann mal in der Scheiße steckst, werde ich für dich da sein.“
Nun, jetzt da ich als Obdachloser verkleidet durch die Straßen zog, war ich sicher, ich würde Rosie nicht lange davon überzeugen müssen, dass ich in der Scheiße steckte.
Ich roch sogar danach.

Nachdem er ausgiebig geduscht hat, zieht er Sachen von einem Arzt an, der sich nach der Übergabe seiner Praxis an einen Jüngeren vier Wochen mit Rosemarie gönnen wollte, aber am neunten Morgen nicht mehr aufwachte und von Rosemarie im Garten begraben wurde.

Rosemarie gesteht ihm, sie sei mit Perücke und Brille vor ihm gestanden, als er gefoltert wurde. Sie habe alles zunächst nur für ein Rollenspiel gehalten, aber dann notgedrungen mitgespielt. Selbstverständlich weiß sie, wer Dick Tossek ist, aber kein noch Lebender hat den König der Unterwelt jemals gesehen. Seine Befehle erteilt er über Mittelsmänner, und auch das nur telefonisch mit elektronisch verzerrter Stimme. Von Rosemarie erfährt John nun auch, wen er erstach: Jim Slembski trieb für Dick Tossek Schutzgelder von Prostituierten, Gastwirten und Spielhallenbesitzern ein. John weiß zwar nicht, von wem Harry den Mordauftrag erhalten hat, aber er vermutet nun, dass es Damian Melotti war. Wer immer das ist, hatte es wohl auf das von Jim Slembski für Dick Tossek ein­ge­sam­mel­te Geld abgesehen.

„Wir töten Slembski. Melotti verpfeift uns. Tosseks Leute verfolgen und töten uns. Melotti holt währenddessen in aller Ruhe das Geld.“

Als John am nächsten Morgen vom Einkauf fürs Frühstück vom Krämer zurück­kommt, liegt ein Toter in Rosemaries Küche. Ein paar Minuten zuvor klingelte es, und sie dachte, es sei John, aber vor der Tür stand ein Fremder mit einer Pistole in der Hand. Der drängte sie ins Haus und behauptete, John schulde ihm viel Geld. Rosemarie bot ihm einen Scotch an, in den sie unbemerkt Gift mischte. In der Brieftasche des Toten findet John Papiere auf den Namen Damian Melotti. Der Mann war Polizist!

Mit dem Wagen des in Rosemaries Bett gestorbenen Arztes bringt John die Leiche weg. Beinahe hätte er vergessen, einen Spaten mitzunehmen. Nachdem er im Wald mehrere Löcher gegraben hat, zerstückelt er den Toten und zertrümmert das Gebiss. Dann verteilt er alles auf die Löcher, schüttet Benzin darüber und zündet Feuer an. Als das meiste verbrannt ist, schaufelt er die Löcher zu.

Damian Melottis Plan war offenbar nicht aufgegangen, denn wenn er Jim Slembskis Geld gehabt hätte, wäre er nicht zu Rosemarie gekommen. John fährt mit ihr zu dem Haus, in dem er Jim Slembski erstach. Aber da ist das Geld nicht. Sonst hätten Dick Tossek und Damian Melotti es bereits gefunden. Hatte Jim Slembski es bei sich?

John fährt mit seiner neuen Freundin zu dem umgekippten Transporter. Während Rosemarie wegen des Regens im Wagen sitzen bleibt, klettert John die Böschung hinunter. Er wird er von dem Mann überrascht, den er bereits mit einer Zeitung im Coffee-Shop sah. Aber Rosemarie schleicht sich an, holt mit dem Spaten aus, der noch im Kofferraum lag, und trifft den bewaffneten Mann am Kopf. Beim Sturz gegen das Wrack bricht hörbar das Genick. Und durch den Aufprall rutscht der Transporter ein Stück tiefer. Dadurch wird Jim Slembskis Leiche sichtbar, die unter dem Fahrzeug lag. Tatsächlich ist die gesamte Kleidung des Geldeintreibers mit Banknotenbündeln ausgestopft.

Dick Tosseks Rache

Mit dem Geld setzen sich John und Rosemarie nach Asien ab. Einige Monate vermuten sie hinter jedem anderen Gast in einem Restaurant einen von Dick Tosseks Leuten, aber dann legt sich die Verfolgungsangst.

