Volker Schlöndorff: Tod eines Handlungsreisenden
mit Dustin Hoffman, John Malkovich u. a.
      Kritik:
Das 1949 uraufgeführte Bühnenstück "Der Tod des Handlungsreisenden" von Arthur Miller wurde bereits 1951 von Laszlo Benedek verfilmt. Volker Schlöndorff gewann Arthur Miller und Dustin Hoffman für ein Remake des Films, in dem er dem Drama bewusst den Charakter eines Theaterstücks beließ. Filmkritik
 

Tod eines Handlungsreisenden

 
  Inhalt:
Seit 36 Jahren arbeitet Willy Loman als Handlungsreisender. Inzwischen ist er 63 und hat es immer noch nicht zu Erfolg und Anerkennung gebracht. Als ihm das Unternehmen dann auch noch kündigt, flüchtet er sich in Tagträume. Von seinem älteren Sohn mit den Tatsachen konfrontiert, verfällt er auf den Gedanken, seinem Leben durch eine letzte Handlung doch noch einen Sinn zu geben ... Zusammenfassung, Inhaltsangabe, Handlung

Tod eines Handlungsreisenden - Originaltitel: Death of a Salesman - Regie: Volker Schlöndorff - Drehbuch: Arthur Miller, nach seinem Drama "Der Tod eines Handlungsreisenden" - Kamera: Michael Ballhaus - Schnitt: Mark Burns und David Ray - Musik: Alex North - Darsteller: Dustin Hoffman, John Malkovich, Kate Reid, Stephen Lang, Charles Durning u.a. - 1985; 130 Minuten

   


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Volker Schlöndorff:
Tod eines Handlungsreisenden

Inhaltsangabe:

Seit sechsunddreißig Jahren arbeitet Willy Loman (Dustin Hoffman) als Handlungsreisender. Inzwischen ist er dreiundsechzig und hat es immer noch nicht zu Erfolg und Anerkennung gebracht – anders als sein Bruder Ben (Louis Zorich), ein reich gewordener Abenteurer. Als ihm das Unternehmen dann auch noch kündigt, weil er mit seinen jüngeren Kollegen nicht mehr mithalten kann, ist Willy Loman nicht in der Lage, sein Scheitern einzugestehen, sondern er versucht verzweifelt, den Schein aufrechtzuerhalten und tut gegenüber seinen Söhnen so, als wäre er weiterhin ein tüchtiger und allseits beliebter Verkäufer. Insgeheim flüchtet er sich in Tagträume und hängt seinen Wunschvorstellungen aus der Vergangenheit nach.

Aus dieser Perspektive verachtet Willy Loman seinen jüngeren Sohn Harold ("Happy", gespielt von Stephen Lang), aus dem ein angepasster kleiner Angestellter und verantwortungsloser Schürzenjäger geworden ist, denn er hält ihn für einen Schwächling und Verlierer. Für Biff (John Malkovich), den älteren der beiden Söhne, war Willy Loman früher ein Vorbild gewesen – bis er ihn bei einem Ehebruch ertappt hatte. Da brach Biffs Weltbild zusammen, und statt ein erfolgreicher Football-Spieler zu werden, verkam er zu einem Gelegenheitsarbeiter.

Biff hat seinem Vater den Seitensprung nicht verziehen, liebt ihn jedoch unbewusst noch immer und täuscht darüber mit aggressivem Verhalten hinweg. Obwohl er von seiner liebevollen Mutter Linda (Kate Reid) erfährt, dass der Vater arbeitslos geworden ist und Selbstmordgedanken geäußert hat, deckt er rücksichtlos dessen Lebenslüge auf. Dadurch kann Willy Loman sich schließlich nicht länger über sein Scheitern sowohl als Vater als auch im Beruf hinwegtäuschen.

Um seinem Leben doch noch einen Sinn zu geben, verfällt er auf den Gedanken, sich durch einen vorgetäuschten Autounfall zu töten. Wenn die Familie dann das Geld von der Lebensversicherung ausgezahlt bekommt, so stellt Willy Loman es sich vor, werde sie ihn endlich anerkennen. Und mit dem Startkapital könne Biff eine Traumkarriere machen.

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Filmkritik:

Der Handelsvertreter Willy Loman zerbricht an einem inhumanen Wirtschaftssystem, in dem es nur auf den materiellen Erfolg ankommt. Arthur Miller entlarvt den "American Dream" als Trugbild, Bücher von Dieter Wunderlich denn die Tragödie des Protagonisten steht für eine gescheiterte Gesellschaftsordnung. Das Bühnenstück "Der Tod des Handlungsreisenden" ist ein Appell, nicht nur auf den beruflichen und finanziellen Erfolg zu starren, sondern sich auf Werte wie Liebe, Familie, Solidarität und Mitmenschlichkeit zu besinnen – auch wenn dies nicht gesellschaftskonform ist.

Das am 10. Februar 1949 uraufgeführte Bühnenstück von Arthur Miller (1915 - 2005) wurde 1951 von László Benedek mit Fredric March in der Hauptrolle verfilmt.

Death of a Salesman (1951) - Regie: László Benedek - Drehbuch: Stanley Roberts - Kamera: Frank F. Planer - Schnitt: Harry W. Gerstad und William A. Lyon - Musik: Alex North - Darsteller: Fredric March (Willy Loman), Mildred Dunnock (Linda Loman), Kevin McCarthy (Biff Loman), Cameron Mitchell ("Happy" Loman) u.a. - 115 Minuten

Nach einer gefeierten Broadway-Inszenierung von 1984, in der Dustin Hoffman mehr als zweihundertfünfzig Mal als Willy Loman zu sehen war, taten sich Volker Schlöndorff, Arthur Miller und Dustin Hoffman zusammen und schufen ein Remake des Films "Tod eines Handlungsreisenden". Dabei beließ Volker Schlöndorff dem Drama bewusst den Charakter eines Theaterstücks.

In der tragischen Rolle des Handlungsreisenden Willy Loman zeigt Dustin Hoffman wieder einmal sein außergewöhnliches schauspielerisches Können.

Eigentlich hatte Volker Schlöndorff "Death of a Salesman" fürs amerikanische Fernsehen gedreht, aber in Deutschland lief "Tod eines Handlungsreisenden" im Kino.

Weitere Darsteller und ihre Rollen in "Tod eines Handlungsreisenden": Charles Durning (Charley), David S. Chandler (Bernard, Charleys Sohn), Jon Polito (Howard, Willys Chef), Linda Kozlowski (Miss Forsythe), Karen Needle (Letta), Anne McIntosh (Jenny), Kathy Rossetter, Tom Signorelli, Michael Quinlan.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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Arthur Miller: Der Tod eines Handlungsreisenden

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