Albert Vigoleis Thelen


Albert Vigoleis Thelen wurde am 28. September 1903 in Süchteln am Niederrhein als dritter von vier Söhnen des Buchhalters Louis Thelen und seiner Ehefrau Johanna geboren. Die Ausbildung am Gymnasium in Viersen brach er im Alter von fünfzehn Jahren ab. Nach einer Schlosserlehre (1919 – 1922) arbeitete Albert Vigoleis Thelen zunächst als technischer Zeichner, dann besuchte er eine Textilfachschule und studierte trotz des fehlenden Abiturs in Köln und Münster einige Semester Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte.

Nachdem er von 1928 bis 1931 auf der Geflügelfarm seines ein Jahr älteren Bruders Joseph ausgeholfen hatte, zog er mit seiner Schweizer Lebensgefährtin Beatrice Bruckner,

die er 1928 auf der Internationalen Presseausstellung „Pressa“ in Köln kennen gelernt hatte, nach Mallorca. Die beiden heirateten 1934 in Barcelona. Als 1936 der Spanische Bürgerkrieg ausbrach, floh das Paar vor den Falangisten und den Nationalsozialisten über Marseille nach Basel, im Jahr darauf in den Tessin und 1939 über Frankreich und Spanien nach Portugal, wo ihnen der Dichter Teixeira de Pascoaes (1877 – 1952) auf seinem Landgut in Sao Joao de Gatao bei Amarante Zuflucht gewährte (1939 – 1947).

Nach dem Krieg lebte Albert Vigoleis Thelen in Amsterdam (1947 – 1954). Dort unterzeichnete er am 7. Mai 1951 mit dem Verleger Geert van Oorschot einen Vertrag über die Veröffentlichung eines Romans über seinen Mallorca-Aufenthalt. Das Buch erschien im Herbst 1953 unter dem Titel „Die Insel des zweiten Gesichts“, und zwar gleichzeitig in Amsterdam und in einer Lizenzausgabe des Diederichs Verlages in Köln und Düsseldorf. Für „Die Insel des zweiten Gesichts“ wurde Albert Vigoleis Thelen im Jahr darauf mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet.

Von 1954 bis 1973 verwaltete Albert Vigoleis Thelen zunächst die Casa Rocca Vispa in Ascona, dann La Colline in Blonay bei Vevey, beides Güter einer mit ihm befreundeten Mexikanerin. Anschließend lebte Albert Vigoleis Thelen in Lausanne, bis er sich am 22. Oktober 1986 in das Seniorenheim St. Cornelius in Dülken am Niederrhein zurückzog, wo er am 9. April 1989 starb. Beatrice überlebte ihn um fast drei Jahre: Sie starb am 19. Januar 1992.

Albert Vigoleis Thelen: Bibliografie (Auswahl)

  • Schloss Pascoaes (Gedichte, 1942)
  • Die Insel des zweiten Gesichts (Roman, 1953)
  • Vigolotria (Gedichte, 1954)
  • Der Tragelaph (Gedichte, 1955)
  • Der schwarze Herr Baßetup (Roman, 1956)
  • Runenmund (Gedichte, 1963)
  • Glis-Glis (Erzählung, 1967)
  • Im Gläs der Worte (Gedichte, 1979)
  • Poetische Märzkälbereien (Prosa, 1984 / 1990)
  • Saudade (Gedichte, 1986)

© Dieter Wunderlich 2005

Albert Vigoleis Thelen: Die Insel des zweiten Gesichts

Reinhart von Eichborn - Der kleine Eichborn
"Der kleine Eichborn" entstand als gekürzte Taschenbuchausgabe des im Econ-Verlag erschienenen Wirtschaftswörterbuches, das in Deutschland und in den angelsächsischen Ländern als "Eichborn" geschätzt wurde.
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