Ja, ja, ich weiß genau, was Sie jetzt denken: John lügt, wenn er sagt, er hätte sich von seiner Paranoia verabschiedet. […] John hat Angst, dass Dick Tossek ihn aufspürt.
Und wissen Sie was: Sie haben recht!
Aber dass nicht alles glatt gelaufen sein kann, seitdem Rosemarie und ich geflüchtet sind, hätten Sie sich auch vorher denken können. Wenn nichts mehr passiert wäre, und Rosemarie und ich bis zum Ende unserer Tage glücklich am Strand gelegen hätten, hätte ich diesen zweiten Teil ja gar nicht schreiben müssen.
Natürlich ist etwas schiefgelaufen.
Genauer gesagt: so ziemlich alles.

John und Rosemarie freunden sich mit Gus und Julia Phiston an. Die beiden Frauen tun sich mit einer dritten zusammen, die ebenfalls zu einem Laientheater gehört. Sie machen sich einen Spaß daraus, Touristen ihrer Fotoapparate zu berauben, die John dann Nathan Lorker bringt, der einen Strandkiosk betreibt. Im Speicher einer der gestohlenen Kameras gestoßen John und Rosemarie auf Fotos, die jemand von ihnen und ihrem Haus knipste. Man ist ihnen auf der Spur! Während John am nächsten Morgen mit Nathan redet, explodiert der Kiosk.

Im Krankenhaus kommt John wieder zu sich und erfährt, dass er vier Tage lang im künstlichen Koma lag. Nathan Lorker ist spurlos verschwunden, und die Polizei geht davon aus, dass der Mordanschlag ihm galt. Aber John weiß es besser.

John und Rosemarie planen, unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Klinik abzureisen. Rosemarie bereitet alles vor.

Am Tag davor wird er jedoch aus dem Krankenhaus entführt. Der elegant gekleidete hagere Asiate, der das Sagen hat, erklärt John, Dick Tossek habe ausdrücklich angeordnet, ihn nicht zu foltern, weil das bei ihm zwecklos sei. Er werde sich an die Anweisung halten, obwohl er anderer Meinung sei.

„Denn jeder Mensch hat seine Schmerzgrenze. Irgendwann redet jeder. Vielleicht dauert es bei Ihnen nur etwas länger. In Ihrem Kulturkreis haben die Menschen einfach zu wenig Geduld.“

„Das ist auch so eine Sache in Ihrem Kulturkreis, die ich nicht mag. […] Bei Ihnen hat nie irgendetwas mit etwas anderem zu tun. Alles wird isoliert betrachtet. Bei uns in Asien sieht man das anders. Wir gehen davon aus, dass alles miteinander zusammenhängt. Verstehen Sie das? Alles hat mit allem zu tun“, flüsterte er und beugte sich dabei zu mir herunter.
Er machte eine Pause und richtete sich wieder auf. „Wenn ich zum Beispiel dieser Frau“, er zeigte mit seinem Stock auf eines der Fotos, das auf dem Boden lag“, ein Ohr abschneide, könnte das zur Folge haben, dass Sie mir erzählen, wo sich eine erhebliche Menge Geld befindet.“

Der Asiate reicht John ein Holzkästchen und fordert ihn auf, es zu öffnen. Darin liegt ein blutverschmiertes Ohr. John habe bis zum nächsten Morgen Zeit, zu verraten, wo das Geld versteckt ist und seiner Freundin das Leben zu retten, heißt es. Dann lässt man ihn allein in seinem Gefängnis.

[…] über die Antwort auf die Frage, ob man schweigen sollte – und damit den Tod eines Menschen auslöst – oder ob man reden sollte – und dadurch ein Vermögen verliert und danach vermutlich umgebracht wird –, lohnt es sich, länger nachzudenken.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Am nächsten Morgen wird John zu einem Golfplatz gebracht, wo ihn der hagere Anführer erwartet. Die Männer haben auch Nathan Lorker in ihrer Gewalt: Er liegt nackt und gefesselt auf einem Bett. Weil John nicht verrät, wo das Geld zu finden sein könnte, schneidet ein Arzt vor seinen Augen Nathan einen Hoden ab und befolgt anschließend den Befehl, die Wunde zu versorgen.

„Wir wollen doch nicht, dass der gute Nathan stirbt. Schließlich soll er Ihnen, lieber John, noch Gesellschaft in Ihrer Zelle leisten. Dann können Sie überprüfen, wie viel Ihre Freundschaft zu Herrn Lorker aushält. Es soll ja Männer geben, die durchaus nachtragend sind gegenüber Leuten, die dafür verantwortlich sind, dass man ihnen einen Hoden abgeschnitten hat. Und mit der Aussicht, auch den zweiten zu verlieren, wird Herr Lorker Sie sicher dazu bewegen können, uns zu sagen, wo Sie Dick Tosseks Geld versteckt haben.“

John redet dennoch nicht. Der hagere Asiate weist ihn darauf hin, dass seine Freundin nun getötet werde und beauftragt eine Gruppe von Männern, John zu erschießen.

