Samuel Beckett : Warten auf Godot

Warten auf Godot

Samuel Beckett

Warten auf Godot

Manuskript: 1948 Originaltitel: En attendant Godot Uraufführung: Paris, 5. Januar 1953 Warten auf Godot Deutsche Erstaufführung: Berlin 1953 Buchausgabe: Suhrkamp Verlag Übersetzung: Erika und Elmar Tophoven
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Alle traditionellen Gesetze der Dramaturgie ignorierend, lässt Samuel Beckett die beiden clownartigen Clochards Estragon und Wladimir in einer weder zeitlich noch räumlich konkretisierten Situation neben einem Baum an einer Landstraße auf "Godot" warten. Am Ende bleibt offen, wer mit "Godot" gemeint ist und ob er jemals kommen wird.
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Kritik

Auf tragikomische Weise veranschaulicht Samuel Beckett die Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins: Wir wissen nicht, auf was wir warten und ob sich unser Warten lohnt. Das ist eine grausame Erkenntnis. Trotz der Absurdität können wir uns bewusst entscheiden, weiter zu warten.
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Estragon: Nichts zu machen.
Wladimir: Ich glaube es bald auch.

Mit diesen Worten beginnt das absurde Theaterstück „Warten auf Godot“.

Alle traditionellen Gesetze der Dramaturgie ignorierend, lässt Samuel Beckett die beiden clownartigen Clochards Estragon und Wladimir in einer weder zeitlich noch räumlich konkretisierten Situation neben einem Baum an einer Landstraße auf „Godot“ warten. Sie wissen nichts über ihn und sind nicht einmal sicher, ob heute der verabredete Tag ist. Bei Tagesende erscheint ein ängstlicher Junge und richtet ihnen aus, dass Godot „heute abend nicht kommt, aber sicher morgen“.

Während des Tages begegnete der reiche Tyrann Pozzo den beiden Clochards und vertrieb sich die Zeit durch eine Konversation mit ihnen. Seinen schwer bepackten Diener Lucky riss er an einem Strick herum, den dieser um Hals gebunden hatte. Auf Befehl stellte Lucky das Gepäck ab, apportierte die Peitsche, tanzte oder dachte laut. Als Pozzo und Lucky am nächsten Tag erneut vorbeikommen, muss der inzwischen stumm gewordene Diener seinen erblindeten Herrn führen. Pozzo kann sich nicht entsinnen, jemals zuvor mit Estragon oder Wladimir gesprochen zu haben.

Auch der Junge, der gegen Abend wieder anstelle von Godot erscheint, kann sich nicht an die Begegnung am Vortag erinnern. Noch einmal vertröstet er die beiden Wartenden auf den folgenden Tag.

Estragon: Ich kann nicht mehr so weitermachen.
Wladimir: Das sagt man so.
Estragon: Sollen wir auseinandergehen? Es wäre vielleicht besser.
Wladimir: Morgen hängen wir uns auf. Es sei denn, dass Godot käme.
Estragon: Und wenn er kommt?
Wladimir: Sind wir gerettet.

Mehr geschieht nicht. Am Ende bleibt offen, wer mit „Godot“ gemeint ist und ob er jemals kommen wird.

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Auf tragikomische Weise veranschaulicht Samuel Beckett in „Warten auf Godot“ die Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins: Wir wissen nicht, auf was wir warten und ob sich unser Warten lohnt. Das ist eine grausame Erkenntnis. Trotz der Absurdität können wir uns bewusst entscheiden, weiter zu warten.

Wir alle wissen, dass „Warten auf Godot“ irgendwo in einer gottverlassenen Gegend spielt; an einem Abend warten da zwei Penner auf einen gewissen Godot, und es ist auf tiefsinnige Weise nicht herauszukriegen, was mit diesen Clowns los ist: Man lacht beunruhigt und vom Nichts angeweht. (Jörg Drews, Süddeutsche Zeitung 17. November 2008)

Samuel Beckett wurde 1969 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Literaturhinweis:
Pierre Temkine: Warten auf Godot. Das Absurde und die Geschichte (hg.: Denis Thouard und Tim Trzaskalik, Übersetzung: Tim Trzaskalik, Matthes & Seitz Verlag, Berlin 2008, 187 Seiten, 14.80 €).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002 / 2008
Textauszüge: © Suhrkamp Verlag

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