Brigitte Bardot : B. B. Memoiren

B. B. Memoiren

Brigitte Bardot

B. B. Memoiren

Originalausgabe: Initiales BB, Grasset 1995 B. B. Memoiren Übersetzung: Eliane Hagedorn, Annette Lallemand, Barbara Reitz, Bettina Runge, Ingeborg Schmutte Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1996 ISBN: 3-7857-0798-3, 847 Seiten, 54 DM
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

In ihrer Autobiografie erzählt Brigitte Bardot streng chronologisch aus ihrem Leben in den Jahren 1934 bis 1973, von ihrer Geburt bis zur letzten Filmrolle. Ausführlich schildert sie ihre Karriere, einige ihre zahlreichen Liebesbeziehungen und ihre Ehen mit Roger Vadim, Jacques Charrier und Gunter Sachs. Ihren vierten Ehemann, Bernard d'Ormale, erwähnt sie nur kurz. Deutlich wird die Diskrepanz zwischen öffentlicher Person und Privatleben.
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Kritik

Aufgrund der mit Anekdoten gewürzten, locker-flapsigen, freimütigen und selbstkritischen Darstellung ist "B. B. Memoiren" nicht nur eine informative, sondern auch unterhaltsame Lektüre.

Brigitte Bardot (Kurzbiografie)

In ihrer Autobiografie erzählt Brigitte Bardot streng chronologisch aus ihrem Leben in den Jahren 1934 bis 1973, von ihrer Geburt bis zur letzten Filmrolle. Ausführlich schildert sie ihre Karriere, einige ihre zahlreichen Liebesbeziehungen und ihre Ehen mit Roger Vadim, Jacques Charrier und Gunter Sachs. Ihren vierten Ehemann, Bernard d’Ormale, erwähnt sie nur kurz. Deutlich wird die Diskrepanz zwischen öffentlicher Person und Privatleben. Die umworbene Filmschauspielerin stellt sich als unsicher dar und betont ihr Bedürfnis nach Geborgenheit an der Seite eines starken Mannes.

Ich war nie versessen auf Sex, absolut nicht, liebevolle Zärtlichkeiten waren mir immer wichtiger als diese ermüdenden akrobatischen Übungen, diese Verrenkungen, die häufig nur Muskelkater und Erschöpfung und nichts wirklich Besonderes bewirken.

Bei meinen Liebhabern habe ich in erster Linie immer Zuneigung und Zärtlichkeit gesucht. Die körperliche Liebe, so wichtig sie auch war, nahm doch immer nur die zweite Stelle ein.

Ich habe immer jemanden gebraucht, für oder durch den ich leben konnte. Ich selbst bin mir nicht genug.

Unumwunden gibt sie zu, für ihren Sohn keine gute Mutter gewesen zu sein.

Und doch verweigerte ich mich meinem Kind. Für mich war es so etwas wie ein wuchernder Tumor, den ich mit meinem angeschwollenen Fleisch genährt hatte.

Auch einige andere Personen kritisiert sie schonungslos. Jacques und Nicolas Charrier verklagten sie deshalb zu Streichungen und zur Zahlung von Schmerzensgeld.

Obwohl Brigitte Bardot als Sexidol galt, aus ihrer Promiskuität kein Geheimnis machte und in „B. B. Memoiren“ klagt, dass sie bei der Verhütung auf die unsichere Knaus-Ogino-Methode angewiesen war, solange es die Pille noch nicht gab, äußert sie sich angewidert über den Niedergang der Moral durch die sexuelle Revolution.

Sie gibt selbst zu, konservativ zu sein. In ihrer Xenophobie geht sie noch einen Schritt weiter nach rechts:

Damals [Ende der Achtzigerjahre] war der Islam noch nicht nach Europa vorgedrungen; die Moslems besaßen noch den Takt, uns nicht ihre häufig barbarischen und archaischen Sitten und Gebräuche aufzuzwingen, ihre Moscheen und dieses ganze häufig blutige und empörende Ritual. Im Gegenteil, sie kopierten uns, versuchten sich zu europäisieren und nach unserem Vorbild zu modernisieren.

Aufgrund der mit Anekdoten gewürzten, locker-flapsigen und durchaus auch selbstkritischen Darstellung ist „B. B. Memoiren“ nicht nur eine informative, sondern auch unterhaltsame Lektüre.

Allerdings sind nicht alle Angaben zuverlässig. Damit meine ich nicht so sehr die subjektive Perspektive, die jede Autobiografie aufweist, als Daten und Fakten. So ist der Fußweg zwischen Le Mesnil-Guilbert und Étrépagny kaum länger als fünf oder sechs Kilometer; Brigitte Bardot erzählt jedoch von einem zwanzig Kilometer langen Marsch. Sie schwärmt von Jacques Charrier als Traummann und Märchenprinzen, aber ein paar Seiten weiter heißt es:

Jacques war zwar ein netter Kerl, aber ich verging nicht vor Liebe zu ihm.

Ich liebte Jacques nicht genug, um mir ein Leben mit ihm vorstellen zu können.

Ob die Stil-, Logik- und Grammatikfehler auf das Konto der Autorin oder das der Übersetzerinnen Eliane Hagedorn, Annette Lallemand, Barbara Reitz, Bettina Runge und Ingeborg Schmutte gehen, kann ich nicht feststellen. Jedenfalls passen Formulierungen wie die Fresse bzw. die Schnauze polieren, auf die Schnauze fallen, die Schnauze voll haben, krepieren und verrecken („für ihn [Gunter Sachs] gab es immer nur vorwärts oder verrecken“) nicht in einen Text wie diesen. Ein Rolls Royce „flitzt“ nicht über die Straße, und ein auf der Reise vergessener Kosmetikkoffer ist kein „corpus delicti“. Verunglückt ist auch ein Satz wie dieser:

Es war das letzte Aufbäumen des Krieges, ein heftiger Todeskampf.

Dazu wimmelt es von Logik- und Grammatikfehlern, wie zum Beispiel:

Maurice Vernant […] verschuf mir eine Rolle.

Ein paar Sekunden war ich ganz benommen und fiel zu Boden.

Es gab weder Strom noch Gas und Wasser, manchmal nur wenige Stunden am Tag.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010
Textauszüge: © Gustav Lübbe Verlag

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