Im letzten Augenblick wird er befreit.

Die Gangster hielten Julia Phiston für Johns Freundin. Ihr schnitten sie zunächst das Ohr und später auch den Kopf ab. Rosemarie lebt, und sie hat sich verkleidet unter die Asiaten gemischt, die John erschießen sollten, um ihn zu retten.

Die beiden fliegen zurück in die Heimat.

Auf einem Friedhof graben sie Margarete und Richard Kouster aus, die seit sechs Jahren tot sind.

Frau Kouster hatte beim Pilzesammeln danebengegriffen, was aber erst von den Gerichtsmedizinern erkannt wurde.

Dann sorgen sie in einer Kneipe für Aufsehen, und Rosemarie ruft laut seinen Namen. Vor den Augen der anderen Gäste fahren sie mit einem gemieteten Sportwagen los – und gehen davon aus, dass Dick Tossek rasch davon erfahren wird. In einer ab­ge­le­ge­nen Gegend holen sie die Pakete mit den sterblichen Überresten des Ehepaars Kouster aus dem Kofferraum, legen sie auf die Sitze und zünden das Auto an. Auf diese Weise täuschen sie ihren Tod vor.

Auge um Auge mit Dick Tossek

Zwei unauffällige Personen müssen ihr Leben lassen, damit John und Rosemarie ihre Identitäten annehmen können. Als Ryan Lacomey und Rachel Droon heiraten sie und kaufen sich ein Haus in einem Dorf.

Als Rosemarie alias Rachel Lacomey über die Unerträglichkeit des Landlebens klagt, schlägt John eine Reise in den Süden vor.

Am Urlaubsort ahnen sie nicht, warum der freundliche Kellner Sancho die Gäste fragt, woher sie kommen. Dass sie nicht zu Hause sind, sieht er selbst. Sobald er den Wohnort kennt und den Namen auf der Kreditkarte gelesen hat, gibt er einer Bande einen Tipp.

Als John und Rosemarie heimkommen, finden sie das Haus ausgeräumt vor. Dass auch die Möbel gestohlen wurden, ist besonders ärgerlich, denn im doppelten Boden des antiken Kleiderschranks versteckten sie das restliche Geld.

Während der Dorfpolizist Chris Dutters mit den Ermittlungen beginnt, erhält John einen Brief: „Am Freitag hole ich mein Geld ab. Vierzehn Uhr.“ Das ist in zwei Tagen!

Rasch findet Chris Dutters heraus, dass es sich bei den Einbrechern um eine professionelle Bande handelt, nach der die Polizei seit längerer Zeit fahndet. Er holt seinen Kollegen Dennis Feedling aus der Stadt zu Hilfe. Auf dem Polizeirevier zeigen die beiden Beamten dem Ehepaar Lacomey eine Reihe von Fotos ver­däch­ti­ger Personen. John erkennt Niocovar Gromov. Für ihn erledigte er schon einmal einen Auftrag. Aber er lässt sich nichts anmerken, und auch als ein älteres Foto von Rosemarie auf dem Bildschirm erscheint, sagen sie beide: „Nie gesehen.“

Der Dorfpolizist begleitet sie hinaus. Sein Kollege bleibt nachdenklich vor Rosemaries Foto sitzen. Als sie ins Auto eingestiegen sind, kommt Dennis Feedling angerannt. John gibt Gas.

Nach kurzer Fahrt setzt John Rosemarie ab und fährt allein weiter zu Niocovar Gromovs Lagerhalle.

Dort geht das Tor auf, und er blickt in etwa zwanzig Gewehr- und Pistolenläufe. Gromov nimmt zunächst an, der Profikiller sei auf ihn angesetzt, aber John versichert ihm, er habe keinen Mordauftrag erhalten. Er klärt den Bandenchef darüber auf, dass es sich bei den Einbruchsopfern Ryan und Rachel Lacomey um ihn und seine Ehefrau handelt. Gromov glaubt ihm allerdings nicht, dass er nur gekommen sei, um ein paar Lieblingskleider seiner Frau zu holen. Der Gangster droht, John zu töten und sich auf diese Weise bei Dick Tossek einen Pluspunkt zu verschaffen, aber als er ausholt, um John mit dem Gewehrkolben zu erschlagen, klingelt das Telefon. Einer aus der Bande hebt ab und reicht den Apparat seinem Boss. Der hört respektvoll zu und befiehlt seinen Leuten dann, John zu dem gestohlenen Kleiderschrank zu führen. Als der Mann, der den Hörer abnahm, die seltsame Stimme des Anrufers erwähnt, erklärt Gromov ihm, Dick Tossek habe wie üblich einen Stimmverzerrer benutzt.

