Anansi

Anansi

Anansi

Originaltitel: Anansi - Regie: Fritz Baumann - Drehbuch: Fritz Baumann - Kamera: Arturo Smith - Schnitt: Christian Lonk - Musik: Roman Bunka - Darsteller: George Quaye, Naomi Harris, Jimmy Akingbola, Maynard Eziashi, Jeillo Edwards, Chrys Koomson, Danny Sapani, Mark Zak u.a. - 2002; 80 Minuten

Inhaltsangabe

Weil die jungen Afrikaner glauben, in ihrer Heimat keine Zukunftsperspektive zu haben und aufgrund der verfügbaren Informationen hoffen, dass es in Europa gut bezahlte Arbeit für sie gibt, investieren sie die Ersparnissen der gesamten Familie, um illegal dorthin zu gelangen. Wenn sie dann abgeschoben werden, war die teure, beschwerliche und gefährliche Reise umsonst.
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Kritik

Sachlich und unvoreingenommen zeigt Fritz Baumann in "Anansi", dass die jungen Afrikaner besser daran tun, zur Entwicklung ihrer eigenen Gesellschaft beizutragen, als sich von falschen Hoffnungen verleiten zu lassen.
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Sir Francis (Maynard Eziashi) kommt mit einem Mercedes voller Luxusgüter aus Deutschland zurück in sein ghanaisches Dorf und erzählt von Europa, als ob dort das Schlaraffenland wäre. Dieser Verlockung erliegen der Stangeneisverkäufer Zaza (George Quaye), der Fotograf Kojo (Jimmy Akingbola) und dessen Freundin Carla (Naomie Harris): Weil es für junge Menschen wie sie in Afrika keine Zukunftsperspektive zu geben scheint, wollen sie ihr Glück im Norden versuchen, zumal Sir Francis ihnen Papiere besorgen und sie auf ein Schiff bringen will. Um das von Sir Francis verlangte Geld aufbringen zu können, veräußert Kojo sein Fotostudio, und Zaza erbettelt von seiner Tante Vera (Jeillo Edwards) eine Kuh, die er auf dem Markt verkauft.

Sir Francis schmuggelt Zaza, Kojo und Carla auf einen russischen Frachter – und kommt selbst nicht mehr rechtzeitig von Bord. Eine zweite Gruppe Afrikaner, die ebenfalls versucht, sich auf dem Schiff zu verstecken, wird entdeckt. Einige springen über Bord, einer verletzt sich bei einem Sturz am Kopf und wird von seinem Bruder in einen kleinen Vorratsraum gezerrt. Der erste Offizier befiehlt, nach den beiden Togolesen zu suchen: „Wir haben zwei verfluchte Neger an Bord. Findet sie und werft sie über Bord!“ Als der Verletzte stirbt, bestatten die anderen Afrikaner die Leiche in der See. Kurz darauf werden sie alle aus ihren Verstecken gezerrt, und der erste Offizier vergewaltigt Carla. Der Kapitän ordnet schließlich an, die Schwarzen vor der mauretanischen Küste auf einem Floß auszusetzen.

Tagelang wandern sie am Strand entlang, dann folgen sie Sir Francis in die Wüste. Während die anderen noch schlafen, bricht der Togolese Antoine (Chrys Koomson) allein auf und trennt sich von der Gruppe. Sir Francis, Zaza, Kojo und Carla werden schließlich von einer Karawane gerettet.

Endlich gelangen sie nach Tanger und blicken über die Meerenge von Gibraltar. Mit den letzten 500 US-Dollar von Zaza und Kojo bezahlt Sir Francis zwei Schlepper, die ihn und seine Landsleute mit einem kleinen Boot nach Spanien bringen. Auf dem Wasser sehen sie die Leichen anderer Flüchtlinge treiben.

Am Strand bei Almeria werden sie von dem Afrikaner Adolf (Danny Sapani) entdeckt und zu einer Tomatenplantage gebracht, wo Zaza und Kojo Arbeit bekommen: Sie müssen die Pflanzen und Früchte mit Insektiziden besprühen. Sir Francis ist sich zu schade dafür und macht sich auf den Weg, um das in Marokko erworbene Haschisch zu verkaufen. Carla kommt als Serviererin in einer Gaststätte unter.

Wegen Drogenhandels wird Sir Francis in Malaga verhaftet. Er verrät seine Landsleute, doch als die Polizei auftaucht, um sie zu verhaften, versteckt Adolf sich mit ihnen zwischen den Tomatenkisten auf einem Fernlastzug, der nach Norden fährt.

In einem Wald überqueren sie illegal die deutsche Grenze. Zaza vertritt sich den Knöchel, wird von Bundesgrenzschutzbeamten festgenommen und mit dem nächsten Flugzeug in seine Heimat abgeschoben. Adolf, Kojo und Carla schlagen sich nach Berlin durch. Dort schlafen Kojo und Karla in einem Rohbau, werden aber am anderen Morgen von einem Maurer verscheucht. Sie irren durch die Straßen und trauen ihren Augen nicht, als sie ein Fotostudio mit den von Kojo in Ghana verkauften Hintergrundbildern entdecken.

Zurück in Ghana wird Zaza über Europa ausgefragt, doch er schweigt …

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Weil die jungen Afrikaner glauben, in ihrer von korrupten Eliten beherrschten Heimat keine Zukunftsperspektive zu haben und aufgrund der verfügbaren Informationen hoffen, dass es in Europa gut bezahlte Arbeit für sie gibt, investieren sie die Ersparnissen der gesamten Familie, um illegal dorthin zu gelangen. Auf diese Weise ist eine neue Völkerwanderung entstanden. Fritz Baumann wählte als Protagonisten seines Films „Anansi“ keine politischen Flüchtlinge, sondern junge Menschen, die verzweifelt Arbeit suchen: sog. Wirtschaftsflüchtlinge. Ihre Vorstellungen vom Leben in Deutschland erweisen sich als Trugbilder. Wenn sie am Ende abgeschoben werden, war die teure, beschwerliche und gefährliche Reise umsonst.

„Anansi“ ist übrigens das Ashanti-Wort für Spinne.

Fritz Baumann (*1950) engagierte sich nach dem Zivildienst einige Jahre lang als Entwicklungshelfer auf Jamaika. Er studierte an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film und arbeitet seither als Tonmeister, Cutter, Autor, Regisseur und Produzent.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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