Unbemerkt kann John das Geld aus dem doppelten Boden nehmen und zusammen mit ein paar Kleidern in eine ebenfalls im Schrank gefundene Sporttasche packen.

Während der Rückfahrt denkt John, Dick Tossek habe durch den Anruf dafür gesorgt, dass er ihm fristgemäß das Geld übergeben kann. Danach wird der Unterweltkönig ihn und Rosemarie wahrscheinlich töten.

Gerade noch rechtzeitig vor dem Fristablauf trifft John im Dorf ein. Als er sein Haus mit der Sporttasche in der Hand betritt, bohrt sich ein Pistolenlauf in seinen Rücken, und Chris Dutters spricht ihn mit „John“ statt „Herr Lacomey“ an. Ist der Dorfpolizist Dick Tossek? Bevor John darüber nachdenken kann, steht Rosemarie auf der Treppe und erschießt den Mann mit der Waffe.

Aber da taucht noch jemand auf und gesteht, er habe Chris Dutters verraten, wer Ryan und Rachel Lacomey wirklich sind: Volker Bitzer. Er ist Dick Tossek!

Weil Leserinnen und Leser keine Romane mögen, in denen die Hauptfiguren sterben, lässt er John und Rosemarie am Leben und will nicht einmal das Geld zurück, denn er hat sich vorgenommen, mit Johns Manuskript eine Schriftsteller-Karriere zu beginnen.

Übrigens war es Rosemarie, die Niocovar Gromov anrief und sich als Dick Tossek ausgab.

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Volker Bitzer (* 1968) debütierte 2011 mit der Kriminalnovelle „Sind Sie ein Freund von Dick Tossek?“ (ViaTerra-Verlag, Aarbergen 2011, 91 Seiten, ISBN 978-3-941970-07-6). 2014 folgte „Dick Tosseks Rache“ (Mainbook, Frankfurt/M 2014, 103 Seiten, ISBN 978-3-944124-76-6). 2016 machte Volker Bitzer daraus mit „Auge um Auge mit Dick Tossek“ eine Trilogie, die in einem Band zusammen­gefasst wurde: „Die Dick-Tossek-Verschwörung. Aufzeichnungen eines Auftragsmörders“.

Gleich zu Beginn wendet sich der Ich-Erzähler an die Leserinnen und Leser:

Ich bin John, Auftragsmörder von Beruf.
Verwechseln Sie mich bitte nicht mit Volker Bitzer, dessen Name so fett auf diesem Buchtitel prangt. Herr Bitzer ist nur ein Strohmann, der die Verlagsangelegenheiten für mich regelt.

Alle drei Teile von „Die Dick-Tossek-Verschwörung“ sind so geschrieben, dass der Eindruck entsteht, John erzähle uns seine Geschichte im schnoddrigen Plauderton des kaltblütigen Profikillers. Volker Bitzer taucht ebenfalls auf – als Romanfigur.

„Die Dick-Tossek-Verschwörung“ ist eine aberwitzige Thriller-Persiflage. Die Handlung ist abstrus, aber darauf kommt es nicht an, denn Volker Bitzer unterhält uns mit zahlreichen lustigen Einfällen, schwarzem Humor und viel Sprachwitz. (Nur das Kapitel „Eine Anleitung zum perfekten Sex“ ist missraten und weder erotisch noch amüsant.) Eine ganze Reihe von überraschenden Wendungen sorgt für Spannung. Und das alles ist ein Riesenspaß, eine Mordsgaudi.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2016
Textauszüge: © mainbook Verlag

Henry James - Das Durchdrehen der Schraube
Die angekündigte, an Grässlichkeit und Qual nicht zu übertreffende Geschichte ist für den den heutigen, abgehärteten Leser zwar nicht gar so schaurig, aber sie hält ihn bis zum Schluss in Spannung: "Das Durchdrehen der Schraube".
Das Durchdrehen der Schraube

Henry James

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